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Griechenland – irgendwie bin ich vom Pech verfolgt

Griechenland – irgendwie bin ich vom Pech verfolgt

Das für den 28.12.2020 von DHL angekündigte Expresspaket mit der Ersatzschwinge für das Hinterrad kommt natürlich nicht an dem genannten Termin an. Keiner scheint bei DHL zu wissen wann eine Auslieferung stattfinden soll. Das Paket ist immerhin am 23.12. in Athen eingetroffen. Es heisst also warten und hoffen.

Ich mache in der Zeit einige Spaziergänge am Strand lang. Dadurch das zumindest bis Anfang Januar noch einige andere Reisende auf dem Campingplatz sind ist es auch nicht so langweilig.

Petra, mit der ich zusammen von Bulgarien nach Griechenland gefahren bin , ist auch noch auf dem Platz. Sie erklärt sich dazu bereit mir die Haare zu schneiden. Irgendwie bekomme ich bei jedem Haarschnitt ein längeres Gesicht. Wo bloß die Haare hin sind?

Das DHL-Paket kommt dann endlich am 13.01.21 an. Ganze 3 Wochen nach dem Versand. Einen Tag vorher hat sich dann, nach mehreren Emails von mir, auch endlich einmal DHL gemeldet. Bei drei Wochen Paketlaufzeit gehen anscheinend auch DHL die Argumente aus. Mir wird der komplette Paketpreis erstattet.

Am nächsten Tag mache ich mich gleich an die Reparatur.

In dem Paket das bereits vor Weihnachten angekommen ist war auch mein neues Zelt. Bisher hatte ich irgendwie noch keine Lust es einmal testweise aufzubauen. Das hole ich jetzt nach. Irgenwie habe ich mich beim Kauf mit den Dimensionen des Zeltes vertan. Wenn der Eingang etwas breiter wäre könnte ich sogar mein Gespann darin parken 🙂

Zusammen mit Andreas, einem schwedischen Radfahrer, der bereits seit 15 Jahren unterwegs ist, feiere ich am meinem letzten Abend auf dem Campingplatz dann die Reparatur des Motorrades.

Da das Wetter in den nächsten Tagen schlecht und die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt gehen sollen miete ich mich für die nächsten Tage in einem Hotel ein. Auf dem Weg dorthin fahre ich noch etwas durch die Berge. Endlich wieder mit Miss Marple auf der Strasse zu sein macht Spass.

Am nächsten Tag macht mich der Hotelbesitzer darauf aufmerksam das das Beiwagenrad platt ist. Ich hangel mich im Moment von Panne zu Panne. Der Hotelbesitzer ruft sofort jemanden an und signalisiert mir, dass gleich jemand vorbei kommt um zu helfen. Nach 15 Minuten taucht ein Rollerfahrer mit einem Druckbehälter unter dem Arm auf und pumpt den Reifen auf. Ich folge ihm und stelle fest das er von einem Reifenservice der nur 200 m entfernt ist kam. Innerhalb von 10 Minuten ist mein Reifen geflickt und wieder eingebaut.

Nach vier Tagen im warmen Hotelzimmer fahre ich weiter in Richtung Pylos. Dort haben Tilo und Navina, ein deutsches Paar das ich auf dem letzten Campingplatz kennen gelernt habe, ein Häuschen mit einem zweiten Schlafzimmer gemietet. Hier kann ich die nächsten Tage unterkommen.

In Pylos dann erwischt es mich richtig. aus einer Seitenstraße heraus nimmt mir ein Kleinwagen die Vorfahrt und schiebt mich und das Motorrad mit Schwung zur Seite. Im ersten Moment stehe ich so unter Schock das ich nicht kappiere was passiert ist. Als ich absteige sehe ich die große Beule im Tank, ungefähr 10 cm vor der Stelle wo mein Knie war. Dort ist die Motorhaube des Autos eingeschlagen. Ich hatte also Glück im Unglück. Mein Knie hätte das garantiert nicht ausgehalten.

Der Unfallverursacher ruft die Polizei hinzu um den Unfall aufzunehmen.

Danach soll jemand von der Versicherung des Autofahrers vorbeikommen. In einer Stunde will jemand vorbeikommen. Die Frau des Fahrers sagt mir dann lächelnd das die Stunde in griechischer Zeit zu verstehen ist. OK, das kann dann dauern.

In der Wartezeit sehe ich mir den Schaden am Motorrad genauer an. Der Hilfsrahmen um den Motor, an dem der Seitenwagen aufgehängt ist, ist auf der rechten Seite bis an den Kühler herangedrückt. Der Alutank hat hat eine große Beule, scheint aber noch dicht zu sein und der Schalthebel ist nach vorne verbogen.

Nach fast 3 Stunden taucht dann endlich jemand von der gegnerischen Versicherung auf. Es handelt sich hierbei allerdings um den Fahrer eines Abschleppwagens der ein paar Bilder macht und den Unfall nochmal aufnimmt. Mir wird gesagt das die Versicherung sich in den nächsten Tagen bei mir melden wird.

Insgesamt scheint Miss Marple aber fahrtauglich zu sein. Nur mit dem Schaltheben habe ich Probleme zu schalten da er am Motorgehäuse schabt. In wie weit der Rahmen verzogen ist wird sich in den nächsten Tagen bei Testfahrten herausstellen.

Trotz dem Schaden am Motorrad kann ich wirklich froh sein das mir gar nichts passiert ist. Ich habe noch nicht einmal einen blauen Fleck abbekommen.

Im nachhinein habe ich festgestellt, dass ich gar nicht bis nach Pylos hätte fahren müssen. Das Häuschen war 7 Km vor der Stadt. Ich hatte mich mit der Adresse vertan. Der Unfall hätte also gar nicht passieren müssen 🙁

Mal sehen wie es weitergeht.

Griechenland – Das Winterquartier im Lockdown

Griechenland – Das Winterquartier im Lockdown

Ende November machen Petra und ich uns auf den Weg nach Griechenland.

Da Plowdiv direkt auf unserem Weg liegt beschließen wir uns die Stadt anzuschauen. Bisher sind mir die Gewichtsbegrenzungen an Brücken und Strassen nichts so aufgefallen aber da Petras LKW ein Gewicht von 21 Tonnen hat kann sie manche Stecken nicht fahren. Auf dem Weg in die Stadt übersieht sie einfach das 12 Tonnenschild und wir finden einen abgelegenen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt.

Wir bleiben 2 Tage dort an denen Petra erheblich mehr Energie zeigt als ich. Nach dem ersten Tag habe ich Muskelkater. Da Petra behauptet das wir gar nicht so weit gegangen sind schalte ich am zweiten Tag meinen Tracker ein. Irgendwie habe ich das Gefühl das Petra alle aufwärts führenden Treppen der Stadt findet 🙂 . Am Ende zeigt mein Tracker an das wir 13 Km gelaufen sind. Für mich Weichei eine beachtliche Leistung.

Es hat sich aber gelohnt. Plowdiv ist auf jeden Fall sehenswert.

Am 30.11. kommen wir in Sandanski, in der Nähe der griechischen Grenze, an. Dort wollen wir unseren für den Grenzübertritt benötigten PCR-Test machen lassen. Da die Temperaturen Nachts um den Gefrierpunkt liegen darf ich mit meiner Isomatte in Petras beheiztem LKW schlafen.

Der Test liegt dann am 2.12. vor und wir fahren zur Grenze weiter.

Petra reiht sich in die LKW-Schlange ein, ich in die der Autos. Nachdem ich dem Zöllner meine Papiere gegeben habe behauptet dieser, daß eine Einreise aus touristischen Gründen nach Griechenland wegen des Lockdowns zur Zeit nicht möglich sei. Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß auf der Seite der griechischen Regierung etwas anderes steht. Nach einigem hin und her schleppt er mich zu seinem Vorgesetzten und die Diskussion geht weiter. Nachdem ich klargemacht habe das ich auf jeden Fall einreisen will werde ich nach der Reservierung für das Hotel oder die Pension gefragt zu der ich fahren will. Ich teile den beiden mit, daß ich keine Reservierung habe da in Bulgarien bereits Schnee liegt und ich nicht sagen konnte wie lange ich mit dem Motorrad brauche um an den Peloponnes zu gelangen. Ich werde noch darauf aufmerksam gemacht das die Polizei, wenn sie mich anhalten sollte, mir ein Bußgeld aufbrummen wird da das reisen zur Zeit in GRiechenland nicht erlaubt sei. Dann werde ich zu dem Häuschen in dem der Corona- Schnelltest durchgeführt geleitet.

Petra ist inzwischen, ohne irgendwelche Diskussionen oder einen Schnelltest über die Grenze gekommen und wartet auf mich. Nach 20 min habe ich dann das negative Ergebniss und kann auch weiter fahren.

Da es mir zu kalt für das fahren auf kleinen Strassen durch die Berge ist fahre ich zusammen mit Petra die komplette Strecke Autobahn. An dem Raubbürgertum Griechenlands in Sachen Autobahngebühr sollte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden 🙂

Nach zwei Tagen kommen wir auf dem Campingplatz im Nordwesten des Peloponnes an.

Bedingt durch den derzeitigen Lockdown sind auf dem Campingplatz viele Reisende die abwarten wie es hier weitergeht. Ich komme schnell in Kontakt und wir haben einige gesellige Abende zusammen. Einige Strandspaziergänge gehören auch zu meinem Tagesablauf. Bei strahlendem Sonnenschein und um die 18 °C lässt es sich aushalten.

Endlich habe ich auch Zeit das Loch in der Isomatte, dass mich seit Montenegro dazu zwingt die Matte in der Nacht neu aufzublasen, zu suchen und zu flicken.

Nach zwei Wochen auf dem Platz werde ich wieder einmal unruhig. Nach einer Woche Dauerregen beschließe ich weiter nach Süden und auf dem Weg dorthin etwas kreuz und quer durch die Berge zu fahren. Ich gehe einfach davon aus, daß die Polizei auf den kleinen Strassen nicht so präsent ist.

Am ersten Abend finde ich einen herrlichen Zeltplatz auf einer Bergkuppe mitten in den Bergen.

Am zweiten Tag fahre ich weiter durch die Berge und genieße das Gefühl endlich wieder unterwegs zu sein.

Da Olympia auf meinem Weg liegt halte ich dort an. Leider sind durch den Lockdown alle Museen und historischen Plätze geschlossen und ich komme nicht rein.

Kurz darauf, in einer Kurve auf einer kleinen Strasse, gibt es einen Schlag und in Richtung Hinterrad eine starke geräuschentwicklung. Beim Nachschauen stelle ich fest das die Hinterradschwinge nicht richtig fest ist. In der Hoffnung das nur das Schwingenlager defekt ist versuche ich mit der Einstellschraube etwas mehr Druck auf die Lager zu bringen. Das bringt aber keinen Effekt. Sobald ich nur leicht in eine Kurve fahre kommt es zu starken Geräuschen. Ich vermute das die Antriebswelle aufgrund der losen Schwinge im Kardantunnel schabt.

Zurück zum Campingplatz sind es 65 Km. Für die Strecke brauche ich in ganz vorsichtiger Fahrweise 2 h.

Am nächsten Tag zerlege ich das Motorrad und muss feststellen das nicht das Lager defekt ist sondern der Bolzen der im Lager steckt von der Schwinge abgebrochen ist. Klasse. An der Stelle schweissen ist mir zu heikel da die beiden Lagerbolzen genau zueinander laufen müssen. Es ist also wieder einmal ein Ersatzteil fällig.

Wie immer bisher ist auf Ralf verlass. Er hat eine Schwinge im Lager und schickt sie mir super schnell zu. Ich habe extra, trotz der hohen Kosten von 200 € das Paket per Express versenden lassen da es mir um die Weihnachtszeit zu heikel war mit dem normalen Paketversand. Auf 4 Wochen Wartezeit habe ich wirklich keine Lust.

Voraussichtlich morgen soll das Paket ankommen und ich kann das Motorrad wieder fahrbereit machen.

Böse Zungen behaupten inzwischen das, wenn ich irgenwann mal zurückkommen sollte, das Motorrad durch die Vielzahl der inzwischen ausgetauschen Teile ein komplett andere Bike wäre. Tja, so ganz unrecht haben sie nicht 🙂

Bulgarien – Wieder einmal

Bulgarien – Wieder einmal

Nach einem kleinen Umweg durch die Ausläufer des Rilagebirges südlich von Sofia fahre ich wieder einmal ins Motocamp Bulgarien. Mein Paket mit dem Ersatzzylinderkopf dürfte bald dort ankommen. Der Spanngurt hat zwar als provisorische Halterung des Zylinderkopfdeckels gut gehalten, ich will aber doch langsam die Reparatur in Angriff nehmen.

Im Motocamp ist bedingt durch die Coronazeit nicht viel los. Nur ab und zu lässt sich in diesem Jahr hier ein Biker antreffen.

Mein Paket kommt ein paar Tage nach meiner Ankunft an und ich fange wieder einmal an das Motorrad auseinander zu schrauben.

Ich fahre zwar schon seit 25 Jahren CX500, diese Reparatur habe ich aber noch nie gemacht. Entsprechend nervös bin ich beim demontieren. Der Zylinderkopf wehrt sich auch sehr als ich ihn abbauen will. Dies gelingt mir dann unter tatkräftiger Hilfe von Peter, einem Iren der zur Zeit mit seiner Frau hier ist. Vermutlich ist dies das erste Mal in dem 40 jährigen Leben meiner CX das das Teil demontiert wird.

Da ich keine vernünftigen Dichtungsschaber mit habe brauche ich volle 6 Stunden bis die Dichtungsreste vorsichtig entfernt sind.

Leider hängt einer der Fixierungsbolzen der Kipphebelhalter im alten Zylinderkopf fest und will sich nicht entfernen lassen.

Gut das Phil, einer der Engländer die hier im Ort wohnen, eine gut eingerichtete mechanische Werkstatt hat und mir mal schnell so einen Bolzen anfertigt. Wieder einmal Glück gehabt.

Bei dem ersten Zusammenbau vergesse ich dann einen kleinen O-Ring den ich mir eigentlich schon extra zurecht gelegt hatte damit ich Ihn nicht vergesse. Also alles nochmal abschrauben und reinigen und die zweite Zylinderkopfdichtung aus dem Set einbauen.

Bei dem ersten Testlauf kommt dann etwas Kühlwasser aus der Zylinderkopfdichtung. So ein Mist. Jetzt habe ich keine weitere mehr als Ersatzteil. Ich bin zuerst etwas verzweifelt. Ralf, mein ständig hilfreicher Geist aus dem CX Forum gibt mir dann den Tip die Kopfschrauben noch einmal etwas zu lösen und mit mehr Kraft anzuziehen und siehe da es ist dicht. Danke Ralf. Du bist mein Retter.

Die erste Testfahrt sieht, abgesehen von einem kurzzeitig hängenden Schwimmer im linken Vergaser und daraus resultierenden Benzinverteilen auf die Strasse gut aus. Alles bleibt dicht.

Am nächsten Tag mache ich eine längere Testfahrt. Zuerst geht es nochmal zum Monument am Schipkapass. Da ist es Anfang November schon etwas kühl (das mag daran liegen das es sich auf 1500 m Höhe befindet) und die Wolken hängen tief. Es ist kaum etwas zu sehen.

Da ich keine Lust habe die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren beschliesse ich eine kleine Nebenstrasse parallel zum Schipkapass auszuprobieren. Die fängt eigentlich noch mit einer gut befahrbaren Strasse an. Als die Strasse dann einspurig und mit Schlaglöchern durchsetzt wird fahre ich trotzdem weiter. Eigentlich müßte ich doch inzwischen schlauer sein. Naja, bin halt ein Mann 🙂 .

Nach einem kleinen Dorf in der Mitte im Nirgendwo, in dem ich schon im ersten Gang Schlaglochslalom fahre kommt eine Matschstrecke die mich und das Gespann wirklich an die Grenzen bringt. Teilweise mit Vollgas und querstehend eiere ich 4-5 Km weiter. Immerhin kamen mir auf den letzten 10 Km 2 Autos entgegen. Es hätte mir zu denken geben sollen das es sich bei diesen um alte geländegängige Transporter noch aus russischer Produktion handelte.

Fotos von der Matschstrecke konnte ich nicht machen da ich dann vermutlich stecken geblieben wäre.

Nach einiger Zeit komme ich dann an eine schmale verwitterte Holzbrücke. Da muss ich drüber.

Die Alternative ist eine Bachdurchquerung die parallel zur Strasse verläuft.

Dann doch lieber die Brücke. Noch schnell eine kleinen Stamm in ein 20 cm Loch gelegt und auf gehts. Ich komme heil auf der anderen Seite an.

Auf den nächsten 5 Km muss ich dann insgesammt 5 mal durch einen Bach fahren. Das kostet mit dem Strassengespann doch etwas Überwindung aber den Matschweg fahre ich nicht mehr zurück.

Aber das beste kommt zum Schluss. Plötzlich führt die Strasse durch eine Unterführung einer Bahntrasse durch die auch der Bach fließt. Ich kann sehen das der Wasserstand am Ende tiefer ist, aber nicht wie tief. Also Augen zu und durch. Ich weiss jetzt das meine gute CX auch Wasserstände von 20 cm meistern kann auch wenn das Wasser durch den Schwung über den Beiwagen gedrückt wird. Ein guter Test für meine Fahrt Richtung Osten im nächsten Jahr.

Nach weiteren 10 Km halbwegs befahrbarem Waldweg (die Strasse ist in Google als Landesstrasse mit Nummer eingetragen) komme ich dann endlich wieder auf eine Teerstrasse. Gott sei Dank. Geschafft.

Als ich Abends dann ein paar Bilder der Tour auf Facebook stelle schreibt mir Linda, die Frau von Phil, das die Strasse eine ihrer liebsten Offroadstrecken in der Gegend ist. Aha. Wozu brauch ich ne Enduro wenn mein Gespann das auch kann 🙂

So langsam wird es kalt in Bulgarien. Die Zimmer im Motocamp sind zwar mit einer Elektroheizung ausgestattet aber durch die Tür zieht es und der Boden ist kalt. Deshalb suche ich mir ein Zimmer in der nahegelegenen Stadt Veliko. Ich checke dort im Hostel Mostel ein. Das kann ich wirklich nur empfehlen. Zu meiner Überraschungs sind sogar immer irgendwelche Reisenden hier.

Ich will bis Ende November abwarten ob der Lockdown in Griechenland verlängert wird und mich dann entscheiden ob ich nach Griechenland fahre oder den Winter in Bulgarien verbringe. Da Griechenland um einiges wärmer ist wäre mir diese Option lieber.

Ein paar Tage später bekomme ich dann eine Nachricht über Facebook von Petra, einer Deutschen, die mit einem alten, komplett ausgebauten Armeetruck. im Moment in Sofia ist . Sie fragt ob wir uns mal treffen wollen.

Ich sage zu und sie ist am nächsten Tag in der Nähe des Hostels. Wir verstehen uns auf Anhieb gut. Es tut mir außerdem gut auch mal wieder deutsch zu reden und nicht immer nach den Worten im englischen suchen zu müssen. Petra hat auch vor nach Griechenland zu fahren.

Wir machen in den nächsten Tagen das Städtchen unsicher. So viele Kilometer bin ich nicht in den letzten Monaten zusammen gelaufen wie wir jetzt an ein paar Tagen machen 🙂 .

Wir besichtigen die Burg und die Altstadt zusammen, gehen einige Male zusammen essen und Einkaufen. Irgendwie finden wir keine Ende mit dem Reden. Mit Petra kann man herrlich quatschen und sie kommt auch mit meinem manchmal komischen Humor klar.

Unter anderem besuchen wir auch das Museeum der Illusionen. Das war wirklich interessant und witzig.

Da waren schon, wie man auf den Bildern sehen kann witzige Dinge dabei.

Wer beim nächsten Bild glaubt das es sich um eine Spirale handelt sollte den Linien mal genauer folgen 🙂

Inzwischen ist die Nachricht, das der Lockdown in Griechenland verlängert wird bei uns angekommen. Petra will auf jeden Fall nach Griechenland weil es da wärmer ist, ich bin noch am zweifeln bis die Nachricht eintrifft, daß in Bulgarien am nächsten Wochenende ebenfalls die Bars und Restaurants schließen müssen. Ich entscheide mich mit Petra zusammen in Richtung Pelopones zu fahren.

Gestern war ich 1,5 Jahre unterwegs. Wie die Zeit vergeht. Wenn in diesem Jahr nicht alles so verrückt gewesen wäre hätte es mir zwar mehr Spass gemacht zu reisen, ich bin aber immer noch fest entschlossen weiter zu machen. Nach Deutschland zieht mich irgendwie nichts.

Serbien / Kosovo

Serbien / Kosovo

In Facebook habe ich durch Zufall das neue Motocamp Serbien gefunden. Meine bisherigen Erfahrungen mit den Motocamps (Pensionen nur für Motorradfahrer) in Rumänien und Bulgarien waren sehr gut. Deshalb will ich mir dieses Motocamp auch ansehen.

Ich hatte sowieso vor an der serbischen Grenze zu Bosnien in Richtung Norden zu fahren und das Motocamp liegt dabei auf dem Weg.

Bedingt durch das in diesem Jahr herschende Coronachaos sind in diesem Jahr ja sehr wenige Reisende unterwegs. Serbien steht außerdem bereits seit längerem in vielen Ländern auf der „roten Liste“. Es wäre also sinnvoll vorher anzufragen ob das Camp überhaupt geöffnet hat. Das mache ich natürlich nicht, sondern fahre einfach hin.

Das Motocamp hat natürlich geschlossen aber Dimitria die griechische Besitzerin läßt mich trotzdem dort übernachten. Ich werde super nett mit einem Raki empfangen.

Sie führt das Motocamp zusammen mit Ihrem Mann und einem Freund. Morgens bekomme ich jeden Tag ein super Frühstück und wir reden viel. Genauso wie in den anderen Motocamps stellt sich für mich ein kleines bisschen ein Gefühl von Zuhause ein. Ich fühle mich wohl hier.

Nach drei Tagen Erholung fahre ich weiter in Richtung Kosovo. Kurz vor der Grenze zum Kosovo gibt dann die Motorradbatterie komplett auf. Bei jeder Pause muss ich mit dem Starterkabel von der Beiwagenbatterie aus starten. In der nächsten größeren Stadt Novi Pazar finde ich dann nach langem Suchen und durchfragen endlich einen Shop der Motorradbatterien hat. Leider muß ich dann feststellen das in Serbien die Batteriepole seitenverkehrt angeordnet sind und die Kabel am Motorrad nicht lang genug sind.

Das ist aber auch hier in Serbien, genauso wie im gesamten Balkan, kein Problem. Der Ladenbesitzer winkt einfach den Elektriker von gegenüber zu uns und der macht schnell eine provisorische Kabelverlängerung. Geld will er dafür nicht haben. Klasse, In der Zeit in der er das macht unterhalte ich mich mit zwei älteren Herren die, dadurch das sie in Deutschland gearbeitet haben, etwas deutsch sprechen.

Die Batterie und die Kleinteile kosten mich dann 40 € und ich kann weiterfahren. Die Konstruktion sieht zwar sehr provisorisch aus, funktioniert aber einwandfrei,

Nach zwei Tagen Schlechtwetterpause in einem günstigen Hotel kurz vor der Grenze stehe ich dann an der Grenze zum Kosovo. Der Zöllner auf der Kosovoseite fragt mich nach einem Coronatest. Ich bin etwas überrascht und sage ihm das ich, laut dem deutschen auswärtigen Amt, keinen benötige. Nach einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten gibt er mir Recht.

Da meine deutsche Fahrzeugversicherung nicht für den Kosovo gilt muß ich dann noch eine Versicherung abschließen. Für den Transit von Albanien nach Montenegro vor 2 Monaten habe ich dafür 6 € bezahlt. Jetzt will ich ungefähr 10 Tage bleiben. Auf der Versicherungsbestätigung die mir am Schalter ausgehändigt wird steht ein Preis von 13 €. Bezahlen muß ich diesmal aber nichts. Die FRau am Schalter teilt mir mit das die ersten 4 Wochen für Motorräder kostenfrei sind. Das sollten die Ihren Kollegen an der albanischen Grenze vielleicht mal mitteilen 🙂

Mein erster Stop im Kosovo ist in der Stadt Peja kurz vor der albanischen Grenze. Hier checke ich für drei Tage in dem „Sky Hostel“ ein und treffe doch tatsächlich endlich mal andere Reisende mit denen ich ein bisschen reden kann. Ein schweizer und ein französischer Motorradfahrer haben ebenfalls dort eingecheckt.

Ich erkunde dann die Stadt ein bisschen.

Peja hat zwar in meinen Augen nicht so viele Attraktionen zu bieten aber es macht trotzdem Spass durch die Stadt zu schlendern.

Mein Eindruck vom Kosovo war von Anfang an positiv. Das einzige was ich über dieses kleine Land wußte war, dass es hier in den 90er Jahren einen Krieg gegeben hat. Die Menschen hier sind sehr freundlich und kommen auch zum Gespräch auf einen zu. Manche können auch ein paar Brocken deutsch sprechen. Die Preise für Lebensmittel und in den Restaurants sind super günstig.

Mein nächstes Ziel ist die südöstlich von Peja gelegene Stadt Prizren.

Dort checke ich im „Ura Hostel“ ein. Bis zum Abend kommen dann auch die zwei anderen Motorradfahrer die ich bereits in Peja kennengelernt habe im gleichen Hostel an. Die Welt ist klein 🙂

Abends machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu der in der Nähe gelegenen Burg um den Ausblick über die Stadt zu genießen.

Danach gehen wir gemeinsam mit einem Amerikaner der ebenfalls in dem Hostel wohnt etwas essen. Moktar, der französische Biker mit marokanischen Wurzeln erzählt mir einiges über den muslimischen Glauben. Sehr interessant.

Am nächsten Tag besichtige ich die Stadt. Anders als Peja finde ich Prizren sehr interessant. Diese Stadt hat Ihren eigenen Flair.

Nach drei Tagen fahre ich weiter in Richtung der Hauptstadt Pristina. Bisher waren die Strassen und Landschaften im Kosovo für mich nicht so bemerkenswert. Im östlichen Teil den Kosovo bekomme ich dann aber doch noch etwas Fahrspass.

Eigentlich wollte ich in Pristina wieder in einem Hostel einchecken. Die beiden Hostels die ich dort finde machen aber auf mich keinen guten Eindruck und liegen ausserdem beide im 4. Stock (ohne Aufzug). Auf der Suche nach einem günstigen Hotel komme ich dann direkt in den Wochenend-Feierabendverkehr. Klasse. Das macht wirklich Spass hier. Ich brauche über eine Stunde um aus dem Stadtzentrum wieder heraus zu kommen. Am Stadtrand finde ich dann ein Hotel.

Nach 2 Tagen Regen gebe ich den Plan auf mir die Stadt noch einmal anzusehen und fahre in Richtung Serbien weiter.

In der Pension in der ich als nächstes übernachte bekomme ich dann zum Frühstück (!!!) eine kleine Flasche Raki geschenkt. Das nehme ich natürlich an 🙂

Mein nächstes Ziel ist das Motocamp Bulgarien. Das Paket mit dem Ersatzzylinderkopf ist inzwischen dorthin auf dem Weg. Zwei Tage fahre ich noch in der Nähe der rumänischen Grenze durch schöne bergige Landschaften.

Kurz vor der Grenze mache ich in Negotin im „Basecamp for Adventurers“ halt. Einem sehr gemütlichen Ort mit nettem Besitzer.

An der rumänischen Grenze, an einem kleinen Grenzübergang, muss ich dann 30 Minuten warten bis der serbische Zöllner meine Daten aufgenommen hat. Entweder hatte er dort keinen Computer oder der war ausgefallen.

Ich fahre an der Donau entlang direkt zum nächsten Grenzübergang in Bulgarien. Der liegt nahe der Stadt Widin. Da sieht man was für ein Blödsinn die ganzen diesjährigen Coronamassnahmen sind. Durch den kurzen Umweg über Rumänien darf ich ohne Probleme nach Bulgarien einreisen. Eine direkte Einreise von Serbien aus ist aber nur mit negativem Test möglich.