Seite wählen
Griechenland – 5 Monate Kos. Endlich geht es wieder auf Reisen

Griechenland – 5 Monate Kos. Endlich geht es wieder auf Reisen

Den ganzen April arbeite ich zusammen mit Holly daran alles auf dem Platz in Ordnung zu bekommen. Zusätzlich fangen wir gemeinsam an wilde Hunde und Katzen einzufangen um diese sterilisieren zu lassen. Das ist eine der Haupttätigkeiten von Gasah (Greek and Swiss Animal Help) hier.

Anfang Mai kommt dann Marion, die Besitzerin des Tierzentrums, aus der Schweiz wieder nach Kos. Ich reinige einen ganzen Tag lang mein Appartment 🙂

Ab diesem Zeitpunkt geht die Arbeit richtig los. Marion ist sehr genau (schweizer Gründlichkeit 🙂 ).

Das komplette Grundstück bekommt seine Stromversorgung von einer kleinen Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher auf dem Hausdach. Ich kontrolliere den Stromverbrauch aller Komponenten im Haus und ermittle Einsparpotenziale. So zum Beispiel den Kühlschrank in meinem Appartment. Der ist ziemlich alt und verbraucht entsprechend viel Strom. Marion kauft einen neuen um einiges größeren. Der verbraucht aber nur 2/3 des Stroms des alten Kühlschrankes.

Die Hauptstromfresser aber sind die Waschmaschinen. Deshalb wurde bisher mit maximal 40°C gewaschen. Besser wäre mit 60°C. Eine der Waschmaschinen hat bereits einen Warmwasseranschluß. Das Problem ist das erst bis zu 5 Liter kaltes Wasser fließt bis das warme Wasser an der Maschine ankommt. Wenn man das Wasser vorher am Waschbecken abfließen läßt bis warmes Wasser ankommt verbraucht die Maschine anstatt 950 Watt nur noch 230 Watt (60°C). Für die zweite Waschmaschine bestelle ich ein Vorschaltgerät mit dem man Warmwasser nutzen kann.

Meine Arbeiten in der Zeit sind vielfältig. Ich baue aus Teilen die wir auf dem Müllplatz zusammen gesucht haben einen kleinen Ziegenspielplatz.

Bringe neue Drahtgitter und Sonnenschutznetze an ein Gebäude an.

Baue eine kleine Solaranlage damit in einem Nebengebäude in dem oft Freiwillige wohnen Licht ist.

Repariere Zäune, sammle Unmengen an Steine vom Grundstück, mähe Rasen, Giesse Pflanzen und und und….

Marion ist sehr genau und weiss Ihre Anweisungen durchzusetzen. Das ist auch gut so. Bei der Arbeit mit so vielen Tieren muss sehr auf Hygiene und Ordnung geachtet werden. Allerdings fallen Ihr auch immer kurzfristig Kleinigkeiten ein die gemacht werden müssen. Ich glaube ich werde in den nächsten Wochen noch öfters von dem “Thooommmmaaaas, kannst du mal……” Ruf träumen 🙂

Ehrlicherweise muss ich auch sagen das sie es mit mir auch nicht so leicht hat. In manchen Dingen bin ich wirklich ein Schlury. Viele Dinge vergesse ich einfach.

Ende Mai baue ich endlich das Motorrad wieder zusammen. Leider muß ich dann auf der ersten Testfahrt feststellen das an der Stelle an der ich den Wellendichtring gewechselt habe massiv Öl austritt. Super. Die ganze Arbeit noch einmal.

Abends beim Studium der an dem Motor verbauten Dichtringmaße finde ich den wahrscheinlichen Fehler. Es gibt zwei Dichtringe mit fast den gleichen Maßen nur das der falsche (den den ich eingebaut habe) zur Welle hin 1 mm größer ist, also gar nicht abdichten kann. So ein Fehler ist mir noch nie passiert.

Also wieder auf Teile aus Deutschland warten. Nach 10 Tagen sind die dann da und ich spreche mit Marion ab das ich 3-4 Tage frei bekomme um die Reparatur in einem Rutsch machen zu können.

Als kleines Wunder kann man es schon bezeichnen das ich auch diesmal keine Schrauben übrig behalten habe 🙂 . Ich schaffe es in 3 Tagen das Motorrad zu reparieren. Die erste Testfahrt zeigt, das diesmal die Reparatur erfolgreich war.

Zwei Tage später mache ich eine längere Testfahrt quer über die Insel. Ich bin seit über 4 Monaten hier, habe aber kaum etwas hier gesehen. Ich erwische natürlich mittendrin wieder eine sehr schlechte Straße. Eigentlich habe ich meinem Motorrad versprochen nicht mehr solche Wege zu fahren, als Testfahrt mache ich es dann aber doch.

Mitte Mai erfülle ich mir noch einen Wunsch den ich schon seit längerem habe. Ein großes Tattoo.

Anfang Juli sollen die ersten Freiwilligen Helfer ankommen. Ich beschließe Ende Juni meine Reise endlich fortzusetzen. Inzwischen haben die meisten Grenzen wieder geöffnet. Mein geplanter Weg führt mich zuerst nach Albanien und Montenegro bis nach Kroatien. Ich werde dann über Ungarn noch einmal in den Norden Rumäniens fahren wo Ende August ein Reisendentreffen stattfindet. Danach will ich mir, warscheinlich zusammen mit einer Freundin, Serbien und evtl. den Kosovo ansehen. Planen kann man aber in diesem Jahr nicht wirklich gut. Ich bin diese Coronageschichte inzwischen ziemlich leid.

Hier zum Abschied von Kos noch ein paar Bilder. Ich habe noch nie so viele unterschiedliche wunderschöne Sonnenuntergänge wie hier gesehen.

Besondere Tiere

Die Zeit hier war schön und ich habe neue Freunde gefunden. Danke an Holly, Marion, Rory, Karen und Daisy für die schöne Zeit und das verbessern meiner Englischkenntnisse. Ich werde euch vermissen.

Danke auch noch einmal an Holly für das zweimalige Haareschneiden 🙂

Das rasieren kam kurz danach 🙂

Falls jemand die wunderbare Arbeit von Gasah unterstützen will, hier der Link:

https://www.gasah.ch/deutsch/online-spenden/

Am 28.06. bin ich dann endlich auf der Fähre Richtung Athen. Von dort aus geht es auf direktem Weg zum Peloponnes. Bei Temperaturen bis zu 37°C habe ich keine Lust darauf mir Athen anzusehen. Ich mag Großstädte sowieso nicht.

Ich fahre meistens an der Küste entlang. Die zweite Nacht campe ich wieder wild, wache aber morgens um 5 Uhr bereits auf. Ein Frühstück und Kaffeekochen wird jäh von einer Mückenarmee gestört die sich hungrig auf mich stürzt. Frühstück und Kaffee fallen aus so das ich bereits um 6.30 Uhr zur Besichtigung der Stadt Monemvasia auftauche. Um diese Zeit ist noch niemand unterwegs und es ist etwas gespenstig so alleine durch die Gassen zu laufen. Ich schaue mir allerdings nur die Unterstadt an da ich langsam hungrig werde.

Heißt das jetzt das keine Kurven mehr da sind?

Der Peloponnes ist ein wares Motorradfahrerparadies. Kurve an Kurve auf teilweise sehr schmalen Straßen und wunderbare Ausblicke.

Wie habe ich das Reisen vermisst.

Griechenland – Mein Alltag auf Kos

Griechenland – Mein Alltag auf Kos

Nach meiner Krankheit habe ich fast 2 Wochen gebraucht um wieder normal zu funktionieren. Besonders mit dem Essen musste ich vorsichtig sein. Mit der Zeit fange ich an wieder etwas zu arbeiten, repariere Zäune, installiere und repariere verschiedene Solarlichter usw.

Das Motorrad hatte ich bereits kurz bevor ich krank geworden bin zerlegt.

Bedingt durch schlechtes sehr stürmisches Wetter konnte ich aber dann einige Zeit nicht mit dem Reparieren anfangen.

Teilweise hat es so stark geregnet das aus dem Weg vor dem Haus ein ein Bach wurde.

Ende März fange ich dann das erste mal an das Gras auf dem Gelände zu schneiden. Insgesamt brauche ich 3 Tage dafür und habe anschließend einen ganz schönen Muskelkater.

Die zwei Ziegen auf dem Gelände sind sogar trittsicher auf den Maschendrahtboxen.

Witzig ist auch das Ausführen der Ziegen und des Schafes. Ich komme mir vor wie bei den Bremer Stadtmusikanten. Der älteren Ziege folgen die zweite Ziege und das Schaf und normalerweise ein Hund und eine Katze (sind auf dem folgenden Film nicht mit drauf).

Seit Anfang April bin ich nicht mehr ganz so alleine auf dem Gelände. Holly arbeitet wieder regulär in der Woche und wir fangen gemeinsam an das Gelände auf Vordermann zu bringen. Bei dem Malen hilft manchmal auch Lena, eine Deutsche die hier auf Kos wohnt. Es tut gut auch mal etwas deutsch reden zu können.

Ausserdem fangen wir an wilde Katzen und Hunde zu fangen um diese sterilisieren zu lassen. Auf Kos gibt es Unmengen davon. An jeder Stelle sieht man streunende Katzen.

An einer Stelle mitten im Wald gibt es einen Fütterungsplatz für Katzen. Hier leben auch etliche Pfaue.

Nach dem Einfangen der Katzen werden diese zum Tierarzt gebracht, sterilisiert und dann zur Beobachtung für zweit Tage bei uns überwacht.

Danach werden sie wieder in der Nähe der Einfangstelle freigelassen.

Ich muss gestehen das mir die Einsamkeit auf dem Gelände doch mehr zugesetzt hat als ich dachte. Ich genieße die Gespräche mit Holly und Lena. Die beiden sind super nett und sympatisch. Inzwischen ist mein Englisch um einiges besser geworden und ich komme kaum noch ins stocken wenn ich etwas erzählen will.

Kurz vor Ostern machen wir noch ein Bild für Marion, die Besitzerin des Hauses.

Endlich überwinde ich mich auch mal wieder am Motorrad zu arbeiten. Beim Säubern der vielen Roststellen finde ich dann zwei Rahmenbrüche die geschweißt werden müssen. Super. Ich selbst kann nicht gut schweissen und das Motorrad kann ich im jetzigen zerlegten Zustand nur schwer transportieren.

Rory teilt mir dann eine Adresse mit wo ich nach einem Schweisser fragen kann. Dort angekommen frage ich und bekomme die Auskunft das es kein Problem ist vor Ort zu schweissen und das in einer Stunde jemand da ist. Klasse.

Die eine Bruchstelle war allerdings durch Rost im Rahmen entstanden. Der Schweisser war wirklich fit und hat an der Stelle neues Material aufgebracht. Ich vermute das der Bruch auch durch die hohe Belastung durch die Kofferstrebe entstanden ist. In dem Koffer habe ich fast mein ganzes Werkzeug deponiert und er ist entsprechend schwer. Muss mir überlegen wie ich anders belade und nur leichtere Dinge in den Koffer machen.

Jetzt warte ich noch auf ein Ersatzteil dann kann ich das Motorrad wieder zusammenbauen. Diese Woche werde ich noch die gesäuberten Stellen und den Auspuff mit Lack bepinseln.

Hier noch ein paar Bilder von meiner Zeit hier:

Im Moment gehe ich davon aus das ich hier nicht vor Ende Mai wegkomme. Ende April sollen zwar ein paar der Beschränkungen wegfallen aber ich gehe davon aus das das Reisen dann noch zu schwierig ist. Mal sehen wie es dann weiter geht. Meine ursprünglichen Pläne werde ich auf jeden Fall nicht komplett in diesem Jahr schaffen. Ist aber kein Problem da ich genug Zeit habe.

Selbstquarantäne auf Kos

Selbstquarantäne auf Kos

Hallo Freunde, ich will mich angesichts der in letzter Zeit etwas eskalierenden Lage in Europa mal kurz melden.

Nach 6 Wochen Housesitting auf Kos hat mich die aktuelle “Corona-Lage” jetzt auch hier erwischt. Mein Aufenthalt hier wird wohl etwas länger als ursprünglich gedacht. Griechenland hat seit letzter Woche, genau wie Deutschland, Versammlungsverbote erlassen und fast alle Läden geschlossen (außer Lebensmittelmärkte, Tankstellen und Apotheken)

Seit heute fahren die Fähren von und nach Kos für vier Wochen nur noch für Einheimische und das nur in besonderen Fällen. Die Flugverbindungen wurden komplett eingestellt.

Das heißt ich sitze hier bis mindestens Ende April fest. Ich denke eher es wird sogar noch einige Zeit länger werden.

Seit einigen Tagen bin ich krank. Habe warscheinlich etwas falsches gegessen. zwei Tage Fieber und extremer Durchfall laugen ganz schön aus. Ein Glück gibt es hier Leute die mir Lebensmittel vorbeibringen wenn ich ihnen Bescheid sage. Inzwischen bin ich auf dem Weg der Besserung.

Bisher wurde auf Kos noch kein Fall von Corona bestätigt, die erste Frage die aber kommt wenn man krank ist ist immer Co……..? Ich kann dieses blöde Wort nicht mehr hören.

Ich finde die Maßnahmen die getroffen wurden sind absolut notwendig und verstehe die Gründe. Was ich nicht verstehe ist das es plötzlich nichts anderes mehr gibt. Keine Grippe, keine Erkältung usw. Wo sind diese Dinge hin? Ausgewandert aus Angst vor dem bösen Virus.

Naja, ich kann nicht dran ändern und versuche die ganze Sache von der optimistischen Seite zu sehen. Ich hätte es wirklich schlechter treffen können mit meinem jetzigen Standort während der Krise.

Ich habe ein Dach über dem Kopf, bekomme mein Essen bezahlt, bin “am Arsch der Welt”, sozusagen in Selbstquarantäne (bis zum nächsten Ort sind es knapp 3 Kilometer und ich bin alleine in einem einsam stehenden Haus), habe aber trotzdem noch etwas Kontakt zu Leuten hier. Wenn mir langweilig wird kann ich hier arbeiten (Gras mähen usw.)

Ich kann in Ruhe mein Motorrad reparieren und mir überlegen wohin meine Reise als nächstes gehen wird (Planung der Orte die ich sehen will und der Strecken)

Also Leute, mir geht es gut. Macht das beste aus der Situation dort draussen und lasst euch nicht kleinkriegen.

Grüße aus Griechenland

Griechenland – Insel Kos

Griechenland – Insel Kos

Ende Januar habe ich endlich das neue Katzenhaus fertiggebaut. Ich bekomme von allen Seiten Lob und finde selbst das es mir, dafür das ich sowas das erste Mal gebaut habe, ganz gut gelungen ist.

Da muss ich dann natürlich auch signieren damit jeder weiss das es sich um deutsche Wertarbeit handelt 🙂

Eigentlich sollte da auch noch stehen “and by a french” da Helen das ganze gestrichen hat (nicht den Teil der auf dem letzten Bild zu sehen ist. Das hat jemand anders verbrochen 🙂 ) aber Helen wollte nicht signieren.

Zum Abschied von Syros mache ich noch einmal eine Wanderung durch die Hügel. Hierbei merke ich mal wieder das ich keine 20 mehr bin. Am Ende tun mir wieder die Knie weh aber es hat sich gelohnt.

Ende Januar bekomme ich dann eine Nachricht über die App Workaway. Eine Tierhilfsstation auf der Insel Kos benötigt dringend jemanden der für zwei Monate auf deren Haus und Gelände aufpasst und Morgens und Abends ein paar Tiere füttert. Kost und Logis ist frei und einen Platz um mein Motorrad zu reparieren haben die auch dort.

Eigentlich hatte ich ja vor nach Kreta zu fahren. Nach einigem Überlegen entscheide ich mich aber für Kos. Dort kann ich in den nächsten Monaten einiges an Geld einsparen und auch noch das Motorrad reparieren, was ich eigentlich erst nach Kreta in der Mitte von Griechenland machen wollte.

Der einzige Minuspunkt auf Kos ist, dass ich dort total alleine mitten in der Wildnis bin. Das Haus liegt alleinstehend ca. 3 Km außerhalb der nächsten Ortschaft. Aber das werde ich auch hin bekommen, denke ich.

Am Abend des 4.02.20 verabschiede ich mich von allen und fahre zum Fährhafen. Nach zwei Monaten vor Ort fällt mir der Abschied, auch von den Katzen, nicht leicht.

Morgens um 7 Uhr komme ich auf Kos an. Im Moment ist Gestur aus Island noch als Freiwilliger in der Hilfsstation. Ich treffe mich mit Ihm in Pyri und er führt mich zum Haus.

Gestur bleibt noch die nächsten 2 Wochen hier. Wir teilen uns eine geräumige Wohnung. Zu Arbeiten ist nicht viel. Morgens und Abends Hund, Katze, zwei Ziegen, ein Schaf und die Hühner füttern und einige Dinge reparieren die Marion, die Besitzerin des Hauses, aufgeschrieben hat.

Morgens und Abends führe ich den dreibeinigen Hund aus. Stephie, die Katze begleitet uns meistens. So habe ich jeden Tag meine Bewegung.

Ich hätte nicht gedacht das ein dreibeiniger Hund so schnell sein kann und so eine Kondition hat 🙂

Die Insel Kos ist viel grüner als Syros und auch teilweise bewaldet. Der Wind ist aber genauso stark.

Kurz nach meiner Ankunft hat Gestur Geburtstag und wir fahren nach Kos in eine Pizzeria. Dort lerne ich Rory und Karen kennen, ein Paar aus England die hier ein Haus gekauft haben und jetzt auf der Insel wohnen. Wir sind sofort auf einer Wellenlänge. Die beiden laden uns am darauf folgenden Wochenende in Ihr Haus ein. Direkt in der Nähe ist ein Salzsee. Hier bekomme ich meine ersten Flamingos in der freien Natur zu sehen (sind auf dem Bild leider nicht so gut zu erkennen). Hier gibt es um diese Jahreszeit hunderte Flamingos zu sehen.

Beim ersten Regen habe ich gesehen, daß das Dach des größten Tierhauses auf dem Gelände an vielen Stellen undicht ist. Das Gebäude an sich ist gut gebaut nur bei den kleineren Dingen hat die griechische Firma die es gebaut hat extrem gepfuscht. Ich vermute das es schon immer reingeregnet hat. Ich mache mich daran das Dach abzudichten. Am Ende ist es dann wesentlich mehr Arbeits- und Materialaufwand als ich ursprünglich eingeschätzt hatte. Immer wenn ich eine Stelle abgedichtet habe kommt der Regen an einer anderen Stelle rein. 7 Silikonkartuschen und 20 m Bitumenband später ist es dann aber geschafft.

An meinem Geburtstag sind Gestur und ich von Rory und Karen zum Essen bei den beiden Zuhause eingeladen worden. Zwei Freunde von den beiden sind auch da. Es wird ein sehr schöner Abend. Nette Gespräche und gutes Essen. Was will man mehr.

Irgenwann im Lauf des Abends holt Rory dann seine Gitarre raus und ich bekomme ein Geburtstagsständchen in vier Sprachen. Wow.

Damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Am 21.02. reist Gestur dann weiter und ich bin alleine hier. Inzwischen habe ich weitere Leute hier kennen gelernt. Holly zum Beispiel kommt ein mal die Woche vorbei und schaut hier nach dem rechten.

Inzwischen ist hier wirklich Frühling. Seit Mitte Februar sind die Wiesen ein Blütenmeer. Jeden Tag sehe ich hier neue Farben aufleuchten.

Seit Gestur fort ist habe ich hier ein ganz anderes Problem. Die Hühner legen wie verrückt Eier. Gekocht oder als Rührei wird da sehr schnell langweilig. Meine ersten Pfannkuchen schmecken gar nicht schlecht 🙂

Letzte Woche habe ich mich aufgemacht mir die alte Festung in der Nähe von Piry anzusehen. Diese ist noch aus der Byzantinischen Zeit. Wahnsinn was die damals vollbracht haben. Wirklich sehenswert.

Inzwischen ist das Paket mit den Teilen die ich für die Reparatur des Motorrads brauche und den Reifen unterwegs (Danke Sabine).

Ein bisschen einsam fühle ich mich hier manchmal schon aber wenn ich Abends die wundervollen Farben der Sonnenuntergänge sehe geht es mir wieder gut.

Inzwischen habe ich mein Motorrad entgeladen und bin bereit es zu zerlegen. Manche der Reparaturen unterwegs musste ich eher provisorisch machen. Die will ich jetzt abschließen. Außerdem ist ein Wellendichtring am Motor defekt und mit der Beiwagenhalterung stimmt irgendetwas nicht. Mal sehen was ich noch alles finde.

Bis bald und viele Grüße aus dem sonnigen Griechenland.

Griechenland – Insel Syros

Griechenland – Insel Syros

Kurz vor Weihnachten darf ich endlich einmal was handwerkliches machen 🙂 . Wir brauchen mehr Platz für die Katzen. Ein alter provisorischer Unterstellraum in dem die leeren Katzenboxen gelagert werden soll umgebaut werden. Da nirgends Platz für die in dem Raum gelagerten Sachen ist lassen wir den alten Bau erst einmal stehen und ich baue ein neues Dach darüber. Gar nicht so einfach wenn alles krumm und schief ist und nirgends ein rechter Winkel vorhanden ist.

Zusammen mit Helen, einer sehr netten Freiwilligen aus Frankreich mache ich meine ersten Wanderausflüge auf der Insel. Ich wundere mich bis heute wie man mit so kurzen Beinen so schnell gehen kann 🙂 . Ich hatte wirklich Mühe ihr Tempo durchzuhalten.

Weihnachten feiern wir Freiwilligen (zu dem Zeitpunkt waren wir 4) zusammen mit Jacky und zwei Freunden von Ihr im Wohnhaus. Linda und Jim verteilen ein paar Geschenke und Helen schenkt jedem von uns selbstgemalte Weihnachtsgrüsse.

Warscheinlich weil es ein englisches Weihnachtsfest (Jacky, Jim und Linda sind aus England) ist hat Helen den Beiwagen auf die falsche Seite gemalt 🙂 . Ein wirklich schönes Geschenk.

Neben den Arbeiten die wir hier machen gehört auch spielen mit den kleinen Katzen zu unserem Tagesplan.

Ich habe wieder den Spass am Wandern entdeckt und mache ein paar Ausflüge an der Küste lang.

Syros ist eine relativ karge, sehr steinige Insel. Die Küste ist felsig mit vereinzelten Sandstränden. Im Südlichen Teil der Insel gibt es fast keine Straßen. Bei einer Wanderung gehe ich an der Küste lang und auf dem Rückweg quer durch die Hügel. Das gestaltete sich doch etwas schwieriger als ich dachte da die Hügel teilweise sehr steil sind und es keine Pfade dort gibt. Unter anderem bin ich einem ausgetrockneten Bachbett gefolgt um wieder zurück nach Kini zu kommen.

Das Wetter in den letzten Wochen war sehr wechselhaft. Die Temperaturen lagen so zwischen 18 und 10 °C. Der Wind ist hier teilweise sehr stark und es fühlt sich kälter an als es ist.

Seit Anfang Januar sind Helen und ich die einzigen Helfer hier da Jim und Linda zurück nach England geflogen sind. Zu zweit ist es ganz schön viel Arbeit. Freie Tage gibt es erst einmal nicht.

Mitte Januar sind dann Janette und Rory angekommen. Außerdem ist edlich das Material für den Schuppen und die neuen Katzenboxen die ich bauen soll angekommen. Es macht richtig Spass mal wieder handwerklich tätig zu sein. Die Boxen habe ich dann nach zwei Tagen fertig und bin ganz zufrieden mit dem Ergebniss. Alle loben mich und ich bin selbst etwas überrascht das es so gut funktioniert hat 🙂

Heute habe ich eine kleine Tour mit dem Motorrad gemacht. Da das Wetter nicht so gut war war ich nicht so lange unterwegs. Auf der Insel bestehen die Straßen nur aus Kurven und die Aussicht ist teilweise wirklich klasse.

Ende Januar werde ich weiter nach Kreta reisen. Zuerst hatte ich mir überlegt das ich dort auch über workaway eine Arbeit suche, bin aber inzwischen davon abgekommen. 2 Monate arbeiten reicht erst mal.

Grüße aus Griechenland 🙂

Griechenland – Überwintern auf der Insel Syros

Griechenland – Überwintern auf der Insel Syros

Am nächsten Tag funktioniert die Zündung wieder nicht richtig. Nach dem erneuten Austausch der CDI-Zündeinheit läuft das Motorrad dann aber wieder normal. Warum auch immer. Vielleicht war die Zündspule und die CDI kaputt.

Nach einiger Zeit in Griechenland bemerkt man die eigentlich überall stehenden Olivenbäume fast nicht mehr. Sie gehören einfach zu der Landschaft. Manchmal aber sieht man doch ein beeindruckendes Exemplar das einem auffällt.

An diesem Tag zeigte der Tacho mal wieder eine Schnapszahl an. (1)44444 Km hat mein Schätzchen jetzt insgesamt gefahren.

Am Abend finde ich einen schönen ebenen Platz mitten in den Bergen (1000 m Höhe 🙂 ).

Hier geniesse ich den Sonnenuntergang. Irgendwie sehen die Sonnenuntergänge wenn man unterwegs ist besser aus als zu Hause finde ich.

Mein Ziel ist das Ende der Insel Euböa. Von dort aus geht eine Fähre bis 30 Km vor Athen. Inzwischen habe ich mehrere Absagen bezüglich meiner Arbeitssuche bekommen. An dem Tag ruft mich Jim von der Hilfsstation für Strassenkatzen auf der Insel Syros an. Die brauchen dringend Hilfe. Das passt gut. Die Fähre nach Syros legt auch in Piräus (Athen) ab.

Die 100 Km bis zur Fähre in Richtung Athen lassen Landschaft und Strassen wirklich nichts zu wünschen offen. Ich kann diese Insel wirklich nur empfehlen.

Ich habe mir für die Nacht ein günstiges Hotel in der Nähe des Hafens von Piräus gesucht und buche es von der Fähre aus.

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen da die Fähre bereits um 7:30 Uhr ablegt. Die 3,5h Fahrt nach Syros verschlafe ich dann zum Teil.

Ich hatte eigentlich ausgemacht, daß Jim mich an der Fähre abholt wenn ich vorher Bescheid sage. Ich hatte am Abend vorher eine SMS geschrieben wann ich ankomme. Nach einer halben Stunde Wartezeit auf dem Parkplatz des Fähranlegers auf Syros entschließe ich mich dann, da Jim nicht aufgetaucht ist, zu der in Google-Maps angegebenen Adresse zu fahren.

Ich finde “Syros Cats” dann auch auf Anhieb und werde sehr freundlich von Jim, seiner Frau Linda (aus England) und Seline (aus Belgien) empfangen. Jacky, die die Station betreibt ist zur Zeit in England und bringt einige der Katzen zu Ihren neuen Besitzern.

Normalerweise sind hier bis zu 6 Freiwillige am Arbeiten. Da wir, mit mir, nur 4 Leute sind, ist es entsprechend viel Arbeit für jeden. Ich fange bereits am nächsten Tag an zu helfen.

Morgens um 8 Uhr geht es los mit der Fütterung, danach werden die Boxen der Katzen die in Quarantäne (Infektionen usw.) sind und die Katzenklos gereinigt. Um 10 Uhr ist dann gemeinsames Frühstück. Danach werden andere Arbeiten wie Reparaturen und Baumassnahmen durchgeführt. Ab 16 Uhr ist dann die Abendfütterung mit anschließender Reinigung der Boxen.

Zur Zeit sind hier ungefähr 60 Katzen die versorgt werden müssen. Die meisten der Katzen laufen frei auf dem Gelände herum. Die Katzen stammen ausnahmslos von den Straßen Syros. Wenn Katzen krank sind werden sie zur Station gebracht und medizinisch versorgt sowie Kastriert bzw. sterilisiert. Auf der Insel gibt es Unmengen an Katzen die teilweise unter sehr schlechten Bedingungen leben. Die in der Station gesund gepflegten Katzen werden dann soweit möglich an Menschen (zur Zeit nur in England und Schweden) vermittelt um ein liebevolles Zuhause zu bekommen. Zusätzlich läuft auch noch ein Programm bei der wild lebende Katzen eingefangen und sterilisiert werden.

Finanziert wird die Station ausschließlich aus privaten Spenden und das Geld ist immer knapp da immer auch Tierarztkosten anfallen.

Wer ein paar Euro übrig hat kann gerne etwas Spenden. Ihr findet die Spendenseite auf der Homepage von Syros Cats

https://www.helpsyroscats.com

Hier noch eine Zeitrafferaufnahme der Morgenfütterung.

Ich hatte mich am Anfang gewundert, was das in Google in dem gleichen Ort zu findende “Syros Cat Cafe” ist. Von Jim erfahre ich, daß es sich um die Stelle handelt an der die Strassenkatzen des Ortes gefüttert werden (2 x täglich). Ob die Katzen vorher in Google nachsehen?

Rechts neben der Palme ist ein überdachtes Plätzchen in dem Wasser und Katzenfutter ist.

Persönlich habe ich zeitweise das Problem, daß ich kaum noch Platz für mich selbst in meinem Bett habe weil sich dort Katzen breit machen 🙂 .

Ich habe vor bis ungefähr Ende Januar hier zu bleiben und zu helfen. Daher werde ich in der nächsten Zeit keine regelmäßigen Berichte mehr schreiben.

Heute war mein erster freier Tag nach über 2 Wochen Arbeit. Zur Zeit sind wir nur noch zu dritt da Seline wieder nach Hause gefahren ist.

Ich habe heute eine kurze Tour über den Südteil der Insel gemacht und mir die “Hauptstadt” der Insel angesehen.

Ich lebe hier in einem kleinen Zimmer mit Bad. Die Außentemperatur in den letzten 2 Wochen lag bei ungefähr 18 °C. Irgendwie will da keine Vorweihnachtsstimmung aufkommen. Da ich sowieso ein Weihnachtsmuffel bin ist das aber nicht so schlimm 🙂