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Warten auf meine Ersatzteile

Warten auf meine Ersatzteile

Wie im letzten Beitrag geschrieben ist ein Paket mit einem Ersatzgetriebe für meine Ural von Ural Europa aus Österreich an mich versendet worden. Hier meine Erlebnisse mit dem türkischen Paketdienst.

Das Paket wurde per DHL Express am 17.06. abgesendet. Laut Pakettracking sollte es am 21.06. in der Türkei ausgeliefert werden.

Am 21.06. bekomme ich dann eine Email von der türkischen DHL Tochterfirma DGF in der weitere Informationen verlangt werden. Außerdem liegt eine Rechnung über die voraussichtlich zu zahlende Einfuhrsteuer und einer Paketeinlagerungsgebühr von 100 € bei.

Bei der telefonischen Rückfrage bei dem Versender in Österreich wird mir mitgeteilt das von denen alle Kosten (auch Steuer) übernommen werden und das Paket auch entsprechend deklariert ist.

Daraufhin sende ich eine Email an DGF in der ich diese Info weitergebe.

Promt kommt eine Email ohne Rechnung aber mit den anderen Dokumenten zurück.

Da eines der auszufüllenden Dokumente ausschließlich Informationen vom Versender beinhaltet verweise ich darauf sich an diesen zu wenden.

Am 23.06. fragt der Bearbeiter nach ob ich eine türkische Steuernummer habe. Ich solle ihm diese mit den ausgefüllten Dokumenten zusenden.

In meiner Rückmail erkläre ich das ich deutscher Staatsbürger bin und keine solche Nummer habe.

Er besteht auf die Steuernummer. Ohne diese könne der Versand nicht weiter bearbeitet werden. Nach meiner Recherche im Internet finde ich heraus das man auch als Ausländer eine türkische Steuernummer beantragen kann. Ich mache das Online und sende die Nummer am 25.06. dem Bearbeiter zu.

Als Antwort bekomme ich die Info das die Nummer angekommen ist und der Kundenservice sich bei mir melden wird.

Bis zum 27.06. ist das noch nicht passiert und ich frage nach. Am 28.06. bekomme ich dann von einer anderen Bearbeiterin von DGF die Frage zugeschickt ob ich eine Aufenthaltsgenehmigung in der Türkei habe. Die Benötigte Nummer fängt laut ihrer Aussage mit 99 an, meine aber mit 18. Meine gesendete Nummer kann also nicht verwendet werden.

Ich schreibe zurück das ich keine Aufenthaltsgenehmigung in der Türkei habe und nur im Urlaub hier bin. Die Antwort darauf ist das das Paket ohne eine entsprechende Nummer nicht bearbeitet werden kann.

Daraufhin rufe ich nochmals beim Versender des Paketes an. Kurz darauf bekomme ich eine Kopie der Anfragemail vom Österreichischen Versandunternehmen Dachser in der bei DGF nachgefragt wird ob es einen Weg zur Paketbearbeitung ohne diese Nummer gibt.

Die Antwort ist: Nein, den gibt es nicht.

Daraufhin fragt Dachser an ob das Paket zurück gesendet werden kann. Da ich die Teile nur bei dem Hersteller bekomme (Garantiefall) und dieser mir, aufgrund der Schwierigkeiten mit dem Paket , mitgeteilt hat das er voraussichtlich nicht noch einmal in die Türkei versenden wird schreibe ich Dachser an das das Paket nicht zurückgeschickt werden soll.

Am 29.06. spreche ich mit dem Campingplatzbesitzer ob er mir seine Steuernummer zur Verfügung stellt. Dieser ruft bei DGF an und bei dem Gespräch kommt heraus das gar nicht die Steuernummer sondern die Ausweisnummer benötigt wird. Eine Woche lang wurde immer wieder „Taxnumber“ geschrieben.

Diese muß aber auf meinen Namen gelten da ich der Empfänger des Paketes bin.

Daraufhin kommt eine Email von DGF ob sie das Paket zurücksenden sollen. Ich antworte wieder das es nicht zurückgeschickt werden soll.

Ahmet der Campingplatzbesitzer vermittelt mir daraufhin den Kontakt zu einem englischsprachigen türkischen Übersetzer. Der kommt eine Stunde später und wir fahren zur Gemeindeverwaltung in die nächste Stadt.

Dort wird uns mitgeteilt das mir eine türkische Passnummer ausgestellt wird wenn ich eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung beantrage. Dafür werden Passbilder, eine türkische Krankenversicherung für 3 Monate, eine Reservierungsbestätigung des Campingplatzes über 3 Monate auf dem ich bin und einige Kopien benötigt. Wir machen uns gleich auf den Weg um diese Sachen zu besorgen. Die Krankenversicherung kostet mich 85€. Danach machen wir online einen Termin in der Gemeindeverwaltung für den nächsten Tag aus.

Am nächsten Morgen spricht mein Übersetzer einige Zeit mit dem Bearbeiter und fängt an etwas handschriftlich niederzuschreiben. Er teil mir mit das der Bearbeiter grade gesagt hat das es doch möglich ist eine Passnummer ohne Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Die Krankenversicherung würde dafür nicht benötigt. Na toll. Die Versicherung ging nicht mehr zu stornieren.

Ich komme mir vor wie ein Verbrecher. Es werden Fotos von mir in Seitenansicht von rechts und links gemacht und Fingerabdrücke von allen 10 Fingern genommen. Die Nummer soll mir noch am gleichen Tag mitgeteilt werden, was ich bezweifle da es Freitag ist und der Bearbeiter nur bis Mittag arbeitet. Am Montagmorgen ruft mein Übersetzer bei dem Amt an und bekommt die Nummer durchgegeben. Inzwischen ist der 4.07.

Ich gebe die Nummer sofort an DGF weiter. Erstmal keine Antwort. Am 5.07. kommt dann eine Email von DGF mit den Papieren die ich bereits zugesendet hatte. Dort wären einige Angaben falsch die ich korrigieren solle. Um mir das mitzuteilen hat DGF 7 Tage gebraucht ☹

Also die Zettel nochmal ausgefüllt und weggeschickt. Am 6.07. kommt nochmal eine Email von DGF in der weitere Angaben gefordert werden. Unter anderem Bilder der Artikel und eine Bezahlbestätigung der Warenrechnung. Ich schicke die Bilder und Teile mit das die Rechnung erst bei Erhalt der Ware bezahlt werden soll, ich also keine Zahlungsbestätigung habe. Daraufhin ist trotz mehrerer Rückfragen Funkstille. Bei der Paketverfolgung im Internet steht jetzt das noch Dokumente vom Versender benötigt werden.

Ich schreibe nochmal Dachser an und teile dies mit. Von dort auch keine Rückmeldung.

Also bitte ich meinen Übersetzer nochmals bei DGF anzurufen. Dort wird ihm mitgeteilt das jetzt alle Angaben vollständig sind , DGF aber noch auf die Freigabe der türkischen Regierung warten muß das die Ware in die Türkei eingeführt werden darf. Dafür hatte DGF 3 ganze Wochen Zeit und macht dies erst jetzt. Des weiteren wir ihm gesagt das das Paket in den nächsten 5-10 Tagen geliefert wird da ja noch auf die Freigabe gewartet werden muß und außerdem die nächsten 4 Tage Feiertage sind (Opferfest).

Der ganze Spass hat mich insgesamt fast 200€ gekostet.

Am meisten genervt hat das DGF immer erst gewartet hat bis eine Sache abgearbeitet wurde und danach erst nachgesehen hat ob die anderen, bereits zugesendeten Daten richtig sind.

Mein Tip für alle die ein Paket in die Türkei versenden wollen: Versand an einen türkischen Staatsbürger und den Warenwert, wenn dies irgendwie möglich ist unter 150€ deklarieren. Dann wird keine Steuer fällig und die ganze Prozedur muß nicht durchgeführt werden.

In meiner Wartezeit habe ich auf dem Campingplatz viele interessante Leute kennen gelernt. Unter anderem ein deutsch-chinesisches Paar aus Deutschland (Günther und Sunny). Sunny hat mich spontan zu einem Interview aufgefordert. Sie hat in China einen Youtubekanal in dem sie diese Interviews veröffentlicht. Wir haben dabei viel gelacht. Hier das Ergebnis.

Ansonsten habe ich inzwischen, da ich ja viel Zeit habe, sogar meine Steuererklärung gemacht und unmengen an Büchern gelesen.

Die Strecke die ich eigentlich für meine Türkeireise geplant hatte ist inzwischen nicht mehr realisierbar da ich Ende Juli-Anfang August wieder in Bulgarien sein will. Die Gegenden die ich nicht abfahren kann werde ich dann im nächsten Jahr sehen. Ich habe ja Zeit.

In der letzten Woche wäre mir morgens um 5 Uhr, auf dem Rückweg von der Toilette, fast ein Heissluftballon auf den Kopf gefallen 🙂

Der Campingplatzbesitzer macht inzwischen jeden Tag Witze über mich. Ich wäre sein bester Gast und da ich ja eine Reservierung für 3 Monate habe (siehe Unterlagen für das Paket) auch sein einziger Dauergast 😉

Ich habe auf jeden Fall viel über die Bürokratie in der Türkei gelernt. Es hilft auf jeden Fall wenn man optimistisch bleibt und viel, viel Zeit hat.

Türkei – Eine Panne kommt selten alleine

Türkei – Eine Panne kommt selten alleine

Da ich erst Abends um 18 Uhr mit der Fähre im türkischen Cesme ankommen sollte habe ich mir im Voraus in einem Hotel ein Zimmer gebucht. Allerdings verzögert sich sowohl die Abfahrt der Fähre als auch die Abfertigung bei der Einreise in die Türkei so daß ich erst um 21 Uhr im Hotel ankomme. Das Hotel kostet mit wirklich reichhaltigem Frühstück nur 16 €.

Am nächsten Morgen kaufe ich erst eine türkische Sim-Karte für mein Telefon und fahre dann etwas ins landesinnere, weg von der Küste.Inzwischen funktioniert die Kupplung in kaltem Motorzustand kaum noch. Erst wenn der Motor warm ist gelingt ein Weiterfahren. Ich mache mir bereits Gedanken wo ich das Motorrad reparieren soll, fahre aber trotzdem weiter.

In einem kleinen Bergdorf liegen vor einer Bauernhaustür Brote aus. Für umgerechnet 80 Cent bekomme ich ein Riesenbrot. Abseits der Touristenregionen ist die Türkei wirklich sehr günstig.

Von Anfang an gefällt mir die Türkei sehr gut. Landschaftlich sehr abwechselungsreich mit sehr herzlichen, gastfreundlichen Menschen. Fast bei jedem Stop hält jemand an um ein Schwätzchen zu halten oder läd mich zum Chai trinken ein. Auffallend hierbei ist das relativ wenige Menschen im Hinterland englisch sprechen. So wird ein kleiner Plausch schnell zum Erzählen mit Händen und Füßen.

Abends kehre ich auf einem Campingplatz ein. Als ich morgens losfahren will komme ich kaum vom Platz weil die Kupplung noch mehr alls normal streikt. Ich habe die Fehlerbeschreibung sowohl meinem Händler als auch Ural Europa zugesendet und habe von beiden die Diagnose bekommen das warscheinlich die Kupplungsscheiben defekt sind. Meine Freundin Petra mit ihrem LKW steht zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Antalya. Ich beschließe dorthin zu fahren und das Motorrad zu reparieren. Petra mit ihrem Riesentruck hat mehr Werkzeug als ich mit. Falls mir was fehlt kann ich mir es bei ihr leihen.

Von den 600 Km Fahrtstrecke fahre ich trotz des Defektes die Hälfte über kleine Bergstraßen.

Drei Tage später komme ich an und schlage auf dem Campingplatz in direkter Nähe zu Petras LKW mein Zelt auf.

Da ich an der Ural noch nicht so viel geschraubt habe hat mir mein Händler die Reihenfolge der Demontage geschickt. Nochmals Danke an Herr Apel (Autohaus Apel in Erfurt) für seine Geduld und den guten Service. Es dauert eine ganze Weile bis ich alles demontiert habe und das Getriebe vom Motor abziehen kann. Die Kupplungsscheiben sind wieder Erwarten noch in Ordnung. Bei der Fehlersuche stelle ich dann fest das der am Getriebe angebrachte Kupplungsbetätigungshebel so fest geschraubt ist das er verklemmt ist. Das muß von Anfang an so gewesen sein. Die Kupplungsfedern waren aber trotzdem stark genug den Hebel immer wieder zurück zu drücken. Leider war allerdings im Getriebe ein Gleitstück nicht richtig geschmiert und schwergängig. Das war dann anscheinend zu viel für die Federn.

Mein Problem war jetzt das ich, um die Kupplung wieder zusammenbauen zu können, ein Zentrierwerkzeug für die Kupplungsscheiben benötigte. Wie meist in solchen Fällen hilft hier auch der Zufall. An dem Abend setzt sich ein netter deutschsprechender türkischer Herr zu uns und ich frage ihn ob er eine Werkstatt kennt die mir so ein Werkzeug anfertigen kann. Am nächsten Morgen fährt er mich mit seinem Auto zu einer solchen Werkstatt und übernimmt auch gleich die Übersetzung und die Preisverhandlung bevor er mich dort alleine läßt. Das ist Hilfsbereitschaft pur.

Nach 2 Stunden und weiteren Diskussionen habe ich dann für umgerechnet 16 € mein Werkzeug und werde sogar noch von dem Lehrling zum Campingplatz zurück gefahren.

Der Kupplungseinbau klappt super und am Abend habe ich die Ural, ohne das Schrauben übrig geblieben sind, wieder fahrbereit.

Jetzt will ich endlich etwas von der Türkei sehen. Ich verabschiede mich von Petra und fahre in Richtung Taurusgebirge los.

In der Türkei ist überall Wildcampen erlaubt und das nutze ich auch aus. Manchmal sind sogar an Quellen auch Toiletten zu finden.

Ähnlich wie schon in Albanien sind die Berglandschaften unglaublich und ich halte oft an um Bilder zu machen. Die Pässe die ich fahre sind teilweise bis zu 2000 m hoch und manchmal über den Wolken.

Am dritten Tag dann ertönen Geräusche aus der Getriebegegend der Ural und werden immer lauter. Ich bin inzwischen bereits 900 km gefahren. An der vorherigen Reparatur kann es also nicht liegen. Sehr beunruhigt biege ich wieder in Richtung Mittelmeerküste ab und miete mich in einer Pension ein. Nach einem Getriebeölwechsel kommt auch keine Klarheit in die Ursache der Geräusche. Es waren zwar Späne an der Ablaßschraube, die Menge klassifizierte mein Händler aber noch als normal für eine Ural.

Da die Pension sehr einsam gelegen war kommt hier eine Reparatur nicht in Frage. Ich brauche zumindest Lebensmittelmärkte in der Nähe um mich versorgen zu können.

Ich beschließe noch weiter nach Kappadokien zu fahren. Den Ort Goröme wollte ich sowieso besuchen um die Unmengen an Heißluftballons die dort jeden Morgen starten zu sehen. Da der Ort ein touristisches Zentrum ist gibt es dort alles was ich brauche und werde dort bestimmt auch andere Reisende treffen. Etwas Angst das die Ural die immerhin 600 Km nicht schaffen könnte hatte ich schon.

Geplant hatte ich für die Fahrt dorthin 3 Tage. Als ich am zweiten Tag mitbekomme das zwei andere Motorradfahrer (Frank und Fabi / clf-Team) ,die ich schon in Bodrum treffen wollte, bereits auf dem dortigen Campingplatz sind, fahre ich die restlichen 370 Km an einem Tag wobei mich mein Navi wieder einmal auf Abwegen führt. Irgendwann nach Unmengen an Matschlöchern kann ich die Strasse nicht mehr vom angrenzenden Acker unterscheiden und drehe um.

In Goröme angekommen erwarten mich dort nicht nur Frank und Fabi sondern auch noch drei Radfahrer (Sonja, Alex und Kathrin). Am nächsten Abend kommt noch Markus, ein weiterer Motorradfahrer dazu. Wir quatschen viel und kochen zusammen Essen. Inzwischen habe ich organisiert das ein Ersatzgetriebe hierher geschickt wird. Ich werde das defekte Getriebe dann direkt zu Ural schicken. Mal sehen was dran ist.

Sonja und Alex fahren zwei Tage später weiter. Wir restlichen 5 besichtigen zusammen eine unterirdische Felsenstadt die 30 Km entfernt liegt. Ganz schön niedrig die Gänge dort aber durch die erstaunliche Weitläufigkeit sehr interessant.

Zwei Tage später fahren Frank, Fabi und Markus weiter. Dafür kommen am nächsten Tag zwei weitere Radfahrer hier an (Julia und Tillmann). Ein Motorradfahrerpärchen aus Holland hat uns an dem Tag Bilder von Ihrer Ballonfahrt gezeigt. Die waren so begeistert davon das Kathrin Julia und ich spontan beschlossen haben das auch mal zu machen. Wir haben für den nächsten Tag gebucht. 150€ kostet der Spass ist aber im nachhinein betrachtet das Geld wert.

Aufstehen war um 3 Uhr morgens angesagt da wir um 3:40 Uhr abgeholt wurden. Bereits auf dem Startplatz der Ballons war es spektakulär.

Insgesamt waren wir 20 Personen in der Gondel. An dem Tag sind 165 Ballons auf einmal gestartet. Was für ein Schauspiel.

Zum Abschluß gabs noch Sekt und ein Zertifikat.

Vollkommen aufgedreht kommen wir wieder auf dem Campingplatz an. Den Rest des Tages habe ich ziemlich verschlafen. 4 h Schlaf waren einfach nicht genug.

Am nächsten Tag verabschiedet sich Kathrin.

Etwas neidisch bin ich schon das alle weiterfahren und ich hänge hier fest. Es gibt aber schlechtere Plätze als diesen. Das Paket sollte eigentlich heute endlich per Express versendet werden. Mal sehen wie lange der Transport dauert.

In den nächsten Tagen habe ich immerhin endlich mal Zeit die ganzen Dinge zu erledigen die ich vor mir hergeschoben habe. Langweilig wird es hier bestimmt nicht.

Griechenland – Kos / Samos / Chios

Griechenland – Kos / Samos / Chios

Mit der Fähre komme ich morgens um 9 Uhr in Kos an und fahre gleich direkt bei meinen Freunden Rory und Karen vorbei. Ich hatte den beiden nicht mitgeteilt das ich nochmal auf Kos sein werde und so war die Überraschung groß als ich plötzlich auf dem Hof stand.

Danach fahre ich zu der Tierhilfsstation GASAH wo ich vor zwei Jahren bereits, bedingt durch den ersten Lockdown, 5 Monate gearbeitet habe. Dort will ich die nächsten 2 Wochen Station machen. Irene, die super nette und sympatische neue Chefin dort begrüßt mich überschwänglich und zeigt mir einige Dinge die in der nächsten Zeit zu reparieren sind. Auf Gasah gibt es immer viel zu reparieren 🙂

Ich repariere Zäune und Tore, baue etwas neues auf dem Ziegenspielplatz und mähe den Rasen. Es macht Spass etwas nützliches zu tun zu haben.

Irene ist auch mal im Beiwagen mitgefahren.

Marissa, die auch zum festen Team auf Gasah gehört, und meine Freundin Marion haben ebenfalls eine Fahrt im Beiwagen absolviert.

Nach zwei Wochen werde ich langsam wieder unruhig. Ich will weiter in Richtung Türkei. Eigentlich geht ab Anfang Mai eine kleine Fähre die auch 2-3 Autos transportieren kann von Kos ins türkische Bodrum. Leider konnte mir niemand sagen wann diese Fährlinie in diesem Jahr endlich den Betrieb aufnimmt.

Nach einer weiteren Woche warten entschließe ich mich dazu einen Umweg in Kauf zu nehmen und von Chios in das türkische Cesme überzusetzen. Nach 3,5 Wochen auf Kos nehme ich die Fähre nach Samos um von dort aus mit einer anderen Fähre nach Chios zu fahren.

Es war wieder einmal eine wünderbare Zeit auf Kos. Gasah ist für mich ein Ort an dem ich mich wohl fühle und wo ich Freunde habe.

Für Samos habe ich nicht viel Zeit da die Fähre nach Chios bereits am nächsten Tag fährt . Diesmal ist es eine Schnellfähre. Bei etwas Seegang war die Fahrt für mich grenzwertig. Normalerweise werde ich nicht seekrank aber hier war es nah dran.

Ich fahre einmal rund um die Insel, die sehenswert ist. Gut ausgebaute Straßen mit vielen Kurven, Nadelwälder und schroffe Berge sind hier zu finden. Außerdem ist hier Ende Mai der Touristenstrom noch nicht angekommen.

Mit der Fähre komme ich morgens auf Chios an und fahre hier ebenfalls komplett um die Insel herum. Die Fähre in die Türkei geht am übernächsten Tag. Chios ist die 8. oder 9. griechische Insel die ich besuche. Alle Inseln , außer Kos, haben meiner Meinung nach landschaftlich sehr viel zu bieten und bringen ein Motorradfahrerherz zum schneller schlagen.

Auf einem sehr schlechten Weg zu einem Strand fahre ich mich kurzzeitig fest und schaffe es grade so mit dem zugeschalteten Beiwagenantrieb wieder auf die befestigte Strße zu kommen. Danach funktioniert allerdings die Kupplung nicht mehr so gut.

Zum Abschluß besuche ich noch ein altes Kloster.

Am 22.05.22 fahre ich dann mit einer kleinen Fähre in die Türkei. Mit der nicht gut funktionierenden Kupplung schaffe ich es grade so über die Rampe der Fähre.

Für die Türkei, das erste Land auf meiner Reise welches nicht in Europa liegt, habe ich mich ungefähr 2 Monate eingeplant.

Athen, Kreta und Rhodos

Athen, Kreta und Rhodos

Auf dem Weg nach Korinth durchquere ich den Pelopones nach einmal. Am Anfang war es ein komisches Gefühl wieder alleine unterwegs zu sein aber es fühlt sich gut an wieder auf Reise zu sein.

In Korinth mache ich ein paar Tage Station um mir die Gegend anzuschauen. Der Korinthkanal ist sehr eindrucksvoll. Ansonsten hat die Stadt, meiner Meinung nach, aber nicht viel zu bieten.

Mein nächstes Ziel ist Athen da ich dort bei einer Ural-Vertragswerkstatt eine Wartung an meinem Motorrad machen lassen will. Hierbei fahre ich einen kleinen Umweg am Golf von Korinth lang. Das ist landschaftlich viel schöner als der direkte Weg über die Autobahn.

Am Nachmittag komme ich mehrfach über die Schneegrenze und es wird kühl. Irgendwann wird mir zu kalt und ich suche mir ein Hotel in der Nähe. Für die nächste Nacht ist bis zu 30cm Neuschnee angesagt und es ist nicht klar ob ich am nächsten Morgen weiter fahren kann. Ich habe aber Glück und es fällt so gut wie kein Schnee.

In Athen genehmige ich meiner Ural erst einmal eine Vollwäsche um das ganze Salz wieder runter zu bekommen.

Ich habe mich in der Stadt in einem Hostel für 5 Tage eingemietet und will mir, wenn ich schon mal hier bin, die volle Touristenladung incl. Akropolis und co geben. Dank Vorsaison kostet das Ticket für die Akropolis auch „nur“ 10 Euro.

Rund um die Akropolis gibt es noch einige andere Sehenswürdigkeiten die ich mir auch noch zum großen Teil ansehe. Irgendwie bin ich langsam in Bezug auf griechische Altertümer etwas abgestumpft. Für mich sehen die irgendwie alle fast gleich aus und sprechen mich nicht mehr wirklich an.

Die besagte Uralwerksstatt überrascht mich etwas. Ich hatte mich einige Tage vorher per Email für eine Wartung angekündigt und es wurde mir zugesagt das diese kurzfristig durchgeführt würde. Unter der angegebenen Adresse finde ich dann einen komplett zugestellten kleinen Verkaufsladen ohne Werkstatt. Der sehr nette Besitzer des Ladens schickt mich zu einer Werkstatt mit der er zusammen arbeitet. Diese erweisst sich als Autowerkstatt und liegt 2,5 Km entfernt. Im Gespräch mit dem Mechaniker vor Ort wird mir gesagt ich könne in 2 h wiederkommen. Bis dahin sei die Wartung durchgeführt. Da bin ich dann doch etwas irritiert. Die Ventile einstellen sollte man soweit ich das weiss eigentlich nur bei kaltem Motor.

Als ich nach 2 h wiederkomme sind die Ölwechsel gemacht und auch die Ventile eingestellt. Mit der Dauerfehlermeldung der einen Lambdasonde tun sie sich alledings etwas schwerer. Ich muß dem Mechaniker zeigen wie er mit dem Laptop Kontakt zur Motorsteuerung aufnehmen kann und die Fehler resetet. Den Fehler an der Sonde finden sie aber nicht.

Einige Tage später geht endlich meine Fähre nach Kreta. Leider sind tiefe Temperaturen und Dauerregen für die ersten 6 Tage auf Kreta angesagt. Daher miete ich auf einem Campingplatz einen Wohnwagen an und sitze die Zeit gemütlich ab. Trotz der Regenschauer gehe ich in einem herrlichen kleinen Tal mit vielen Mühlenruinen Wandern und schaue mir die Stadt Rethymno an.

Ich bin von Anfang an begeistert von der Vielfalt die Kreta zu bieten hat. Lange, zu dieser Zeit noch einsame Sandstrände und hohe Bergregionen, ähnlich wie am Peloponnes aber alles noch ein bisschen größer. Von der Nordwestspitze der Insel fahre ich bei 20°C das erste Mal in die Berge und bin sehr erstaunt als ich mich nach einer halben Stunde in einem Talkessel mit 20cm Schnee wiederfinde in dem einige Leute mit Langlaufski unterwegs sind.

In den nächsten Tagen fahre ich im Zickzack immer wieder von der Nordküste zur Südküste und zurück. Möglichst kleine Straßen mit vielen Kurven. Es macht unheimlichen Spass und sowohl Berge als auch Meer bieten immer wieder beeindruckende Aussichten.

Eine Freundin von Carolin ist zu dieser Zeit auf Kreta. Saarangi wohnt bei Freunden die ein Haus hier gemietet haben. Da ich praktisch direkt an dem Ort vorbei komme treffe ich mich mit Ihr. Sie und auch ihre Freunde sind mir auf Anhieb sympatisch und ich werde gleich dazu eingeladen dort zu übernachten. Vor lauter reden habe ich dabei vergessen Bilder zu machen. War ein wunderbarer Abend. Ab und zu tut es gut mit jemandem reden zu können wenn man die ganze Zeit alleine unterwegs ist.

Ich habe keinen festen Zeitplan für Kreta und fahre einfach drauflos. Morgens schaue ich mir in Google Maps an welche Strassen in der Richtung ich fahren will kurvig aussehen und ob auf dem Weg irgendwelche Sehenswürdigkeiten liegen und programmiere die Route in mein Navi. Wenn ich keine Lust mehr habe zu fahren suche ich mir einen Platz für mein Zelt oder einen Campingplatz in der Nähe.

Ich besuche auch den Palast von Knossos der in allen Reiseführern angepriesen wird. 15€ Eintritt sind, dafür das nicht viel zu sehen ist und die auf den Bildern zu sehenden Säulen nicht orginal sind wirklich happig. Nicht so mein Ding.

Was mich wirklich in Griechenland wundert ist, daß alle möglichen kaum sichtbaren alten Grundmauern als Sehenswürdigkeiten angepriesen werden, man aber wirklich nicht viel zu sehen bekommt, dafür ein paar Kilometer weiter manchmal eine komplette Burg fast zugewachsen auf einem Berg steht und man die ohne Eintritt zu bezahlen besichtigen kann.

Mich interessieren die kleineren unbekannteren Dinge mehr als die die von Touristenströmen belagert werden.

Was mich auch wundert ist, daß die Straßen zu vielen Sehenswürdigkeiten extrem schlecht ausgebaut sind. Ist manchmal ein ganz schönes Gehoppel um dort anzukommen aber ein guter Test für die Geländegängikeit der Ural.

Irgendwie suche ich aber auch zum Teil die schlechten Straßen um in die eher unberührte Natur zu kommen. Ich bin immer mehr begeistert von meinem Gespann das in Bezug auf Geländegängikeit um Klassen besser ist als mein altes Hondagespann. Dank dem Rückwärtsgang und dem zuschaltbaren Beiwagenantrieb mache ich mir nicht mehr bei jedem etwas höheren Stein Sorgen machen wieder einmal aufzusetzen oder festzustecken. Ein sehr beruhigendes Gefühl.

Und immer wieder das Problem mit den Wasserflaschen nicht durcheinander zu kommen. In welcher war jetzt Wasser und in welcher Raki….?

Gefühlt habe ich in Kreta viel mehr Bilder gemacht als in anderen Gegenden in denen ich unterwegs war. Selbst wenn ich mir die Bilder jetzt anschaue bin ich immer noch überwältigt von den Eindrücken. Also bitte entschuldigt das ich relativ wenig schreibe. Ich denke die Bilder sprechen für sich.

An manchen Plätzen an denen ich wildcampe ist den ganzen Tag kein Fahrzeug in der Nähe zu hören.

Die letzten Tage auf der Insel miete ich mir wieder ein Hotelzimmer und wandere ein bisschen. Meine nächste Station ist Rhodos. Ich will noch einmal zur Insel Kos auf der ich bereits vor 2 Jahren im ersten Lockdown war und dort Freunde besuchen. Da es keine direkte Fährverbindung von Kreta aus dorthin gibt führt mein Weg mich über Rhodos.

Auf Kreta bin ich knapp 1500 Km gefahren und habe noch lange nicht alles gesehen. Den Fehler an der Lamdasonde konnte ich inzwischen darauf zurückführen, daß zum Beispiel bei Bachdurchfahrten Wasser in die Sonde eindringt. Eigentlich sollte das nicht passieren. Ich habe das Problem an den Uralhändler bei dem ich das Gespann gekauft habe (Autohaus Apel) geschrieben und mir wurde eine neue Lambdasonde zugeschickt. Super Service.

Eigentlich sollte die Fähre um 14 Uhr in Heraklion abfahren und 7 Stunden später in Rhodos ankommen wo ich mir bereits in der Nähe das Hafens ein Hotel gebucht habe. Aber wie das halt manchmal so ist fährt die Fähre erst 3 Stunden später ab und hat auch auf der Strecke noch erheblich Verzögerung so das ich in Rhodos morgens um 5 Uhr total fertig von der Fähre komme. Leider stehe ich dann bei dem Hotel fast 3 Stunden vor verschlossenen Türen.

Den Tag verschlafe ich fast komplett. Am nächsten Tag schaue ich mir die Stadt Rhodos an. Auch wenn der Großmeisterpalast eine Rekonstruktion ist lohnt sich eine Besichtigung. Das in direkter Nähe gelegene Museum für Altertümer ist ebenfalls sehenswert. Die Stelle an der früher der Kolos von Rhodos, eines der 7 Weltwunder , gestanden hat schaue ich mir ebenfalls an. Insgesamt finde ich die Stadt mit ihren Befestigungsanlagen, den schmalen Gassen in der Altstadt und den Sehenswürdigkeiten interessant.

Ich habe ein paar Tage eingeplant um die Insel zu erkunden bevor ich weiter nach Kos fahre. Rhodos hat zwar keine so hohen Berge wie Kreta, besitzt dafür aber einen ganz eigenen Charme. Anstelle der in Griechenland fast allgegenwärtigen Olivenhaine findet man hier meistens Nadelholzwälder.

Meine erste Tour führt mich ins Inselinnere zu einem Stausee. Dort finde ich einen super schönen Campplatz auf einer Landzunge direkt am See.

Rhodos ist auf jeden Fall sehenswert, zumindest bevor die großen Touristenströme hier ankommen. In der Hochsaison sind bis zu 100000 Touristen auf einmal hier. Das wäre mir zu viel. Jetzt, Ende April, ist noch nicht so viel los und die Straßen sind noch relativ leer.

Zwischendrin mache ich zwei Tage Pause auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Theologos bevor ich mich für die letzte Nacht vor der Fähre nach Kos nochmal nach Rhodos in ein Hotel umquartiere. Die Fähre fährt morgens um 6 Uhr ab und ich möchte möglichst nah am Hafen übernachten damit ich nicht zu früh aufstehen muß.

Inzwischen hat die Ural in den 7 Monaten in denen ich sie jetzt habe bereits über 12000 Km auf dem Tacho.

Und nocheinmal Griechenland

Und nocheinmal Griechenland

Nach 32 h Fahrt mit der Fähre von Venedig nach Patras komme ich dort Nachts um 0:30 Uhr an und mache mich auf den Weg zu dem Campingplatz Aginara wo Carolin bereits ist.

Am nächsten Tag hat Thomas, den ich letztes Jahr hier auf dem Platz kennengelernt habe und der auch wieder hier ist, Geburtstag und wir sind eingeladen.

Er kommt auch, so wie Carolin, aus München und dank des in den letzten Monaten intensivierten lernens (verstehens) der bayrischen Sprache muss ich diesmal nicht bei jedem zweiten Satz nachfragen was er gesagt hat 🙂

Carolin und ich machen in den nächsten Tagen mit meinem Gespann ein paar Tagestouren zu den Neda-Wasserfällen und in die Spitze des ersten Fingers des Peloponnes. Das Wohnmobil bleibt dabei an dem Standort zurück an dem wir jeweils übernachten.

Hier wird auch die geländetauglichkeit der Ural ein erstes Mal getestet. Gleich am Anfang fahre ich mich im Sand in Strandnähe fest. Aber dafür gibts ja den Beiwagenantrieb. Eingeschaltet und ruck zuck waren wir wieder draussen. Am Anfang habe ich, wie bei dem CX-Gespann , einen Bogen um jeden etwas höher aus dem Weg herausragenden Stein gemacht, da ich da mit der Honda regelmäßig aufgesetzt habe. Ich mußte mich erst einmal dran gewöhnen das die Ural da einfach drüber fährt, da sie ja eine wesentlich höhere Bodenfreiheit besitzt.

Zum Teil sind wir auch mit beiden Fahrzeugen auf verschiedenen Strecken gefahren und haben uns dann Abends wieder irgendwo getroffen.

Am 18.02. , meinem Geburtstag haben wir uns nochmal mit Thomas und Dagmar getroffen. Es gab sogar einen Kuchen von Martina.

Eine ganz besondere archäologische Stätte haben wir in Ancient Messini besichtigt. Übernachtet haben wir direkt an der alten Stadtmauer. Sehr eindrucksvoll hier.

Sie hat zwar einen Motorradführerschein wollte das Gespann aber nicht fahren 🙂

Auf dem Campingplatz in Finikounda treffen wir Ina und Micky, die Carolin im letzten Jahr , genauso wie mich, auch hier kennen gelernt hat. Ina wollte gerne mal im Beiwagen mitfahren also machen wir eine kleine Tour.

Carolin hatte in Pylos einen Termin mit einer Lackiererei ausgemacht die das Wohnmobil etwas aufbessern sollten. Das sollte ungefähr eine Woche dauern. In der Zeit sind wir dann zusammen mit dem Gespann herum gefahren.

Gleich am ersten Tag der Fahrt hab ich dann den roten Schlamm der Mani (2. Finger des Peloponnes) getestet. Die Pfützen sahen gar nicht so aus. Das sie so schlammig sein könnten hätte ich nicht gedacht. Ich bewundere Carolin dafür das sie so ruhig geblieben ist 😉

Wir haben dann aber doch noch einen Platz für das Zelt gefunden der nicht schlammig war.

Am nächsten Tag sind wir zuerst über einen teilweise sehr schlechten Weg zu einer Schlucht in der Nähe gefahren.

Es gibt wirklich wunderschöne Stellen hier und die Ausblicke sind teilweise atemberaubend schön. Manchmal will man alle paar Meter anhalten und Bilder machen.

Ich hatte eine kleine kurvige Strasse in Google Maps gesehen die von der Westküste der Mani in der Nähe von Kardamili quer durch die Berge zur Ostküste in Richtung Githio führt. Diese Strasse war dann nach relativ kurzer Zeit eine einspurige Schotterstrasse die immer höher in die Berge führte. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht wirklich klar bis auf welche Höhen es gehen könnte. Im nachhinein hätte ich es mir aber denken können da die Strasse relativ dicht an dem höchsten Berg der Mani dem Profitis Ilias vorbei führt.

Mit der Zeit wurde es doch recht kalt. Irgendwann dann hatten wir die Schneegrenze erreicht und standen vor 20 cm tiefem vereisten Schnee. Eine einsame Fahrspur zog sich durch den Schnee. Viel befahren war der Pass offensichtlich nicht. Mein erster Impuls war umdrehen. Nachdem Carolin bis hinter die nächsten Kurven gelaufen war meinte sie dahinter wäre kein Schnee mehr. Wir sind beide davon ausgegangen das dort endlich die Kuppe des Passes ist.

Zu dem Zeitpunkt waren wir ungefähr auf einer Höhe von 1500 m. Da das erste Schneebrett gut zu durchfahren war sind wir weiter gefahren. Bis zur Kuppe kamen noch einige solcher Stellen. Dadurch das auf dem Schnee eine dicke Eisschicht war war an Vollgasgeben nicht zu denken. Das Gespann brach sofort zur Seite aus. An einer Stelle habe ich die Ural dann festgefahren.

Für eingefleischte Ural und Geländefahrer wäre das warscheinlich keine Herausforderung gewesen. Für mich, der immer nur Strassenmotorräder hatte aber schon. Ehrlichgesagt war ich sehr froh als wir nach einigen hundert Metern Schnee endlich wieder auf einem eisfreien Weg angekommen sind.

Da uns beiden nach der Aktion kalt war haben wir uns ein Appartment geleistet.

Am nächsten Tag gings dann weiter in Richtung der Spitze der Mani. Dort wollten wir uns wieder mit Thomas treffen. Rainer und Carola, die ich ebenfalls vom letzten Jahr bereits kenne , waren auch dort.

Bei nicht mehr ganz so gutem Wetter sind wir dann am nächsten Tag bis zum südlichsten Punkt des Fingers gefahren und haben auf dem Rückweg nochmals in dem Appartment übernachtet.

Inzwischen hatte die Lackiererei angerufen das das Wohnmobil fertig wäre. Die nächsten Tage haben wir wieder den Campingplatz in Finikunda als Basis genommen. Wir wollen noch ein kleines abgelegenes Bergdorf besuchen und dort in der Nähe campen.

In der Nähe des Dorfes ist auch eine Ausgrabungsstätte mit alten Kuppelgräbern sowie eine kleine Kirche die wir besichtigt haben.

Nachdem wir noch ein paar Tage zusammen auf dem Campingplatz verbracht haben fahre ich alleine in Richtung Korinth weiter. Hier trennen sich leider die Wege von Carolin und mir. Wir wußten dies von Anfang an. Ich will auf jeden Fall weiter reisen und Carolin will ihre süßen kleinen Enkel in München aufwachsen sehen und auch den Crepestand weiter betreiben.

Danke für die wundervolle gemeinsame Zeit.