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Nach 3 Tagen sind die benötigten Teile eingetroffen. Sofort mache ich mich ans Motorrad. Das erste was ich teste ist der Kompressionsdruck der beiden Zylinder. Der Werkstattmeister hat mich doch etwas nervos gemacht mit seiner Vermutung das die Einlaßventile des linken Zylinders defekt wären.

Kompressionsdruck auf beiden Zylindern 12,5 bar. Alles im grünen Bereich. Da bin ich doch sehr erleichtert. Das wäre schon einiges an Aufwand gewesen den Zylinderkopf zu tauschen (der Kopf war als Ersatzteil dank des super Einsatzes von Karsten auch mit im Paket).

Als nächstes die Zündspulen und Kerzenstecker ausgetauscht. War es auch nicht. Ich lasse aber die neuen Teile drin. Dann die CDI Einheit ausgewechselt und siehe da das Moped schnurrt wieder. Erleichterung nach der Testfahrt. Klasse, jetzt kanns weiter gehen.

7 Tage an einer Stelle reichen ja auch. Obwohl es mir hier wirklich gut gefallen hat. Ich kann das Deltacamp nur empfehlen. Vor allem die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von George dem Besitzer waren klasse (thank you George).

Ich habe beschlossen an der Küste des schwarzen Meeres bis zur Grenze nach Bulgarien und dann Richtung Bukarest weiter zu fahren. Ich muß in der deutschen Botschaft in Bukarest noch eine Beglaubigung einer rechtlichen Sache machen lassen.

Am nächsten Tag fahre ich ca. 200 Km und das Motorrad läuft super. Ich habe von jemand den Tip bekommen das an einer Stelle am Meer ein bekannter Platz zum Wildcampen wäre. Dort will ich hin. Nach dem letzten Ort geht es zuerst eine sehr hubbelige Betonpiste lang, dann zweigt der Weg ab auf eine Schlaglochstrecke. Das kenne ich ja schon 🙂 . Als dann in Küstennähe der Weg in losen Sand übergeht schaffe ich es grade so bis zu dem Platz. Immerhin weiss ich jetzt das mein Gespann auch bei Sand ganz passabel durchkommt. Einfach nur richtig Gas geben und bloß nicht stehen bleiben.

Am Himmel türmen sich inzwischen sehr schwarze Wolken auf. Also beeile ich mich mit dem Zeltaufbau. Der gestaltet sich dann etwas schwieriger als gedacht. Im Sand halten meine Heringe nicht so richtig. Da der Wind immer böhiger wird schlage ich an der einen Seite ein Stück Dachlatte was grade da rumlag ein, auf der anderen stelle ich mein Motorrad hin und mache das Zelt daran fest.

Ein kurzer Spaziergang am Strand und schon fängt es an zu tröpfeln. Nach einer halben Stunde ziehen Sturmböhen auf und es gießt wie aus Eimern. Zusätzlich auch noch Gewitter. Bei den Böhen die ab und zu seitlich aufs Zelt treffen halte ich teilweise das Zelt fest. Na Klasse. Super Abend. Der Regen wird weniger, die Böhen nach 2 h auch. Endlich schlafen.

Am nächsten Morgen weckt mich Sonnenschein aber die starken Böhen sind immer noch da. Nach dem Frühstück überlege ich was ich heute machen soll. Zuerst beschließe ich hier zu bleiben und auch schwimmen zu gehen, bis mir auffällt, daß ich gar nicht zum Einkaufen fahren kann. Der nächste Laden ist 5 Km entfernt und wenn ich mit dem Motorrad wegfahre hat das Zelt keinen Halt mehr. Scheiße. Nach einer Stunde grübeln beschließe ich dann doch heute weiterzufahren. Ich habe einfach zu wenig Sachen eingekauft um damit über den Tag zu kommen.

Ich fahre bis fast an die Bulgarische Grenze zu einem Ort der mir ebenfalls empfohlen wurde. Dort wäre immer Party angesagt und viele verrückte Leute würden dort rumspringen. Die letzten 70 Km führen an der Küste durch eine Industriestadt nach der anderen. Nicht grade das was ich mir erhofft hatte.

Als ich den Ort erreiche ist erst mal eine halbe Stunde suchen nach dem Campingplatz angesagt. Dann sehe ich in einem Garten gut getarnt Zelte stehen. Ich frage nach und tatsächlich ist es der Platz. Man sollte mal ein Schild aufhängen.

Nach Zeltaufbau gehe ich dann in den Ort und bin ziemlich enttäuscht. Eine Fressbude an der anderen und alles völlig überteuert. Ich komme mir vor wie am Ballermann. Das ist nicht mein Ding. Also gemütlich bei Beschallung aus allen Richtungen ein wenig gelesen und meine Route für den nächsten Tag geplant.