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Griechenland – Unterbrechung der Reise

Griechenland – Unterbrechung der Reise

Auf dem Campingplatz in Finikounda angekommen bemerke ich nach zwei Tagen das das Lenkkopflager defekt ist. Zur rechten Seite kann ich nur noch mit hohem Kraftaufwand lenken.

Ich entscheide mich dazu den ADAC zu kontaktieren da eine Weiterfahrt unter diesen Umständen nicht mehr möglich ist.

Und wieder einmal mache ich hierbei die Erfahrung das der Service des ADAC Spitzenklasse ist. Innerhalb kürzester Zeit wird der Rücktransport von mir und meinem Motorrad organisiert. Da Athen zu diesem Zeitpunkt als Risikogebiet eingestuft ist kommt eine Übernachtung dort nicht in Frage. Deshalb versucht der ADAC eine Busfahrt direkt zum Flughafen Athen für mich zu organisieren.

Leider fahren, bedingt durch den Lockdown, nicht alle Busse. Ich müßte bei einer Fahrt mit dem Bus noch 7-8 Stunden auf dem Flughafen verbringen. Obwohl ich der zuständigen ADAC-Mitarbeiterin erkläre das das kein Problem für mich ist wird vom ADAC ein Taxi organisiert das mich Nachts um 12 Uhr am Campingplatz in Finikounda abholen soll. Die Fahrtstrecke nach Athen beträgt laut Googlemaps 310 Km !!!!!

Ich habe in der Zeit auf dem Campingplatz das unheimliche Glück eine super nette und sympatische Nachbarin aus München auf dem Nachbarplatz stehen zu haben. Wir sind total auf einer Wellenlänge. Carolin baut mich, wenn ich depremiert bin, unheimlich auf.

Ich habe in den fast zwei Jahren in denen ich nun unterwegs bin immer nach Methoden gesucht um zu Meditieren beziehungsweise eine Methode zu finden mich zu beruhigen wenn es mir nicht gut geht. Carolin erzählt mir von einer Methode die sie verwendet und gibt mir die Datei.

Schon beim ersten Anhören merke ich das es bei mir funktioniert. Klasse.

Auf meiner Reise habe ich festgestellt das auch aus negativen Situationen wie Pannen oder in diesem Fall dem Abbruch der Reise meistens etwas gutes entsteht. So habe ich grade bei längeren Pannenaufenthalten an einem Ort oft nette Leute kennengelernt von denen ich viele als Freunde ansehe. Das bestärkt mich in meinem Glauben das optimistisches Denken sich positiv auf die eigene Umgebung auswirkt.

Durch den Reiseabbruch beziehungsweise den Unfall habe ich Carolin kennengelernt, durch Sie, die ich trotz der kurzen Zeit die wie uns erst kennen als gute Freundin ansehe, habe ich eine Möglichkeit zum Entspannen gefunden. Außerdem kann ich, dadurch das das Motorrad bald wieder in Deutschland ist dort ein Gutachten über die Unfallschäden machen lassen welches, bedingt durch die höheren Preise dort, um einiges höher ausfallen wird als in Griechenland.

Die letzten Tage in Griechenland verbringe ich oft am Strand und genieße das schöne Wetter.

Am Abend bevor mein Flug nach Deutschland geht wird mein Motorrad am Campingplatz abgeholt. Als es auf der Ladefläche des LKWs steht bemerke ich das das Motorrad zum Beiwagen schief steht. Das war mir vorher nicht aufgefallen. Warscheinlich hat entweder der Motorradhauptrahmen oder der Beiwagenrahmen doch bei dem Unfall etwas abbekommen.

Für mich ist jetzt klar das ich meine gute Miss Marple nicht mehr reparieren werde. Irgenwann hat man einfach keine Lust mehr. Der Punkt ist bei mir jetzt gekommen.

Ich werde mir ein anderes Gespann suchen und eventuell in der Zeit in Deutschland arbeiten um die Kosten dafür wieder rein zu bekommen.

Ich verbringe den letzten Abend auf dem Platz noch in netter Gesellschaft von Carolin und Rolf. Nachts um 12 Uhr kommt dann das Taxi und holt mich wie versprochen ab. In Google war eine Fahrzeit von über 4 Stunden für die 310 Km angegeben. Der Taxifahrer schafft es in weniger als 3 Stunden. Ein Glück habe ich kein schwaches Herz 🙂

Am Flughafen warte ich dann noch 3 Stunden bis mein Flugzeug startet.

Nach 5 Stunden Flug und anschließender Bahnfahrt nach Marburg werde ich am Bahnhof von meinem guten Freund Peter abgeholt. Es tut gut meine Freunde wiederzusehen. Das ist eigentlich das einzige was ich auf meiner Reise von Deutschland vermisst habe.

Jetzt bin ich seit 3 Tagen in Deutschland. Der Körper ist hier aber der Kopf ist immer noch auf Reise. Ich hätte nicht gedacht das es mir so schwer fällt mich hier wieder einzugewöhnen. Ich denke es wird in den nächsten Wochen besser aber ich vermisse jetzt schon das unterwegs sein.

Dies wird erst einmal für dieses Jahr mein letzter Bericht auf meiner Homepage sein.

Ich bin mir aber sicher ab nächstem Jahr geht es weiter. Es gibt noch soviel auf dieser Welt für mich zu entdecken.

Danke an alle die meine Reise bis hierhin verfolgt und mich mit Ihren Kommentaren aufgemuntert haben.

Griechenland – Peloponnes

Griechenland – Peloponnes

Eine regenreiche Woche verbringe ich zusammen mit Tilo, Navina und der kleinen Jonna in einem gemieteten Haus in der Nähe von Pylos.

Als das Wetter wieder besser wird gehts dann in Richtung Kalamata weiter. In der dortigen Hondawerkstatt lasse ich mir einen Kostenvoranschlag über die Schäden durch den Unfall am Motorrad machen. Auf dem Rückweg nach Pylos campe ich an einem einsam gelegenen Strand.

Dort erreicht mich die Nachricht das Tilo und Navina Probleme haben. Die Standheizung am Transporter ist ausgefallen. Nicht so gut bei den Nachttemperaturen um die 6 C° und einem kleinen Kind. Außerdem haben die beiden ein Nummernsschild verloren.

Ich bin am nächsten Morgen schon vor dem Sonnenaufgang wach und fahre bereits um 6 Uhr los. Um 8 bin ich mit Kaffee und Donougts bereits an der Ochsenbachbucht wo die beiden campen. Der Frühstücksservice hebt die Stimmung etwas.

Tilo vermutet das er das Nummernschild auf dem Weg an der Bucht verloren hat. Wir gehen die Strecke ab und er findet es tatsächlich in einer tiefen Pfütze.

Ich campe eine Nacht an der Bucht und fahre sehr früh in Richtung Norden weiter. Bei einem Zwischenstop treffe ich Petra, mit der ich zusammen von Bulgarien nach Griechenland gefahren bin. Tilo, Navina und auch Markus und Rebecka, ein anderes Paar das ich bereits kenne sind auch dort. Da ich bereits morgens um 8 Uhr dort eintreffe bringe ich natürlich wieder Kaffee und Süßigkeiten mit 🙂

Ich baue meine Zelt zuerst direkt in Strandnähe auf, unterschätze aber die Sturmböhen die an dem Tag wehen. Aus Angst das mein Zelt das nicht aushält baue ich nochmal ab und stelle es etwas windgeschützter auf.

Am nächsten Tag habe ich ein paar Probleme wieder auf die Strasse zu kommen.

Zum Glück ist grade ein Traktor in der Nähe. Der zieht mich ohne Probleme raus.

Ich fahre nochmal Richtung Norden in die Berge zu den Nedawasserfällen von denen mir viele der Reisenden hier vorgeschwärmt haben. Leider hatten die vergessen zu sagen das der Weg dorthin extrem steil und lang ist. Auf dem Rückweg habe ich geschnauft wie eine alte Dampflock.

Klatschnass geschwitzt komme ich wieder an meinem Motorrad an und fahre zum Elaiastrand um dort wild zu campen. Dort gibt es fließend Wasser und auch Duschkonstruktionen. Die sind allerdings mit kaltem Wasser. BRRRRRRRRR. Aber Wasserkontakt war bei mir dringend nötig.

Ich fahre nach zwei Tagen nochmal in die Berge.

Abends finde ich einen schönen Platz zum Campen direkt neben einem Fluß. Die Nacht in den Bergen ist doch sehr kalt. Morgens ist auf dem Zelt Raureif.

Ich fahre bis zur Lousiosschlucht einem kleinen Grand Canyon auf dem Peloponnes und kehre dann wieder in Richtung Süden um.

Griechenland hat viele Burgen. Das eine Strasse durch eine solche mitten durch führt habe ich bisher noch nicht gehabt.

Ich campe dann nochmal an der Ochsenbauchbucht. Thomas, ein anderer Reisender den ich hier kennen gelernt habe feiert seinen Geburtstag.

Am nächsten Nachmittag kommt dann die Polizei und lößt die Wildcampversammlung am Strand auf. Innerhalb von 1 h sind fast alle Fahrzeuge dort verschwunden. Ich entscheide mich dafür die Nacht noch dort zu bleiben und ganz früh am nächsten Morgen loszufahren.

Ich will weiter an der Küste lang in Richtung des zweiten Fingers des Peloponnes. Auf dem Weg dorthin treffe ich noch Daniela und Wolfgang, die ich aus Facebook kenne, zum Kaffee. Daniela hat sich beim Motorradfahren den Fuß gebrochen und die beiden müssen jetzt einige Wochen in Kalamata ausharren.

Ich habe mich wieder mit Tilo und Navina verabredet. Auf dem Weg zu den beiden mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Kastro Kelephas. Einer verfallenen Burg bei Karavostasi.

Wir campen direkt an der hier sehr rauen, steinigen Küste. Morgens ist der Wind relativ stark so das wir in meinem Zelt frühstücken. Ich habe anscheinend doch ein Familienzelt gekauft 🙂

Mein nächstes Ziel ist Sparta. Ich fahre noch ein kleines bisschen an der Küste lang um mir ein Schiffswrack anzusehen.

Dann fahre ich wieder über kleine Strassen in die Berge. Auf der Suche nach einem Platz zum Campen schaue ich mir grade eine geeignete Stelle an als der Bauer vorbei kommt. Ich frage direkt ob ich hier campen kann. Kein Problem. Er will mir sogar einen Raum in einem kleinen Gebäude aufschliessen in dem ich übernachten kann. Ich bleibe aber lieber im Zelt. Trotzdem sehr nett.

Der restliche Weg nach Sparta ist herrlich. Schade das ich so langsam in den Kurven fahren muss. Der Lagersitz im Hinterrad ist schon wieder ausgeschlagen und macht Probleme.

Zum Abschluss des Tages komme ich noch in ein schönes Gewitter in den Bergen und bekomme richtig gut mein Motorrad gewaschen. Daraufhin entscheide ich mich doch dafür ein Zimmer zu nehmen und nicht auf den Campingplatz zu fahren.

Die nächsten Tage soll es richtig kalt werden. Deshalb miete ich ein Appartment in Kalamata. Da ich weiss das Tilo und Navina mit ihrer defekten Heizung noch in der Nähe sind frage die 2,5 ( 🙂 ) ob sie mit ins Appartment wollen. Das hat zwei Schlafzimmer. Sie sagen zu und ich mache mich auf den Weg.

Die Hauptstrasse von Sparta nach Kalamata ist wirklich sehenswert.

Tilo und Navina wollen am 18.02. , an meinem Geburtstag, weiter. Deshalb bleiben wir bis Mitternacht auf und ich bekomme meine ersten Glückwünsche und Geschenke und am nächsten Morgen sogar ein Bild 🙂

Zum Abschied werden noch Fotos gemacht.

Da inzwischen das Paket mit meiner Hinterradnabe auf dem Weg nach Griechenland ist fahre ich in Richtung des als Lieferadresse angegebenen Campingplatzes in Finikunda. Noch einmal Wildcampen mitten in den Bergen.

Im Moment bin ich auf dem besagten Campingplatz und warte auf das Paket.

In den letzten Wochen habe ich mich zu einer Entscheidung durchgerungen. Ich sehe in diesem Jahr keine Perspektive für meine weitere Reise in Richtung Osten. Außerdem fällt mir mein Motorrad langsam unter meinem Hintern zusammen. Seit der Reparatur des Zylinderkopfes verbraucht der Motor erheblich mehr Öl und das Heck verbiegt sich immer mehr (vermutlich der Rahmen gebrochen).

Ich habe mich dazu entschieden die Reise für dieses Jahr zu unterbrechen und nach Deutschland zurück zu kehren. Dort werde ich mir ein anderes Gespann suchen und warscheinlich auch für ein paar Monate eine Arbeit suchen um das Gespann zu finanzieren.

Griechenland – irgendwie bin ich vom Pech verfolgt

Griechenland – irgendwie bin ich vom Pech verfolgt

Das für den 28.12.2020 von DHL angekündigte Expresspaket mit der Ersatzschwinge für das Hinterrad kommt natürlich nicht an dem genannten Termin an. Keiner scheint bei DHL zu wissen wann eine Auslieferung stattfinden soll. Das Paket ist immerhin am 23.12. in Athen eingetroffen. Es heisst also warten und hoffen.

Ich mache in der Zeit einige Spaziergänge am Strand lang. Dadurch das zumindest bis Anfang Januar noch einige andere Reisende auf dem Campingplatz sind ist es auch nicht so langweilig.

Petra, mit der ich zusammen von Bulgarien nach Griechenland gefahren bin , ist auch noch auf dem Platz. Sie erklärt sich dazu bereit mir die Haare zu schneiden. Irgendwie bekomme ich bei jedem Haarschnitt ein längeres Gesicht. Wo bloß die Haare hin sind?

Das DHL-Paket kommt dann endlich am 13.01.21 an. Ganze 3 Wochen nach dem Versand. Einen Tag vorher hat sich dann, nach mehreren Emails von mir, auch endlich einmal DHL gemeldet. Bei drei Wochen Paketlaufzeit gehen anscheinend auch DHL die Argumente aus. Mir wird der komplette Paketpreis erstattet.

Am nächsten Tag mache ich mich gleich an die Reparatur.

In dem Paket das bereits vor Weihnachten angekommen ist war auch mein neues Zelt. Bisher hatte ich irgendwie noch keine Lust es einmal testweise aufzubauen. Das hole ich jetzt nach. Irgenwie habe ich mich beim Kauf mit den Dimensionen des Zeltes vertan. Wenn der Eingang etwas breiter wäre könnte ich sogar mein Gespann darin parken 🙂

Zusammen mit Andreas, einem schwedischen Radfahrer, der bereits seit 15 Jahren unterwegs ist, feiere ich am meinem letzten Abend auf dem Campingplatz dann die Reparatur des Motorrades.

Da das Wetter in den nächsten Tagen schlecht und die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt gehen sollen miete ich mich für die nächsten Tage in einem Hotel ein. Auf dem Weg dorthin fahre ich noch etwas durch die Berge. Endlich wieder mit Miss Marple auf der Strasse zu sein macht Spass.

Am nächsten Tag macht mich der Hotelbesitzer darauf aufmerksam das das Beiwagenrad platt ist. Ich hangel mich im Moment von Panne zu Panne. Der Hotelbesitzer ruft sofort jemanden an und signalisiert mir, dass gleich jemand vorbei kommt um zu helfen. Nach 15 Minuten taucht ein Rollerfahrer mit einem Druckbehälter unter dem Arm auf und pumpt den Reifen auf. Ich folge ihm und stelle fest das er von einem Reifenservice der nur 200 m entfernt ist kam. Innerhalb von 10 Minuten ist mein Reifen geflickt und wieder eingebaut.

Nach vier Tagen im warmen Hotelzimmer fahre ich weiter in Richtung Pylos. Dort haben Tilo und Navina, ein deutsches Paar das ich auf dem letzten Campingplatz kennen gelernt habe, ein Häuschen mit einem zweiten Schlafzimmer gemietet. Hier kann ich die nächsten Tage unterkommen.

In Pylos dann erwischt es mich richtig. aus einer Seitenstraße heraus nimmt mir ein Kleinwagen die Vorfahrt und schiebt mich und das Motorrad mit Schwung zur Seite. Im ersten Moment stehe ich so unter Schock das ich nicht kappiere was passiert ist. Als ich absteige sehe ich die große Beule im Tank, ungefähr 10 cm vor der Stelle wo mein Knie war. Dort ist die Motorhaube des Autos eingeschlagen. Ich hatte also Glück im Unglück. Mein Knie hätte das garantiert nicht ausgehalten.

Der Unfallverursacher ruft die Polizei hinzu um den Unfall aufzunehmen.

Danach soll jemand von der Versicherung des Autofahrers vorbeikommen. In einer Stunde will jemand vorbeikommen. Die Frau des Fahrers sagt mir dann lächelnd das die Stunde in griechischer Zeit zu verstehen ist. OK, das kann dann dauern.

In der Wartezeit sehe ich mir den Schaden am Motorrad genauer an. Der Hilfsrahmen um den Motor, an dem der Seitenwagen aufgehängt ist, ist auf der rechten Seite bis an den Kühler herangedrückt. Der Alutank hat hat eine große Beule, scheint aber noch dicht zu sein und der Schalthebel ist nach vorne verbogen.

Nach fast 3 Stunden taucht dann endlich jemand von der gegnerischen Versicherung auf. Es handelt sich hierbei allerdings um den Fahrer eines Abschleppwagens der ein paar Bilder macht und den Unfall nochmal aufnimmt. Mir wird gesagt das die Versicherung sich in den nächsten Tagen bei mir melden wird.

Insgesamt scheint Miss Marple aber fahrtauglich zu sein. Nur mit dem Schaltheben habe ich Probleme zu schalten da er am Motorgehäuse schabt. In wie weit der Rahmen verzogen ist wird sich in den nächsten Tagen bei Testfahrten herausstellen.

Trotz dem Schaden am Motorrad kann ich wirklich froh sein das mir gar nichts passiert ist. Ich habe noch nicht einmal einen blauen Fleck abbekommen.

Im nachhinein habe ich festgestellt, dass ich gar nicht bis nach Pylos hätte fahren müssen. Das Häuschen war 7 Km vor der Stadt. Ich hatte mich mit der Adresse vertan. Der Unfall hätte also gar nicht passieren müssen 🙁

Mal sehen wie es weitergeht.

Griechenland – Das Winterquartier im Lockdown

Griechenland – Das Winterquartier im Lockdown

Ende November machen Petra und ich uns auf den Weg nach Griechenland.

Da Plowdiv direkt auf unserem Weg liegt beschließen wir uns die Stadt anzuschauen. Bisher sind mir die Gewichtsbegrenzungen an Brücken und Strassen nichts so aufgefallen aber da Petras LKW ein Gewicht von 21 Tonnen hat kann sie manche Stecken nicht fahren. Auf dem Weg in die Stadt übersieht sie einfach das 12 Tonnenschild und wir finden einen abgelegenen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt.

Wir bleiben 2 Tage dort an denen Petra erheblich mehr Energie zeigt als ich. Nach dem ersten Tag habe ich Muskelkater. Da Petra behauptet das wir gar nicht so weit gegangen sind schalte ich am zweiten Tag meinen Tracker ein. Irgendwie habe ich das Gefühl das Petra alle aufwärts führenden Treppen der Stadt findet 🙂 . Am Ende zeigt mein Tracker an das wir 13 Km gelaufen sind. Für mich Weichei eine beachtliche Leistung.

Es hat sich aber gelohnt. Plowdiv ist auf jeden Fall sehenswert.

Am 30.11. kommen wir in Sandanski, in der Nähe der griechischen Grenze, an. Dort wollen wir unseren für den Grenzübertritt benötigten PCR-Test machen lassen. Da die Temperaturen Nachts um den Gefrierpunkt liegen darf ich mit meiner Isomatte in Petras beheiztem LKW schlafen.

Der Test liegt dann am 2.12. vor und wir fahren zur Grenze weiter.

Petra reiht sich in die LKW-Schlange ein, ich in die der Autos. Nachdem ich dem Zöllner meine Papiere gegeben habe behauptet dieser, daß eine Einreise aus touristischen Gründen nach Griechenland wegen des Lockdowns zur Zeit nicht möglich sei. Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß auf der Seite der griechischen Regierung etwas anderes steht. Nach einigem hin und her schleppt er mich zu seinem Vorgesetzten und die Diskussion geht weiter. Nachdem ich klargemacht habe das ich auf jeden Fall einreisen will werde ich nach der Reservierung für das Hotel oder die Pension gefragt zu der ich fahren will. Ich teile den beiden mit, daß ich keine Reservierung habe da in Bulgarien bereits Schnee liegt und ich nicht sagen konnte wie lange ich mit dem Motorrad brauche um an den Peloponnes zu gelangen. Ich werde noch darauf aufmerksam gemacht das die Polizei, wenn sie mich anhalten sollte, mir ein Bußgeld aufbrummen wird da das reisen zur Zeit in GRiechenland nicht erlaubt sei. Dann werde ich zu dem Häuschen in dem der Corona- Schnelltest durchgeführt geleitet.

Petra ist inzwischen, ohne irgendwelche Diskussionen oder einen Schnelltest über die Grenze gekommen und wartet auf mich. Nach 20 min habe ich dann das negative Ergebniss und kann auch weiter fahren.

Da es mir zu kalt für das fahren auf kleinen Strassen durch die Berge ist fahre ich zusammen mit Petra die komplette Strecke Autobahn. An dem Raubbürgertum Griechenlands in Sachen Autobahngebühr sollte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden 🙂

Nach zwei Tagen kommen wir auf dem Campingplatz im Nordwesten des Peloponnes an.

Bedingt durch den derzeitigen Lockdown sind auf dem Campingplatz viele Reisende die abwarten wie es hier weitergeht. Ich komme schnell in Kontakt und wir haben einige gesellige Abende zusammen. Einige Strandspaziergänge gehören auch zu meinem Tagesablauf. Bei strahlendem Sonnenschein und um die 18 °C lässt es sich aushalten.

Endlich habe ich auch Zeit das Loch in der Isomatte, dass mich seit Montenegro dazu zwingt die Matte in der Nacht neu aufzublasen, zu suchen und zu flicken.

Nach zwei Wochen auf dem Platz werde ich wieder einmal unruhig. Nach einer Woche Dauerregen beschließe ich weiter nach Süden und auf dem Weg dorthin etwas kreuz und quer durch die Berge zu fahren. Ich gehe einfach davon aus, daß die Polizei auf den kleinen Strassen nicht so präsent ist.

Am ersten Abend finde ich einen herrlichen Zeltplatz auf einer Bergkuppe mitten in den Bergen.

Am zweiten Tag fahre ich weiter durch die Berge und genieße das Gefühl endlich wieder unterwegs zu sein.

Da Olympia auf meinem Weg liegt halte ich dort an. Leider sind durch den Lockdown alle Museen und historischen Plätze geschlossen und ich komme nicht rein.

Kurz darauf, in einer Kurve auf einer kleinen Strasse, gibt es einen Schlag und in Richtung Hinterrad eine starke geräuschentwicklung. Beim Nachschauen stelle ich fest das die Hinterradschwinge nicht richtig fest ist. In der Hoffnung das nur das Schwingenlager defekt ist versuche ich mit der Einstellschraube etwas mehr Druck auf die Lager zu bringen. Das bringt aber keinen Effekt. Sobald ich nur leicht in eine Kurve fahre kommt es zu starken Geräuschen. Ich vermute das die Antriebswelle aufgrund der losen Schwinge im Kardantunnel schabt.

Zurück zum Campingplatz sind es 65 Km. Für die Strecke brauche ich in ganz vorsichtiger Fahrweise 2 h.

Am nächsten Tag zerlege ich das Motorrad und muss feststellen das nicht das Lager defekt ist sondern der Bolzen der im Lager steckt von der Schwinge abgebrochen ist. Klasse. An der Stelle schweissen ist mir zu heikel da die beiden Lagerbolzen genau zueinander laufen müssen. Es ist also wieder einmal ein Ersatzteil fällig.

Wie immer bisher ist auf Ralf verlass. Er hat eine Schwinge im Lager und schickt sie mir super schnell zu. Ich habe extra, trotz der hohen Kosten von 200 € das Paket per Express versenden lassen da es mir um die Weihnachtszeit zu heikel war mit dem normalen Paketversand. Auf 4 Wochen Wartezeit habe ich wirklich keine Lust.

Voraussichtlich morgen soll das Paket ankommen und ich kann das Motorrad wieder fahrbereit machen.

Böse Zungen behaupten inzwischen das, wenn ich irgenwann mal zurückkommen sollte, das Motorrad durch die Vielzahl der inzwischen ausgetauschen Teile ein komplett andere Bike wäre. Tja, so ganz unrecht haben sie nicht 🙂

Bulgarien – Wieder einmal

Bulgarien – Wieder einmal

Nach einem kleinen Umweg durch die Ausläufer des Rilagebirges südlich von Sofia fahre ich wieder einmal ins Motocamp Bulgarien. Mein Paket mit dem Ersatzzylinderkopf dürfte bald dort ankommen. Der Spanngurt hat zwar als provisorische Halterung des Zylinderkopfdeckels gut gehalten, ich will aber doch langsam die Reparatur in Angriff nehmen.

Im Motocamp ist bedingt durch die Coronazeit nicht viel los. Nur ab und zu lässt sich in diesem Jahr hier ein Biker antreffen.

Mein Paket kommt ein paar Tage nach meiner Ankunft an und ich fange wieder einmal an das Motorrad auseinander zu schrauben.

Ich fahre zwar schon seit 25 Jahren CX500, diese Reparatur habe ich aber noch nie gemacht. Entsprechend nervös bin ich beim demontieren. Der Zylinderkopf wehrt sich auch sehr als ich ihn abbauen will. Dies gelingt mir dann unter tatkräftiger Hilfe von Peter, einem Iren der zur Zeit mit seiner Frau hier ist. Vermutlich ist dies das erste Mal in dem 40 jährigen Leben meiner CX das das Teil demontiert wird.

Da ich keine vernünftigen Dichtungsschaber mit habe brauche ich volle 6 Stunden bis die Dichtungsreste vorsichtig entfernt sind.

Leider hängt einer der Fixierungsbolzen der Kipphebelhalter im alten Zylinderkopf fest und will sich nicht entfernen lassen.

Gut das Phil, einer der Engländer die hier im Ort wohnen, eine gut eingerichtete mechanische Werkstatt hat und mir mal schnell so einen Bolzen anfertigt. Wieder einmal Glück gehabt.

Bei dem ersten Zusammenbau vergesse ich dann einen kleinen O-Ring den ich mir eigentlich schon extra zurecht gelegt hatte damit ich Ihn nicht vergesse. Also alles nochmal abschrauben und reinigen und die zweite Zylinderkopfdichtung aus dem Set einbauen.

Bei dem ersten Testlauf kommt dann etwas Kühlwasser aus der Zylinderkopfdichtung. So ein Mist. Jetzt habe ich keine weitere mehr als Ersatzteil. Ich bin zuerst etwas verzweifelt. Ralf, mein ständig hilfreicher Geist aus dem CX Forum gibt mir dann den Tip die Kopfschrauben noch einmal etwas zu lösen und mit mehr Kraft anzuziehen und siehe da es ist dicht. Danke Ralf. Du bist mein Retter.

Die erste Testfahrt sieht, abgesehen von einem kurzzeitig hängenden Schwimmer im linken Vergaser und daraus resultierenden Benzinverteilen auf die Strasse gut aus. Alles bleibt dicht.

Am nächsten Tag mache ich eine längere Testfahrt. Zuerst geht es nochmal zum Monument am Schipkapass. Da ist es Anfang November schon etwas kühl (das mag daran liegen das es sich auf 1500 m Höhe befindet) und die Wolken hängen tief. Es ist kaum etwas zu sehen.

Da ich keine Lust habe die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren beschliesse ich eine kleine Nebenstrasse parallel zum Schipkapass auszuprobieren. Die fängt eigentlich noch mit einer gut befahrbaren Strasse an. Als die Strasse dann einspurig und mit Schlaglöchern durchsetzt wird fahre ich trotzdem weiter. Eigentlich müßte ich doch inzwischen schlauer sein. Naja, bin halt ein Mann 🙂 .

Nach einem kleinen Dorf in der Mitte im Nirgendwo, in dem ich schon im ersten Gang Schlaglochslalom fahre kommt eine Matschstrecke die mich und das Gespann wirklich an die Grenzen bringt. Teilweise mit Vollgas und querstehend eiere ich 4-5 Km weiter. Immerhin kamen mir auf den letzten 10 Km 2 Autos entgegen. Es hätte mir zu denken geben sollen das es sich bei diesen um alte geländegängige Transporter noch aus russischer Produktion handelte.

Fotos von der Matschstrecke konnte ich nicht machen da ich dann vermutlich stecken geblieben wäre.

Nach einiger Zeit komme ich dann an eine schmale verwitterte Holzbrücke. Da muss ich drüber.

Die Alternative ist eine Bachdurchquerung die parallel zur Strasse verläuft.

Dann doch lieber die Brücke. Noch schnell eine kleinen Stamm in ein 20 cm Loch gelegt und auf gehts. Ich komme heil auf der anderen Seite an.

Auf den nächsten 5 Km muss ich dann insgesammt 5 mal durch einen Bach fahren. Das kostet mit dem Strassengespann doch etwas Überwindung aber den Matschweg fahre ich nicht mehr zurück.

Aber das beste kommt zum Schluss. Plötzlich führt die Strasse durch eine Unterführung einer Bahntrasse durch die auch der Bach fließt. Ich kann sehen das der Wasserstand am Ende tiefer ist, aber nicht wie tief. Also Augen zu und durch. Ich weiss jetzt das meine gute CX auch Wasserstände von 20 cm meistern kann auch wenn das Wasser durch den Schwung über den Beiwagen gedrückt wird. Ein guter Test für meine Fahrt Richtung Osten im nächsten Jahr.

Nach weiteren 10 Km halbwegs befahrbarem Waldweg (die Strasse ist in Google als Landesstrasse mit Nummer eingetragen) komme ich dann endlich wieder auf eine Teerstrasse. Gott sei Dank. Geschafft.

Als ich Abends dann ein paar Bilder der Tour auf Facebook stelle schreibt mir Linda, die Frau von Phil, das die Strasse eine ihrer liebsten Offroadstrecken in der Gegend ist. Aha. Wozu brauch ich ne Enduro wenn mein Gespann das auch kann 🙂

So langsam wird es kalt in Bulgarien. Die Zimmer im Motocamp sind zwar mit einer Elektroheizung ausgestattet aber durch die Tür zieht es und der Boden ist kalt. Deshalb suche ich mir ein Zimmer in der nahegelegenen Stadt Veliko. Ich checke dort im Hostel Mostel ein. Das kann ich wirklich nur empfehlen. Zu meiner Überraschungs sind sogar immer irgendwelche Reisenden hier.

Ich will bis Ende November abwarten ob der Lockdown in Griechenland verlängert wird und mich dann entscheiden ob ich nach Griechenland fahre oder den Winter in Bulgarien verbringe. Da Griechenland um einiges wärmer ist wäre mir diese Option lieber.

Ein paar Tage später bekomme ich dann eine Nachricht über Facebook von Petra, einer Deutschen, die mit einem alten, komplett ausgebauten Armeetruck. im Moment in Sofia ist . Sie fragt ob wir uns mal treffen wollen.

Ich sage zu und sie ist am nächsten Tag in der Nähe des Hostels. Wir verstehen uns auf Anhieb gut. Es tut mir außerdem gut auch mal wieder deutsch zu reden und nicht immer nach den Worten im englischen suchen zu müssen. Petra hat auch vor nach Griechenland zu fahren.

Wir machen in den nächsten Tagen das Städtchen unsicher. So viele Kilometer bin ich nicht in den letzten Monaten zusammen gelaufen wie wir jetzt an ein paar Tagen machen 🙂 .

Wir besichtigen die Burg und die Altstadt zusammen, gehen einige Male zusammen essen und Einkaufen. Irgendwie finden wir keine Ende mit dem Reden. Mit Petra kann man herrlich quatschen und sie kommt auch mit meinem manchmal komischen Humor klar.

Unter anderem besuchen wir auch das Museeum der Illusionen. Das war wirklich interessant und witzig.

Da waren schon, wie man auf den Bildern sehen kann witzige Dinge dabei.

Wer beim nächsten Bild glaubt das es sich um eine Spirale handelt sollte den Linien mal genauer folgen 🙂

Inzwischen ist die Nachricht, das der Lockdown in Griechenland verlängert wird bei uns angekommen. Petra will auf jeden Fall nach Griechenland weil es da wärmer ist, ich bin noch am zweifeln bis die Nachricht eintrifft, daß in Bulgarien am nächsten Wochenende ebenfalls die Bars und Restaurants schließen müssen. Ich entscheide mich mit Petra zusammen in Richtung Pelopones zu fahren.

Gestern war ich 1,5 Jahre unterwegs. Wie die Zeit vergeht. Wenn in diesem Jahr nicht alles so verrückt gewesen wäre hätte es mir zwar mehr Spass gemacht zu reisen, ich bin aber immer noch fest entschlossen weiter zu machen. Nach Deutschland zieht mich irgendwie nichts.

Serbien / Kosovo

Serbien / Kosovo

In Facebook habe ich durch Zufall das neue Motocamp Serbien gefunden. Meine bisherigen Erfahrungen mit den Motocamps (Pensionen nur für Motorradfahrer) in Rumänien und Bulgarien waren sehr gut. Deshalb will ich mir dieses Motocamp auch ansehen.

Ich hatte sowieso vor an der serbischen Grenze zu Bosnien in Richtung Norden zu fahren und das Motocamp liegt dabei auf dem Weg.

Bedingt durch das in diesem Jahr herschende Coronachaos sind in diesem Jahr ja sehr wenige Reisende unterwegs. Serbien steht außerdem bereits seit längerem in vielen Ländern auf der „roten Liste“. Es wäre also sinnvoll vorher anzufragen ob das Camp überhaupt geöffnet hat. Das mache ich natürlich nicht, sondern fahre einfach hin.

Das Motocamp hat natürlich geschlossen aber Dimitria die griechische Besitzerin läßt mich trotzdem dort übernachten. Ich werde super nett mit einem Raki empfangen.

Sie führt das Motocamp zusammen mit Ihrem Mann und einem Freund. Morgens bekomme ich jeden Tag ein super Frühstück und wir reden viel. Genauso wie in den anderen Motocamps stellt sich für mich ein kleines bisschen ein Gefühl von Zuhause ein. Ich fühle mich wohl hier.

Nach drei Tagen Erholung fahre ich weiter in Richtung Kosovo. Kurz vor der Grenze zum Kosovo gibt dann die Motorradbatterie komplett auf. Bei jeder Pause muss ich mit dem Starterkabel von der Beiwagenbatterie aus starten. In der nächsten größeren Stadt Novi Pazar finde ich dann nach langem Suchen und durchfragen endlich einen Shop der Motorradbatterien hat. Leider muß ich dann feststellen das in Serbien die Batteriepole seitenverkehrt angeordnet sind und die Kabel am Motorrad nicht lang genug sind.

Das ist aber auch hier in Serbien, genauso wie im gesamten Balkan, kein Problem. Der Ladenbesitzer winkt einfach den Elektriker von gegenüber zu uns und der macht schnell eine provisorische Kabelverlängerung. Geld will er dafür nicht haben. Klasse, In der Zeit in der er das macht unterhalte ich mich mit zwei älteren Herren die, dadurch das sie in Deutschland gearbeitet haben, etwas deutsch sprechen.

Die Batterie und die Kleinteile kosten mich dann 40 € und ich kann weiterfahren. Die Konstruktion sieht zwar sehr provisorisch aus, funktioniert aber einwandfrei,

Nach zwei Tagen Schlechtwetterpause in einem günstigen Hotel kurz vor der Grenze stehe ich dann an der Grenze zum Kosovo. Der Zöllner auf der Kosovoseite fragt mich nach einem Coronatest. Ich bin etwas überrascht und sage ihm das ich, laut dem deutschen auswärtigen Amt, keinen benötige. Nach einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten gibt er mir Recht.

Da meine deutsche Fahrzeugversicherung nicht für den Kosovo gilt muß ich dann noch eine Versicherung abschließen. Für den Transit von Albanien nach Montenegro vor 2 Monaten habe ich dafür 6 € bezahlt. Jetzt will ich ungefähr 10 Tage bleiben. Auf der Versicherungsbestätigung die mir am Schalter ausgehändigt wird steht ein Preis von 13 €. Bezahlen muß ich diesmal aber nichts. Die FRau am Schalter teilt mir mit das die ersten 4 Wochen für Motorräder kostenfrei sind. Das sollten die Ihren Kollegen an der albanischen Grenze vielleicht mal mitteilen 🙂

Mein erster Stop im Kosovo ist in der Stadt Peja kurz vor der albanischen Grenze. Hier checke ich für drei Tage in dem „Sky Hostel“ ein und treffe doch tatsächlich endlich mal andere Reisende mit denen ich ein bisschen reden kann. Ein schweizer und ein französischer Motorradfahrer haben ebenfalls dort eingecheckt.

Ich erkunde dann die Stadt ein bisschen.

Peja hat zwar in meinen Augen nicht so viele Attraktionen zu bieten aber es macht trotzdem Spass durch die Stadt zu schlendern.

Mein Eindruck vom Kosovo war von Anfang an positiv. Das einzige was ich über dieses kleine Land wußte war, dass es hier in den 90er Jahren einen Krieg gegeben hat. Die Menschen hier sind sehr freundlich und kommen auch zum Gespräch auf einen zu. Manche können auch ein paar Brocken deutsch sprechen. Die Preise für Lebensmittel und in den Restaurants sind super günstig.

Mein nächstes Ziel ist die südöstlich von Peja gelegene Stadt Prizren.

Dort checke ich im „Ura Hostel“ ein. Bis zum Abend kommen dann auch die zwei anderen Motorradfahrer die ich bereits in Peja kennengelernt habe im gleichen Hostel an. Die Welt ist klein 🙂

Abends machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu der in der Nähe gelegenen Burg um den Ausblick über die Stadt zu genießen.

Danach gehen wir gemeinsam mit einem Amerikaner der ebenfalls in dem Hostel wohnt etwas essen. Moktar, der französische Biker mit marokanischen Wurzeln erzählt mir einiges über den muslimischen Glauben. Sehr interessant.

Am nächsten Tag besichtige ich die Stadt. Anders als Peja finde ich Prizren sehr interessant. Diese Stadt hat Ihren eigenen Flair.

Nach drei Tagen fahre ich weiter in Richtung der Hauptstadt Pristina. Bisher waren die Strassen und Landschaften im Kosovo für mich nicht so bemerkenswert. Im östlichen Teil den Kosovo bekomme ich dann aber doch noch etwas Fahrspass.

Eigentlich wollte ich in Pristina wieder in einem Hostel einchecken. Die beiden Hostels die ich dort finde machen aber auf mich keinen guten Eindruck und liegen ausserdem beide im 4. Stock (ohne Aufzug). Auf der Suche nach einem günstigen Hotel komme ich dann direkt in den Wochenend-Feierabendverkehr. Klasse. Das macht wirklich Spass hier. Ich brauche über eine Stunde um aus dem Stadtzentrum wieder heraus zu kommen. Am Stadtrand finde ich dann ein Hotel.

Nach 2 Tagen Regen gebe ich den Plan auf mir die Stadt noch einmal anzusehen und fahre in Richtung Serbien weiter.

In der Pension in der ich als nächstes übernachte bekomme ich dann zum Frühstück (!!!) eine kleine Flasche Raki geschenkt. Das nehme ich natürlich an 🙂

Mein nächstes Ziel ist das Motocamp Bulgarien. Das Paket mit dem Ersatzzylinderkopf ist inzwischen dorthin auf dem Weg. Zwei Tage fahre ich noch in der Nähe der rumänischen Grenze durch schöne bergige Landschaften.

Kurz vor der Grenze mache ich in Negotin im „Basecamp for Adventurers“ halt. Einem sehr gemütlichen Ort mit nettem Besitzer.

An der rumänischen Grenze, an einem kleinen Grenzübergang, muss ich dann 30 Minuten warten bis der serbische Zöllner meine Daten aufgenommen hat. Entweder hatte er dort keinen Computer oder der war ausgefallen.

Ich fahre an der Donau entlang direkt zum nächsten Grenzübergang in Bulgarien. Der liegt nahe der Stadt Widin. Da sieht man was für ein Blödsinn die ganzen diesjährigen Coronamassnahmen sind. Durch den kurzen Umweg über Rumänien darf ich ohne Probleme nach Bulgarien einreisen. Eine direkte Einreise von Serbien aus ist aber nur mit negativem Test möglich.