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Griechenland – Was für ein schönes Land

Griechenland – Was für ein schönes Land

Am nächsten Tag mache ich mich auf die Felsenklöster von Meteora zu besichtigen. Bereits beim Austieg zum ersten Kloster über eine sehr steile Treppe schnaufe ich wie eine Dampflock.

Bis oben muß ich 3 x Rast einlegen. Offensichtlich bin ich keine 20 mehr und meine Kondition läßt sehr zu wünschen übrig. Oben angekommen ist der Ausblick überwältigend.

Das Kloster an sich ist, bedingt dadurch das es auf einem nur recht schmalen Felsen steht relativ klein aber interessant. Früher gab es die Treppen zu den Klöstern noch nicht und alles wurde mittels einer Winde auf den Felsen gezogen. Sicher, aber mühsehlig.

Insgesamt ist die Landschaft in der Nähe der Klöster atemberaubend. Irgendwie will man am liebsten alle paar Meter anhalten und den Ausblick genießen.

Der Aufstieg zum zweiten Kloster geht etwas besser. Ich brauche nur 2 x eine Rast einzulegen.

Ich hatte mir vorgenommen mindestens drei der Klöster zu besichtigen. Leider hatte das größte an diesem Tag geschlossen. Ich habe es mir nur von außen angesehen. Danach hatte ich irgendwie keine Lust mehr. Meiner Meinung nach sehen die Klöster sowieso von außen interessanter aus als von innen.

Nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz mache ich mich dann auf den Weg in Richtung Olymp, dem “Sitz der Götter”.

Ich suche mir bei der Routenplanung meistens die ganz kleinen Straßen aus. Da erlebt man zwar manchmal Überraschungen (siehe unten) aber es herscht wenig Verkehr.

Immerhin ist dieser Teilabschnitt der Straße sichtbar gesperrt. Es führte dann ein ziemlich schlechter Feldweg in weitem Bogen drum herum.

Irgendwie ist es manchmal witzig und läßt einen Deutschen auch oft mit dem Kopf schütteln wie hier und auch in den anderen von mir bereisten Ländern auf Gefahren in oder an der Fahrbahn aufmerksam gemacht wird.

In der Ukraine steckten in den sehr tiefen Löchern meist irgendwelche Äste und guckten über den Fahrbahnrand hinaus damit man sieht das man dort nicht lang fahren sollte. In Rumänien, Bulgarien und noch mehr in Griechenland wird sich mit allem beholfen was man grade finden kann. Sehr oft ist grade bei den schmalen Passstrassen ein Teil am Rand abgerutscht oder stark abgesenkt.

Dort wird dann mit Steinen, Kartons, Ästen und manchmal sogar mit einem Warnkegel davor gewarnt dort durchzufahren. Ich hatte es schon, daß die gesamte rechte Fahrbahnseite an einer Stelle um einen halben Meter abgesenkt war, kurz hinter einer Kurve. Dort stand dann an jeder Seite ein Karton und mehrere Steine. Nachts ist das nicht so effektiv denke ich.

In Deutschland würde die Straße komplett gesperrt. Ich mußte, als ich durch die vielen Schlaglöcher in der Ukraine gehoppelt bin sehr lachen als ich in der Tagesschau-App lesen mußte das in Deutschland eine komplette Straße wegen eines großen Schlaglochs gesperrt wurde.

Solange man in Griechenland durch bergige Regionen fährt, und die gibt es hier oft :-), kann man ziemlich sicher sein das man fast ausnahmslos sehr kurvige Strecken erwischt. Ehrlich gesagt hatte ich das von Griechenland nicht so erwartet. Die Ausblicke sind meistens klasse.

Da ich auf der Reise festgestellt habe, daß ich dazu neige mein mir selbst festgesetztes Tagesbudget gerne zu überreizen, campe ich inzwischen mehr wild. Am Anfang war das alleine Campen mitten in der Pampa für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Man hört in der stockdusteren Nacht Dinge die man vorher nicht wahrgenommen hat und der Kopf schaltet dann gleich auf Alarm. Das vergeht aber mit der Zeit. Das einzige mal das ich wirklich einen tierischen Schreck bekommen habe war in Bulgarien als mir in einen fast lichtlosen Nacht eine Eule nur knapp 2 Meter über meinem Kopf Hallo gesagt hat.

Meistens brauche ich etwas länger um einen geeigneten Platz zum Campen zu finden. Mein Zelt ist zu groß um es nur hinter zwei Büschen verstecken zu können und ich möchte nicht von allen gesehen werden. Außerdem habe ich das Problem, daß ich mit dem Gespann nicht an alle geeigneten Stellen heranfahren kann ( zu matschig, zu schmal, zu steil …).

Die Gegend rund um den Olymp ist wirklich sehenswert. Teilweise bin ich absichtlich Strassen gefahren von denen ich wußte, daß sie Sackgassen sind. Dementsprechend habe ich auch viele Bilder dort gemacht.

In den Bergen gibt es viele Plätze mit Bergquellen. Inzwischen bin ich dazu übergegangen nicht mehr jeden Tag Wasserflaschen zu kaufen und dadurch immer ein unnützes Müllaufkommen zu schaffen sondern fülle mein Wasser an diesen Quellen auf.

Vom Olymp aus bin ich dann erst Richtung Westen, um die dortigen Berge zu erkunden, gefahren.

Manchmal glaube ich dem Navi allerdings nicht so ganz. In diesem Fall müßte mein Motorrad eher eine Bergziege sein um den angeblichen Weg zu meistern.

Die schönsten Strecken findet man meistens nur durch Zufall. In diesem Fall habe ich von einer Passstrasse aus gesehen, daß auf der anderen Seite des Tals eine sehr kurvige Strecke langführt. Laut Googlemaps eine Sackgasse aber der Umweg hat sich gelohnt.

Auf ca. 1500 m Höhe versperrt dann ein Militärposten mit Schlagbaum den weg. Kaum habe ich das Motorrad abgestellt höre ich von unten andere Motorräder ankommen. Die ersten seit einigen Tagen die ich sehe. Es sind 3 griechische, sehr nette Biker mit denen ich dann schnell ins Gespräch komme. Die obligatorischen Fotos müssen natürlich auch gemacht werden.

Beim Wildcampen ist mein Tagesablauf anders als auf dem Campingplatz. Ich gehe meist früh ins Bett und wache entsprechend früh auf. Manchmal noch vor Sonnenaufgang.

Fast ausnahmslos Kurven zu fahren zeigt sich auch schnell am Hinterreifen.

In einem Bogen fahre ich wieder zurück in Richtung Osten und Mittelmeer. Ich will mir die Halbinsel am Pagasitischen Golf mal genauer ansehen. Auf dem Weg dorthin mache nochmal fleißig Bilder.

Die Halbinsel ist ein Traum. Hohe Berge, klasse Strassen, super Aussichten. Teilweise führen die schmalen Straßen durch Bergdörfer.

In Griechenland stehen gefühlt auf der Hälfte der Fläche Olivenbäume. Normalerweise ein ganz netter Anblick wie dieses knorrige Exemplar.

Das Problem für mich ist nur, daß gerade die Olivenernte in vollem Gang ist und mir somit alle Plätze an denen die Bäume stehen nicht zum Wild Campen zur Verfügung stehen da bereits nach Sonnenaufgang jede Menge Leute in den Olivenhainen herum springen.

Ich habe mir für die nächste Nacht ein günstiges Hotel an der Westküste der Halbinsel gebucht. Als ich meinen Hinterreifen genauer ansehe buche ich einen Tag länger um den Reifen zu wechseln. Auf dem Stahlgewebe fährt sich irgendwie nicht so gut.

Das Hotel steht 50 m vom Meer entfernt. Abends bewundere ich einen super Sonnenuntergang.

Die Natur scheint hier, bedingt durch die immer noch herrschenden 20 °C etwas durcheinander geraten zu sein. Neben dem Mandarienbaum vor meinem Fenster steht ein anderer Baum in voller Blüte und Bienen summen wie verrückt darin herum. Und das Ende November.

Ich beschließe am nächsten Tag, daß ich keine Lust habe den Reifen selbst zu wechseln und fahre ins 25 Km entfernte Volos wo ich einen Reifenhandel mit sehr netten und hilfsbereiten Leuten finde. Der Reifen ist schnell aufgezogen. Ich entschließe mich dazu jetzt doch die hintere Radnabe auszutauschen die ich schon seit Bulgarien mit mir rumschleppe. Der Radlagersitz war bereits dort schon etwas ausgeschlagen und die Gelegenheit ist günstig. Die Leute der Werkstatt stehen mir dabei tatkräftig zur Seite. Zum Schluss noch ein Abschiedsbild und dann gehts wieder ins Hotel.

Mit neuem Reifen macht das Fahren dann doch wieder mehr Spass. Das interessante für mich an dieser Halbinsel ist das Meer und hohe Berge sehr dicht zusammen liegen. Beim Fahren bekommt man beides immer im Wechsel zu sehen.

Nachmittags fange ich langsam an mich nach einem Platz fürs Campen umzusehen. In Googlemaps finde ich eine kleine Bucht die sehr vielversprechend aussieht. Schlechte Wege machen mir schon lange nicht mehr wirklich etwas aus aber die 3 Km zur Bucht hatten es in sich. Der einspurige führte direkt an der Steilküste lang. Teilweise ging es direkt neben der Straße fast senkrecht nach unten. Nach mehrmaligem Aufsetzen habe ich es dann bis kurz vor die Bucht geschafft.

Die letzten 100 Meter zur Bucht habe ich mich dann aber doch nicht mehr getraut. Zu groß die Gefahr dort nicht wieder heraus zu kommen. Also die ganze Strecke wieder zurück.

Zu guter letzt habe ich dann noch ein schönes Plätzchen unter bereits abgeernteten Olivenbäumen gefunden.

Ein bißchen zu sehen war mein Zelt von der Straße her. Abends im Dunkeln kam dann kurz ein Auto (ohne Licht) bis kurz vor meinen Zeltplatz. Bis ich aus dem Zelt raus war hatte der Fahrer schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Vermutlich war es der Besitzer des Hains. Die Griechen sehen es nicht so eng mit Wildcampen. Es ist zwar eigentlich nicht erlaubt, wird aber, zumindest von allen die ich getroffen habe, toleriert.

Mein nächstes Ziel ist jetzt eine Insel. An diesem Tag baue ich mein Zelt auf einem verlassenen Sportplatz auf. In der Ferne sehe ich schon dunkle Wolken und höre das Gewitter. Kurz nach 19 Uhr fängt es dann an wie aus Eimern zu gießen. Lauter Donner und jede Menge Blitze lassen mich zeitweise etwas unwohl fühlen.

Als ich nach einiger Zeit sehe das langsam Wasser ins Zelt eindringt fange ich an das Wasser aufzuwischen. Dabei fühlt sich der Zeltboden mehrwürdig an.

Das Zelt schwamm auf ca. 5 cm Wasser auf. Dafür war es noch relativ dicht. Als erstes alle Sachen im Zelt auf den Stuhl und Tisch aufgetürmt. In der Nähe stand ein kleines Gebäude das ich mir schon am Nachmittag angesehen hatte. Das Dach schien mir noch relativ dicht zu sein, der Boden allerdings war mit Dreck und Vogelscheiße belegt.

Als erstes nachgesehen ob dort auch Wasser drin stand. Das Dach war dicht und im Raum war es trocken. Dann einige Male zum Zelt gewatet und meine Sachen in dem Raum eingelagert. Ich weiß jetzt immerhin, daß meine Daytonastiefel wirklich wasserdicht sind 🙂 .

Die Nacht war für mich nicht sehr erholsam. Am nächsten Morgen ist der Spuk zuende. Die Sonne kommt raus und der See rund um mein Zelt ist verschwunden. Im Zelt selbst ist erstaunlich wenig Wasser. Alles ausgewischt und in der Sonne trocknen lassen.

Selbst bei genauerem Hinsehen kann ich auch an diesem Morgen nicht erkennen das an der Stelle an der das Zelt stand eine kleine Senke ist. Naja, heute bin ich genau ein halbes Jahr unterwegs und das ist doch mal ein Ereigniss das in Erinnerung bleibt.

Also alles positiv sehen. So schlimm wars doch gar nicht. Der Kaffee hat inzwischen die Müdigkeit vertrieben und meine Klamotten sind wieder trocken.

Trotzdem mache ich an diesem Tag so gut wie keine Bilder.

Kurz vor der Zufahrt zu der Insel Euböa campe ich nochmal.

Die Insel hat ebenfalls viele hohe Berge und jede Menge kurviger Straßen. In den Bergen scheint es auf großen Flächen in den letzten Jahren Waldbrände gegeben zu haben. Sehr interessant wie schnell sich die Natur das Gebiet wieder erobert.

Auf den Bilder das ist übrigens kein Nebel sondern es sind Wolken 🙂 .

Mein Navi will einen Streckenabschnitt auf der Ostseite der Insel nicht als Route annehmen. Ich fahre trotzdem dort lang. Wieder ein etwas schlechterer Weg. OK Navi du hast ja Recht gehabt. War trotzdem schön.

Nach einer verregneten Nacht macht mein Motorrad morgens schon beim Starten Probleme. Beim Fahren will es das Gas bei niedriger Drehzahl nicht richtig annehmen. Mitten in einem Ort ist dann erst mal Schluß. Der Linke Zylinder läuft nicht mehr mit. Also Werkzeug ausgepackt und geschraubt.

Da kein Zündfunke sichtbar war habe ich zuerst Zündkerze und Stecker der linken Seite ausgetauscht. Das wars nicht. OK, dann die CDI Einheit gewechselt. Das wars auch nicht. Als letztes die Zündspulen ausgetauscht und siehe da. Sie läuft wieder.

Allerdings habe ich jetzt den gegenteiligen Effekt. Jetzt nimmt der Motor das Gas bei Mittlerer und Höherer Drehzahl nicht mehr an. Ich habe mir sowieso für diesen Tag wieder ein günstiges Hotel gebucht und verlängere beim Einchecken die Buchung um weitere 2 Tage. So kann ich in Ruhe meinen Bericht schreiben und morgen nochmal nach dem Fehler suchen.

Zur Zeit bin ich daran mir eine Arbeitsstelle für den Winter zu suchen und habe bereits mehrere Hosts angeschrieben auf denen man Kost und Logie frei hat wenn man arbeitet. Mal sehen wohin es mich verschlägt.

Griechenland – Eigene Dummheit und warum Metall auf Metall nicht reibt

Griechenland – Eigene Dummheit und warum Metall auf Metall nicht reibt

Am nächsten Tag mache ich mich trotz regnerischer Wettervorhersage wieder auf um weiter an der Küste lang zu fahren. Langsam werden die Bäume bunter und man merkt anhand der vielen Blätter auf der Straße das es Herbst wird. Die Temperaturen liegen immer noch über 20 °C.

Bei leichtem Nieselregen an diesem Tag macht das fahren nicht wirklich Spass.

Ich will mir an der Küste eine Burgruine anschauen.

Im Nieselregen und nicht sonderlich gut konzentriert folge ich den Angaben meines Navis und lande unvermittelt auf einem sehr abschüssigen schmalen Schotterweg. Im oberen Bereich ist hier an ein Wenden nicht zu denken und so fahre ich, immer noch etwas im Tran, 20 m weiter nach unten wo der “Weg” etwas breiter wird. Dort bemerke ich das es sich um eine Sackgasse mit einem weiterführenden Fußweg handelt. Na Klasse. Super gemacht Navi.

Das Wenden bekomme ich noch hin, fahre mich aber dann in dem losen Schotter komplett fest. Ein Versuch mit Schneeketten aus dem Loch wieder rauszukommen endet damit, das die Kupplung den Geist aufgibt. Es gibt Tage da sollte man einfach im Bett bleiben.

Inzwischen regnet es richtig und ich baue erst mal mein Tarp auf um nicht komplett nass zu werden. Die Blöße den ADAC jetzt anzurufen und mich mit einer Winde aus der Sackgasse ziehen zu lassen will ich mir nicht geben. Das wäre zu peinlich. Über so viel Blödheit würden alle lachen.

Ich entscheide mich dafür zu versuchen das Motorrad zumindest bis zum oben gelegenen Parkplatz mit meiner Winde herauszuziehen und dann eventuell den ADAC anzurufen. Jetzt bin ich doch froh darüber, daß ich die Winde, ein dünnes 10 m langes Stahlseil und Spanngurte mithabe.

Das erste Problem besteht darin das Stahlseil irgendwo festzumachen. Zuerst finde ich Halt an einem großen Stein, weiter oben dann an einigen Bäumen. Alle 1-1,5 m muß ich Steine unter die Reifen legen und die Winde neu einhängen da das Gewicht des Motorrades zu groß ist und ich, je mehr auf der Winde aufgerollt ist, immer mehr Kraft aufwenden muß um diese zu drehen.

Nach 4 h harter Arbeit bin ich kltschnass geschwitzt, habe das Motorrad aber wieder auf ebenem Boden.

Die Kupplung greift nach einigem Nachstellen immerhin noch ein bisschen so das ich mit etwas mehr als Standgas fahren kann. So geschwitzt wie ich bin suche ich das nächste Hotel, egal zu welchem Preis. 1 km weiter checke ich für die Nacht ein.

Ich habe mich dazu entschieden so weit wie möglich selbst zu fahren und die Route in Richtung Thessaloniki umgeplant. Dort hatte ich sowieso schon ein Hostel (Jugendherberge) für 2 Tage gebucht. Auf Anfrage teilen die mir mit, daß es kein Problem ist früher dort einzuchecken. Das Hostel ist günstig (14 Euro die Nacht) und ich kann dort wieder mal auf Erstzteile für die Kupplung warten.

Die 100 Km schaffe ich bei sehr langsamer Fahrweise und nur gering dosiertem Gas. Sobald ich mehr Gas gebe rutscht die Kupplung durch. Sogar die letzten 100 m die steil zum Hostel ansteigen fährt meine CX aus eigener Kraft.

Ich checke im Hostel ein und bekomme mein Bett in einem 5-Bettzimmer. Wieder eine neue Erfahrung für mich. Ich habe einen sehr leichten Schlaf und habe vor der ersten Nacht Bedenken das ich mit anderen Leuten zusammen in einem Raum schlecht schlafen werde. Aber dank Ohrenstopfen ist das gar kein Problem.

Bereits bei meiner Ankunft komme sehr schnell mit einigen der anderen Gäste ins Gespräch. Es sind so viele verschiedene Leute hier das die Zeit schnell vergeht und man immer mit jemandem quatschen kann.

In der Zwischenzeit habe ich mit Karsten und Ralf besprochen welche Teile ich benötige. Ralf hat mir dabei wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden und Karsten hat die Teile aus meinem Ersatzmotor ausgebaut und zu Sabine gebracht.

Sabine hat dann das Paket versendet. Danke nochmal an alle.

In der Wartezeit schließe ich mich einigen (jüngeren) Leuten aus dem Hostel an und erkunde die Stadt. Wir machen eine geführte Tour mit (Free Walking Tour) und lassen uns die Altstadt zeigen.

Danach gehen wir zusammen essen.

5 Nationen und 3 Kontinente zusammen 🙂 . Ein richtig interessanter und geselliger Abend.

Am nächsten Tag gehen wir zusammen eine Kapelle mit einem großen sehr guten Mosaik besichtigen.

Danach machen wir uns zusammen im Hostel einen Salat. Die Menge war etwas großzügig dimensioniert und wir haben das halbe Hostel mit Essen versorgt.

Abends suchen wir uns einen Platz ganz oben in der Altstadt auf einer alten Burgmauer um nochmals den Sonnenuntergang zu sehen. Mit meiner Höhenangst hatte ich hierbei etwas Probleme. Ich bin nur etwa die Hälfte der Mauer hinaufgegangen und mußte dann aufgeben. Die anderen sind dann zu mir zurückgekommen und haben sich dazugesetzt. Fand ich sehr anständig 🙂

2 Tage später ist das Paket mit den Ersatzteilen aus Deutschland angekommen und ich habe mich dann endlich daran gemacht die Kupplung an meinem Motorrad zu demontieren. Vorher noch schnell eine große Ratsche und Öl in der Stadt eingekauft. Beim Demontieren hatte ich einige Schwierigkeiten die Halterungsmutter der Kupplung zu lösen und habe mir einen Bolzen der Kupplungsmittelplatte abgerissen.

Na Klasse. Mein erster Gedanke war, super, nochmal auf ein Paket warten. Im CX-Forum habe ich dann aber eine Reparaturanleitung gefunden und hatte zufällig auch die benötigte Schraube und den passenden Gewindebohrer dabei.

Komisch das die Kupplung nicht mehr funktioniert hat. Ich dachte immer Metall auf Metall reibt auch gut.

Kurze Testfahrt. Alles wieder in Ordnung. Super. 8 Tage im Mehrbettzimmer haben in mir das Bedürfnis danach ein bisschen Privatsphäre zu haben anwachsen lassen.

In den letzten Tagen im Hostel habe ich Freundschaft mit einer kleinen Katze geschlossen die dort herum lief. Der Besitzer mag keine Katzen also mußte ich immer bis nach 23 Uhr mit dem füttern warten, wenn niemand mehr da war. Tagsüber wurde nur gekrault 🙂

In Thessaloniki gibt es sehr viele Straßenkatzen. Alle sind gut genährt. Überall sieht man Katzenfutter am Straßenrand oder den Ecken ausgelegt. Ich glaube in dieser Stadt haben es Hunde schwer 🙂

Das Hostel kann ich übrigens sehr empfehlen. Es ist günstig und sehr sauber, zentral gelegen und alle sind super nett.

Am nächsten Tag fahre ich weiter.

Eigentlich war mein nächstes Ziel der Berg Olymp. Da ich mir nicht sicher bin ob ein dortiges Hostel bzw. Campingplatz geöffnet hat und es an den beiden darauf folgenden Tagen regnen soll plane ich kurzfristig um. Ich campe eine Nacht wild und fahre dann über kleine Bergstrassen in Richtung der Meteoraklöster weiter. Das war eigentlich mein übernächstes Ziel. Hier weiss ich aber das der dortige Campingplatz geöffnet hat.

Bereits morgens liegt eine dichte, dunkle Wolkendecke am Himmel. Aber, “wenn Engel reisen” hat mal jemand zu mir gesagt wird alles gut 🙂 .

Den ganzen Tag finde fahre ich in Richtung der helleren Wolkenstellen und außer stellenweise ein bisschen Nieselregel bleibe ich trocken. Die Straßen führen zum Teil über Pässe mit bis zu 1300 m Höhe. Teilweise hängen die Wolken tiefer so das ich an manchen Stellen hindurchfahre.

Auf dem Campingplatz angekommen schlage ich gleich mein Zelt auf und nur eine Stunde später regnet es wie aus Eimern.

Irgendwie scheinen Katzen mich zu mögen. Während ich den Bericht schreibe haben mich wieder 2 kleine Katzen als Schlafunterlage auserkoren 🙂

Heute mache ich noch Pause und morgen will ich mir die Felsenklöster von Meteora ansehen.

Griechenland – Olivenbäume und Kurven

Griechenland – Olivenbäume und Kurven

Der Schweisser in Sevilevo hat gute Arbeit geleistet. Der Schwingenarm der Beiwagenfederung ist wieder in Ordnung.

Nachdem ich noch die hinteren Bremsbeläge ausgetauscht habe verlasse ich am nächsten Tag das Motocamp um Richtung Griechenland zu fahren.

Ich will in dem Dreiländereck Bulgarien – Türkei – Griechenland die Grenze passieren. Nach einer weiteren Nacht auf einem Bulgarischen Campingplatz in der Nähe der Grenze fahre ich an einem kleinen Grenzübergang 30 Km unterhalb von Swilengrad nach Griechenland. Wieder ein neuer Aufkleber auf meinem Koffer.

Bereits auf den ersten Strassen in Griechenland ist der Fahrbahnrand voller weisser Teile. Ich denke schon “Oh mann das ist ja so verdreckt wie in Mazedonien”. Als ich dann das erst mal anhalte sehe ich das es kein Plastik sondern Baumwolle ist. Wieder was dazu gelernt. Ich wußte nicht das in Griechenland Baumwolle auf vielen Feldern angebaut wird.

Auf herrlichen kleinen Strassen quer durch den Dadia-Lefkimi Nationalpark fahre ich bei strahlendem Sonnenschein Richtung Süden. Mehrere Stunden habe ich hier kein anderes Fahrzeug gesehen.

Ich habe beschlossen wieder mal wild zu campen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz komme ich aber dank Google-Maps etwas auf Abwege. Mein Ziel ist ein Fluss zu dem aber nur Feldwege führen.

Laut Google-Maps soll diese Stelle eine Verbindung zwischen zwei Feldwegen sein. Ich habe nichts gegen ein bißchen Offroad aber da bräuchte ich schon einen Vollcrosser. Also wieder umdrehen und 3 Km zurückfahren.

Nach einigem Suchen habe ich dann praktisch unter einer Brücke gecampt. Das war der einzige halbwegs grade Platz den ich finden konnte.

Als nächstes wollte ich dann an die Mittelmeerküste. Noch ein Stück durch den Nationalpark gefahren.

Am Abend vorher habe ich gesehen das auf meinem Weg die Insel Thassos liegt. Von der hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Ich beschließe kurzfistig mir die Insel anzusehen.

Einen Platz zum schlafen zu finden erweist sich dann doch als etwas schwierig. Ende Oktober haben bereits alle Campingplätze und die meisten Hotels und Pensionen zu. Nach einigem herumfragen finde ich dann ein Hotel in dem ich mich für 2 Tage einquartiere.

Am nächsten Tag mache ich mich dann ohne Gepäck daran die Insel zu erkunden. Als erstes fahre ich nach Kastos, einem auf einem Berggrad gelegenen Bergdorf mit einer ehemaligen Wehrkirche. Auf dieser Insel sind praktisch alle Straßen ein Motorradfahrertraum und der Ausblick von dem Dorf aus ist herrlich.

Nach einem großen Eis in der Inselhauptstadt Limenas und einer kompletten Inselumrundung (insgesamt 130 Km 🙂 ) kehre ich in das Hotel zurück.

Am nächsten Tag fahre ich wieder mit der Fähre zurück aufs Festland und weiter Richtung Norden zu dem Rodopi Mountain Nationalpark.

Mitten in den Bergen liegt hier ein Stausee. Landschaftlich und Kurvenmäßig ein Traum ist die Straße am Stausee lang.

Leider ist die Straße dann kurz hinter der Staumauer wegen Erdrutsch gesperrt.

Ich drehe also um und suche einen Platz zum wildcampen. Zwischendurch treffe ich noch ein paar sehr nette griechische Motorradfahrer. Die Frau des einen ist Deutsche. Leider merken wir beide das aber erst beim Verabschieden. Ich hatte mit Ihrem Mann auf Englisch gesprochen und Englisch konnte sie nicht. War ein sehr nettes Pläuschchen.

Die Motorradfahrer erzählen mir ganz nebenbei, daß es in diesen Bergen auch Bären gibt. Die sollen aber kleiner sein als die in Bulgarien (das beruhig mich ungemein 🙂 ). Naja, es ist schon spät und kurze Zeit später finde ich dann ein schönes Plätzchen zum Campen direkt an einem Fluß.

Ich überstehe die Nacht gut und ohne von Bären gefressen zu werden :-). Weiter gehts in Richtung der Stadt Drama. Ich will die Straße die vom Erdrutsch gesperrt war von der anderen Seite her nochmal anfahren.

Auf dem Weg dorthin komme ich an einem Schild vorbei das anscheinend extra für mich aufgestellt wurde (die wußten sogar das ich 50 Jahre alt bin 🙂 )

Die Strassen heute sind klein aber schön zu fahren. Die Temperatur liegt immer noch die ganze Zeit über 20°C. Nur Nachts wird es, vor allem in den Bergen schon etwas kühl. Dank meinem guten Schlafsack habe ich damit aber kein Problem.

Ich schaffe es an dem Tag nicht eine halbwegs befahrbare Straße in Richtung des Erdrutsches am Stausee zu finden und lande immer wieder in Sackgassen oder auf sehr schlechten Feldwegen. Aber kein Problem. Es macht trotzdem Spass. Am Abend finde ich ein etwas unterhalb der Straße gelegenes Plätzchen an dem ich Zelten kann. Wieder das komische Gefühl bezüglich der Bären da aber ich markiere fleißig mein Revier und werde in der Nacht in Ruhe gelassen.

Kurz nachdem ich am nächsten Morgen losgefahren bin läuft ungefähr 50 m vor mir etwas zügig über die Straße. Im ersten Moment begreife ich gar nicht war ich da gesehen habe. Nach über 16000 Km Fahrt meinen ersten Bären. So nah an meinem Campplatz. Oh,Oh. Entweder sind die Bären hier in Griechenland wirklich kleiner oder das war kein ausgewachsenes Exemplar. Sah eher aus wie ein zu groß geratener Teddybär. Ich wollte ihn trotzdem nicht beim Campen in meiner Nähe haben 🙂 .

Ich mache heute noch einen großzügigen Umweg in Richtung der Bulgarischen Grenze und fahre über Serres wieder in Richtung Mittelmeer.

Auf einer kleinen Bergstraße kurz vor Serres treffe ich nochmal 3 griechische Biker. Wir unterhalten uns einige Zeit sehr nett. Es werden wieder fleißig Bilder von meinem Motorrad gemacht. Ich frage ob sie mit meiner Kamera mal ein Bild nur von mir und meiner CX machen können. Was sie auch netterweise machen.

Ich habe vor einiger Zeit eine Anfrage einer Gespannzeitschrift bekommen ob ich einen Artikel über meine Reise schreiben könnte. Ich hatte nach einigem Zögern zugesagt und auch den Artikel und Bilder an die Zeitschrift versendet, hatte aber Probleme ein vernünftiges Titelbild hinzubekommen. Das habe ich jetzt endlich.

Da 2 Tage Regen vorhergesagt waren habe ich mich im Moment in einem Hotel einquartiert

Bulgarien – Schwarzes Meer

Bulgarien – Schwarzes Meer

Zusammen mit Ivo vom Motocamp bin ich zu einer Hinterhof-Werkstatt in Sedilevo gefahren. Der ältere Herr dort hatte es wirklich drauf. Ich habe ihm erklärt das ich einen anderen Schalthebel brauche da ich den ersten Gang, bedingt dadurch das der Hilfsrahmen des Motorrads im Weg ist, nicht mehr schalten kann. Innerhalb kürzester Zeit hat er mir einen neuen Schalthebel (ich hatte noch einen alten mit Wellenverzahnung da den wir benutzt haben) gebaut und den gebrochenen Gepäckträger repariert. Top.

Da die vordere Bremse nicht mehr so richtig gut funktionierte habe ich auch nach den Bremsbelägen geschaut. Komisch das die nicht mehr gebremst haben.

Nun konnte ich endlich weiterfahren. Die neuen Reifen waren in der Zwischenzeit auch aus Deutschland angekommen. Mein nächstes Ziel war die Küste des bulgarischen schwarzen Meeres. Auf dem Weg dorthin habe ich noch eine kleine Feldsenkirche in Iwanowo besichtigt.

Fast an der rumänischen Grenze habe ich dann, nachdem ich 2 Tage auf einem kleinen Campingplatz direkt am Meer gezeltet habe (als einziger Gast), einen super Platz zum wild campen direkt am Meer gefunden.

https://youtu.be/lksyCLxqetw

Dort hat es mir super gut gefallen. Ich hatte 4-5 Km Strand nur für mich alleine.

Um Peter, der in unserem letzten Urlaub in der kalten Ostsee ins Wasser gegangen ist zu zeigen, das ich auch ein harten Kerl bin, habe ich mich dann entschlossen es im schwarzen Meer auch zu probieren. Da ich ein bekennendes Weichei bin war der Besuch im Wasser nicht sehr lang (Wassertemperatur gefühlt 15 C°)

Nach 3 schönen Tagen, an denen ich einige Kilometer am Strand lang gewandert bin, bin ich dann weiter Richtung Süden an der Küste lang gefahren. Nach einer Besichtigung der Burgruine von Kaliakra, die auf einer Felsenspitze direkt am Meer liegt habe ich für die nächsten 2 Tage in einem Hotel übernachtet da ich eine Dusche dringend nötig hatte. Vor dem Hotel hing sogar eine Begrüßungsleuchtreklame für mich (die haben nur den Namen nicht richtig geschrieben)

Kurz vor Varna habe ich noch das Aladja-Felsenkloster aus dem 12. Jahrhundert besichtigt.

Mein Ziel war eigentlich ein Campingplatz ein ganzes Stück unterhalb von Varna, nicht weit vom Meer. Der hatte aber bereits geschlossen. Ich habe mir dann ein schönes Plätzchen direkt an der Küste gesucht und dort gecampt. Die besten Plätze findet man irgendwie nur durch Zufall.

Ich hatte bei meinem letzten Besuch im Motocamp Bulgarien bei der Reparatur des Motorrads bemerkt das der Radlagersitz des Hinterrades schon wieder ausgeschlagen ist und deshalb Sabine gebeten nochmals ein Paket mit dem Teil (das mir Ralf wieder mal fix incl. Lagerwechsel besorgt hat) und einem weiteren Reifen zuzusenden. Also nochmal auf den Weg zum Motocamp gemacht. Am ersten Tag wild gecampt an einem kleinen See. Am zweiten an einem Stausee (mit wenig Wasser)

Witzig fande ich dann , als ich meine Trackerpunkt der Fahrt nachgesehen habe, das ich laut denen durchs Wasser gefahren bin.

In den letzten Tagen habe ich Probleme mit der Beiwagenfederung gehabt. Das Rad hängt tief im Radkasten und der Beiwagen hat keine merkbare Federung mehr gehabt. Als ich unterwegs nachgesehen habe habe ich festgestellt das sich der untere Halter der Beiwagenfederung komplett verbogen hat. Ich bin also relativ langsam und vorsichtig zum Motocamp zurückgefahren.

Dort angekommen habe ich mich gleich daran gemacht die Beiwagenschwinge auszubauen. Leider gab es dabei ein Problem. Welcher Idiot von Konstrukteur läßt es sich einfallen eine Schraube mit einem 17er Imbus an einem Motorrad zu verarbeiten. Die Größe hat noch nicht mal ein Autoschrauber da.

Aber wieder mal Glück gehabt. Nach einem ersten mißlungenen Versuch mit einer auf einer Schraube aufgeschweißten Mutter, die dann abgerissen ist, hat mir ein anderer Reisender geholfen. Der hatte in seinem Truck ein Stück einer 17er Sechskantstange und hat mir davon etwas abgeschnitten.

Das Paket ist im Moment noch nicht angekommen und heute wollen wir zu dem Autoschrauber um die Schwinge reparienen zu lassen und neue Lager für die Schwinge zu besorgen. Es wird alles wieder gut 🙂

Bulgarien – Rila und Pirin Nationalpark

Bulgarien – Rila und Pirin Nationalpark

Nach meinem Grenzübertritt aus Mazedonien habe ich 2 Tage Station auf einem netten kleinen, von einem englischen Paar betriebenen, Campingplatz in Kromidovo gemacht. Die letzten Kilometer Anfahrt dorthin waren etwas abenteuerlich da mein Navi einen mit tiefen Löchern übersähten Sandweg als Straße auserwählt hatte. In nassem Sand zu fahren war wieder einmal eine neue Erfahrung für mich.

In dem Ort in dem der Campingplatz ist gibt es auch eine größere Weinfirma mit einem etwas ungewöhnlichen Firmengebäude.

Der selbstgemachte Wein auf dem Campingplatz war gut und günstig 🙂

Mein nächstes Ziel sind einige Sandsteinformationen ganz in der Nähe.

Auf der Paßstraße zwischen Katuntsi und Goze Deltschew ging es dann mit vielen Kurven und wunderbaren Aussichten weiter. Mein Ziel für diesen Tag war das Kloster Rila mitten im Rila Natinalpark.

Die Gegend rund um die beiden Nationalparks ist wirklich sehenswert. An diesem Tag hängen schwarze Wolken am Himmel und ich bekomme ausnahmsweise mal etwas Regen ab.

Irgendwo zwischen Mazedonien und Bulgarien habe ich anscheinend mein Profil am Hinterreifen verloren. Vorsichtiges Fahren ist also angesagt sobald die Straße nass ist.

Da es an dem Abend zu spät für eine Besichtigung des Klosters ist schlage ich mein Zelt auf einem in der Nähe gelegenen Campingplatz auf. In der Nacht regnet es wie aus Eimern. Am nächsten Morgen begrüßt mich dann wieder Sonnenschein als ich aus dem Zelt komme.

Als erstes besichtige ich das wirklich sehenswerte Kloster Rila und das dazugehörige Klostermuseum.

Einzig der sehr schroffe Parkplatzwärter trübt meine Laune an diesem Morgen etwas ein. Ich fahre an diesem Tag auf der östlichen Seite der Natinalparks wieder Richtung Süden.

Auf einer Paßstraße zwischen Belovo und Yundola finde ich nach einigem Suchen ein hübsches Plätzchen zum Wildcampen auf einer im Wald gelegenen Wiese. Auf dem Weg dorthin fahre ich mich schon wieder fast fest. Abends stelle ich fest das ich mich auf einer Höhe von fast 1300 m befinde. Das hätte ich nicht gedacht.

Weiter gehts auf kleinen kurvigen Straßen bis kurz vor die Grenze von Griechenland und dann wieder zurück nach Norden Richtung Plowdiw.

Unterwegs besichtige ich noch die Tropfsteinhöhle Yagodinska Cave. Allein die Fahrt durch den Canyon dorthin hat sich schon gelohnt.

Etwas Östlich von Plowdiw übernachte ich in einem Hotel. Ich will am nächsten Tag wieder im Motocamp in Idilevo sein. Bis dorthin sind es nur noch knapp 200 Km. Kurz vor dem Losfahren bemerke ich das der eine Gepäckträger am Motorrad schon wieder gerissen ist (diesmal an einer anderen Stelle. Also Spanngurte rausholen und bestmöglich festzurren.

Das Paket mit meinen Reifen und Ersatzteilen ist inzwischen im Motocamp angekommen. Zuerst will ich alle drei Reifen wechseln.

Außerdem sind die Bremsbeläge vorne total abgenutzt (deshalb also die verminderte Bremswirkung. Metall auf Metall bremst nicht so gut) und müssen ausgetauscht werden, das Nummernschild hat Auflösungserscheinungen und der erste Gang geht kaum noch rein. Der Schalthebel muß abgeändert werden da der am Hilfsrahmen anschlägt wenn ich den 1. Gang einlegen will.

Aber im Motocamp ist das alles kein Problem. Ivo besorgt mir eine Aluplatte für das Nummernschild und fährt mit mir zu einem Metallbauer der den Gepäckträger schweißt und mir den Schalthebel abändern kann. Im Motocamp gibt es für alles eine Lösung.

Nord-Mazedonien – In einem unbekannten Land

Nord-Mazedonien – In einem unbekannten Land

Der Grenzübertritt nach Mazedonien ist schnell erledigt. 15 Minuten und ich bin wieder ein einem mir unbekannten Land. Über Mazedonien habe ich bisher nur die Namensstreitigkeiten mit Griechenland aus der Zeitung mitbekommen. Viel mehr weiss ich nicht über dieses Land.

Zuerst fahre ich auf Hauptstraßen in Richtung der Hauptstadt Skopje. Dann geht es auf kleinen Straßen weiter. Sehr viele Möglichkeiten hat man nicht da es nicht sonderlich viele Straßen gibt. Diese sind aber immer in einem guten bis sehr guten Zustand.

Ich habe beschlossen, da im Nordosten von Mazedonien einfach keine Campingplätze zu finden sind bzw. nicht auf meiner Route liegen, heute Wild zu campen. Der erste Versuch scheitert kläglich. Ich habe, obwohl ich den Bereich vorher abgegangen bin, eine tiefe Fahrspur im Gras übersehen und setze mit dem Beiwagen komplett auf. Na Klasse. Also Wagenheber und Aluplatten zum Unterlegen rausgeholt und an die Arbeit. Nach einer 3/4 Stunde habe ich das Motorrad endlich frei. An dem Platz bleibe ich allerdings nicht.

In zwei Stunden wird es dunkel. Ich habe gesehen, das in ungefähr 50 Km ein See ist. Da dürfte Campen einfacher sein. Tatsächlich finde ich dort sofort ein schönes Plätzchen und baue mein Zelt auf.

Bei Sonnenaufgang wache ich auf und habe wieder etwas bessere Laune. Die Strassen sind auch gut. Alles wieder gut.

Bereits von Anfang an ist mir der viele Müll überall am Straßenrand aufgefallen. Den Hammer fand ich dann allerdings eine brennende (illegale) Müllkippe direkt an einer Straße.

Ich habe mir als Ziel für den nächsten Tag einen der wenigen Campingplätze in der Nähe von Skopje ausgesucht. Um den zu erreichen muß ich durch die Randbezirke der Großstadt fahren. Das macht irgendwie keinen richtigen Spass.

Als ich dann an dem Punkt angekommen bin an dem der Campingplatz in der Karte eingetragen ist ist dort …… nichts. Erst einmal langes Gesicht gemacht, dann habe ich beschlossen weiter zu fahren. In der App OSMand, die ich alternativ zu Google-Maps ab und zu benutze, ist hier der Anfang einer sehr kurvigen kleinen Straße eingezeichnet. Die Straße ist allerdings weder in meinem Navi noch in Google-Maps zu finden (zumindest nicht durchgehend). Bisher habe ich die Erfahrung gemacht das die Straße dann auch sehr schlecht sein kann. Was solls, ich probiere es einfach.

Nach kurzer Zeit wird die Straße einspurig. Die Fahrbahn ist aber ok. Plötzlich ist die Straße an einem Aussichtspunkt zu Ende. Na Klasse, hast du wieder gut gemacht Thomas. Erst mal ein paar Bilder machen und dann sehen wir weiter.

Neben mir steht ein grosser SUV. Die beiden Männer schauen sich mein Motorrad an und wir kommen ins Gespräch. Sie erkunden Offroadstrecken für geführte Motorradtouren in Mazedonien und kennen sich in der Gegend aus.

Ich habe offenbar vor einigen Kilometern eine Abzweigung verpasst und bin deshalb in der Sackgasse gelandet. Der eine Mann erklärt mir allerdings, daß die Straße nur zu bestimmten Zeiten geöffnet ist. Jeweils 2 Stunden von der einen und dann wieder von der anderen Seite her da die Straße nur einspurig ist und keine Ausweichmöglichkeiten hat. Er schaut im Internet nach. In einer Stunde ist meine Richtung dran. Ich mache mich auf den Weg. Der SUV fährt vor und zeigt mir noch die verpasste Abzweigung.

Hier ist die Straße teilweise sehr schmal. An einer unübersichtlichen Stelle kommt mir ein Militärlastwagen entgegen. Ich stehe mit dem Beiwagen bereits 30° nach oben im Hang und kann nicht weiter ausweichen. Plötzlich ein Schlag und langanhaltendes metallisches Kreischen. Jetzt hat er meinen Seitenkoffer erwischt. Scheiße. Ich sehe grade noch wie der Gepäckträger zurück in die Ausgangslage springt und dann ist schon alles vorbei. Der Deckel des Koffers steht schief, springt aber beim Aufschließen wieder in die richtige Lage. Ausser ein paar tiefen Schrammen nichts passiert. Da hat SW-Motech Qualitätsarbeit geleistet.

Nach einigen Kilometern mit einer wirklich sehenswerten Landschaft stehe ich dann vor der besagten Schranke.

Nach einer halben Stunde Wartezeit geht die Schranke auf. Beim Reinfahren wird jedes Nummernschild aufgeschrieben.

Was jetzt kommt ist wirklich atemberaubend. Ich habe in den letzten Monaten schon viele verschiedene bergige Landschaften durchfahren aber das war mit Abstand das schönste was ich bisher gesehen habe. Andauernd will ich anhalten um Fotos zu machen. Leider kommt diese Schönheit auf den Fotos nicht so richtig heraus.

20 Km Kurve an Kurve mit unglaublichem Panorama.

Dann wird die Straße wieder breiter und an einer weiteren Schranke wird wieder das Nummernschild aufgeschrieben. Vor der Schranke warten 10 tschechische Motorradfahrer. Ihre Richtung darf erst in 2 Stunden wieder fahren.

Weiter gehts an einem Stausee entlang. Die Straße hier ist nagelneu.

In einem einsam stehenden Motel mit Restaurant am Ende des Sees übernachte ich ( 41.67989° N, 21.25572° E ) .

R1106 durch den Jasen Nationalpark

Die Landschaft bleibt bergig. Ich mache einen Schlenker in Richtung Nordwesten und fahre auf kleinen Straßen weiter.

Meistens nutze ich die App OSMand für die Navigation. Dadurch finde ich diese wirklich kleinen versteckten Straßen. Die App hat mich nur einmal an eine Straße geführt an der ich dann doch umgedreht habe.

Von Anfang an ist mir in Mazedonien eine Besonderheit gegenüber den anderen von mir bereisten Ländern aufgefallen. In fast jedem Ort steht eine Moschee, teilweise direkt neben einer Kirche. So sollte es sein. Friedliches nebeneinander.

Mitten im Mavrovo-Nationalpark übernachte ich dann auf einem Campingplatz in 1100 m Höhe. Die Platzsuche für mein Zelt gestaltet sich hier etwas schwierig da der Platz fast nur aus Schrägen besteht. Die Duschen und Toiletten sind außer Betrieb (Toiletten kann ich in dem benachbarten Restaurant benutzen). Immerhin kann ich den Preis noch runterhandeln.

Am nächsten Morgen komme ich aus dem Zelt und alles ist weiß. Der erste Frost.

Mein nächstes Ziel ist der am südwestlichen Ende Mazedoniens gelegene Ohridsee. Die Berge ziehen sich über das gesamte westliche Mazedonien bis zu dem See. Ich komme an mehreren Stauseen vorbei. Fast die gesamte Strecke ist ein Motorradfahrerparadies.

R1201 Novo Deko- Denar – Opatija strag

Kurz vor dem See wird es dann flacher. Am See selbst steht ein Touristenbunker und Nobelvilla an der anderen. Da fahre ich sofort weiter. Auf der anderen Seite der Berge ist noch ein See ( Prespasee) . Um zu dem zu kommen muß ich über eine tolle Paßstraße fahren. Ein klasse Abschluß für den Tag.

Auf einem ziemlich heruntergekommenen Campingplatz direkt am See mache ich halt. Das ist der einzige Campingplatz bisher bei dem ich mir zweimal überlege ob ich die Toilette benutze. So etwas von dreckig habe ich bisher noch nicht gesehen.

Jetzt geht es wieder zurück in Richtung Bulgarien. Eine der kleinen Straßen die ich eigentlich fahren wollte erweist sich als nicht mit meinem Gespann befahrbar. Nachdem ich für die ersten 5 Km eine Stunde gebraucht habe drehe ich wieder um. Die Straße wäre noch mindestens 20 Km so weiter gegangen.

Obwohl ich deshalb einen weiten Umweg fahren muß (wie gesagt viele Straßen gibt es in Mazedonien nicht) ist die Stimmung gut.

Es macht Spass zu fahren und Mazedonien gefällt mir sehr gut. Inzwischen bin ich fast eine Woche ohne einen Tag Pause gefahren und brauche dringend mal eine Rast. Die mache dann auch auf einem nette kleinen Campingplatz in Demir Kapija.

Nach einem Tag Rast fahre ich in Richtung der Bulgarischen Grenze weiter. Die ist nur noch 100 Km entfernt und ich erreiche sie gegen Mittag. 10 Minuten und keinerlei Untersuchung des Gepäcks und schon bin ich wieder in Bulgarien.

Zum Abschluß noch der Unterschied zwischen Urlaubsfotos und der Realität in Teilen von Mazedonien.