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Serbien – Kurzer Abstecher auf dem Weg nach Bulgarien

Serbien – Kurzer Abstecher auf dem Weg nach Bulgarien

Der Grenzübertritt nach Serbien geht überraschend schnell. Innerhalb von 20 Minuten bin ich wieder in einem mir bisher unbekannten Land.

Ich habe mich dazu entschlossen einen kleinen Umweg in Richtung Westen auf dem Weg nach Bulgarien zu machen da ich einige Zeit an der Donau langfahren will. Das ist bereits das 4. Land auf meiner Reise in dem ich diesen imposanten Fluß sehe. Ich halte alle paar Kilometer an um Fotos zu machen.

Direkt an der Donau finde ich dann auch einen Campingplatz. Als ich jemanden dort auf Englisch anspreche antwortet der mir in norddeutschem Dialekt ohne Akzent. Es handelte sich um einen Kroaten der, nachdem er 23 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, jetzt in Serbien wohnt. Bei mir wäre er von der Sprache her als Deutscher durchgegangen. Respekt wenn man eine Sprache so lernen kann.

Auf dem Campingplatz weiss man sich offensichtlich zu helfen 🙂

Auf die Idee eine Kloschüssel mit Bauschaum zu flicken wäre ich nicht gekommen. Der Rest der sanitären Anlagen sah ähnlich aus.

Für den folgenden Tag habe ich mir, wohlwissend das es sich warscheinlich um schlechte Strassen handeln wird, kleine kurvige Strassen als Weg herausgesucht.

Alle Nebenstrassen haben zwar einen Teerbelag aber teilweise viele Schlaglöcher und Teerflicken. Auf manchen Teilstrecken kam es mir so vor als hätte ich ein bockendes Pferd unter meinem Hintern.

Die Landschaften aber waren atemberaubend schön. Ich konnte mich nicht satt sehen und habe sehr oft Pausen gemacht.

Nach einem ziemlich holprigen Fahrt komme ich an dem Campingplatz den ich mir als Ziel ausgewählt hatte an und stelle mein Motorrad vor der Schranke ab. Ich schaue mir grade die ausgehängte Preisliste des Campingplatzes an da sehe ich das mehrere Leute um mein Motorrad rumstehen und es bewundern.

Einer der Männer spricht mich in sehr gutem Englisch an und wir kommen ins Gespräch. Bereits nach 3-4 Sätzen sagt er mit einem Grinsen das der Campingplatz nicht so gut sei und er mir einen anderen Vorschlag machen könnte. Er hätte um die Ecke ein Ferienhaus und ich könnte, wenn ich wollte dort übernachten. Ich müßte allerdings erst ein Bier mit ihm und seinen Freunden trinken.

Da der Mann (Radoslav) einen netten Eindruck auf mich machte gehe ich mit. Ich kann ja immer noch sagen das ich auf dem Campingplatz übernachten will.

Seine Freunde sind ebenfalls sehr nett, können allerdings kaum Englisch und sind schon etwas angeheitert. Ich unterhalte mich eine ganze Weile mit den dreien und werde aus dem Stehgreif zum Essen eingeladen. Ich weiss nicht wie sie das hin bekommen haben, aber in den circa 20 Minuten in denen wir geredet haben hat die Mutter von einem der drei Essen gemacht.

Nach dem 2. Bier habe ich schon ganz schön Schlagseite. Ich beschließe die Einladung von Radoslav anzunehmen. Auf meine Frage ob es üblich in Serbien ist jemanden den man nicht kennt einfach so einzuladen sagt er mir: “wenn ein verrückter Deutscher über die Hoppelstrecke aus den Bergen hier eintrifft muss man ihn doch einladen”. Das nenne ich Gastfreundschaft.

Wir bringen also mein Motorrad zum Ferienhaus und reden mehrere Stunden über Serbien, Deutschland und die Welt. Von seiner Mutter wird dann abends ein sehr lecker schmeckendes Abendessen serviert. In dieser Nacht schlafe ich in dem mir zugewiesenen Bett sehr gut.

Morgens gibts dann ein ebenso tolles Frühstück und wir verabschieden uns. Obwohl er mehrmals nachgefragt hat ob ich nicht noch länger bleiben will fahre ich weiter.

Solche Gastfreundschaft habe ich noch nirgends erlebt.

Da ich noch mehr von den Bergen sehen will fahre ich an diesem Tag wieder teilweise sehr kleine Straßen.

Kurz vor der bulgarischen Grenze bietet sich mir ein herrlicher Panoramablick ins Tal.

Ich beschließe hier das erste Mal auf meiner Reise wild zu Campen und suche mir ein Plätzchen mit mit schönem Ausblick.

Abends erlebe ich dann einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Ich lege mich relativ früh hin um am nächsten Morgen nicht so spät an der Grenze zu sein. Da das alles relativ neu für mich und ich noch nicht so oft wild gecampt habe brauche ich etwas länger um einzuschlafen. Nachts um 12 Uhr werde ich dann von Musik und Geschrei wach. Keine 30 m oberhalb von mir machen ein paar Jungentliche weit ab von der Zivilisation Party und gucken in den Sternenhimmel. Na toll. Aber nach nur einer Stunde ist der Spuk vorbei und ich schlafe wieder ein. Pünktlich zum Sonnenaufgang werde ich wach und kann wieder einen super Ausblick genießen. Da macht das Frühstück Spass.

Dann packe ich meine Sachen und bin gegen 8 Uhr an der Grenze nach Bulgarien.

Ich war zwar nur 4 Tage in Serbien aber die herrliche Landschaft und die unglaubliche Gastfreundschaft haben mich für dieses Land begeistert. Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr noch einmal in dieses Land kommen.

Rumänien – Es heißt Abschied nehmen von diesem schönen Land

Rumänien – Es heißt Abschied nehmen von diesem schönen Land

In der Zeit in der ich im Motocamp Station mache habe ich mir in Herrmannstadt (Sibiu) die Innenstadt und das Freilichtmuseum angesehen.

Das Freilichtmuseum ist riesig. Nachdem ich nur ungefähr die Hälfte der Häuser angesehen habe hat mein Knie wieder Probleme gemacht und ich breche den Besuch ab.

Am Donnerstag packe ich dann meine Sachen und fahre in die Werkstatt eines Freundes von Doru um einen Ölwechsel an meinem Motorrad zu machen. Danach fahre ich weiter zu dem Treffen von Horizons unlimited das in der Nähe stattfindet.

Obwohl das Treffen das erste von Horizons in Rumänien ist, ist es hervorragend organisiert. Ich lerne viele nette Leute kennen.

Am Sonntag muß noch schnell ein Foto von den immerhin 3 Gespannen auf dem Treffen gemacht werden.

Da ich auf meinem Weg nach Süden noch einmal den Transalpinapass fahren will und der am Wochenende normalerweise brechend voll ist, entschließe ich mich noch eine weitere Nacht im Motocamp zu übernachten. Jörg, Andreas, Bertold, Carsten und Norbert ,die ich alle bei dem Treffen kennen gelernt habe, fahren auch dorthin.

Es wird ein sehr netter Abend. Da Andreas ebenfalls am Montag den Transalpina fahren will (er will danach Richtung Osten und ich, kurzentschlossen Richtung Südwesten, nach Serbien) haben wir beschlossen zusammen vom Motocamp aufzubrechen.

Andreas

Am Montag kommen wir erst gegen 13 Uhr los und bereits nach 30 Km fallen die ersten Tropfen Regen. Auch eine lange Kaffeepause hilft nichts und wir fahren die Strecke in Richtung Transalpina im Regen. Als Andreas Richtung Osten abbiegt fahre ich kurzentschlossen mit. Der kleine Umweg macht doch nichts. Wir fahren zusammen eine herrliche Strecke und checken Abends in einer Pension ein.

In der Nacht ist für mich kein Entkommen möglich da Andreas sein Bett vor der Tür aufstellt 🙂

Am nächsten Tag fahren wir noch eine Weile zusammen und verabschieden uns an einer Tankstelle. Ich fahre in einem großen Bogen zurück und komme nocheinmal über den Transalpinapass.

Dann biege ich in Richtung Süden ab. Ich fahre über teilweise sehr schlechte Straßen mit herrlichem Panorama.

Abends komme ich auf einem sehr abgelegenden Campingplatz auf fast 1100 m Höhe an. Dort mache ich einen Tag Station und gehe etwas spazieren.

Als ich zu meinem Zelt zurückkomme warten dort bereits mehrere Gleichgesinnte 🙂 . Aufgrund unserer ähnlichen Art verstehen wir uns prächtig. Leider konnten sie nicht auf ein Bier dableiben.

Ich fahre nicht direkt in Richtung Serbien weiter sondern mache noch einen Schlenker weiter nach Westen. Wahnsinn, die Strecke zwischen Slatina-Timis und Valea Minisului bekommt von mir in Sachen Kurven und Aussicht eine 1+. Leider hat meine Goprokamera gestreikt. Mir ist erst am Ende der Strecke aufgefallen das keine Bilder aufgenommen wurden.

An diesem Tag sehe ich das erste Mal in meinem Leben ein Ochsen- bzw. Kuhgespann.

Bereits am Tag vorher hat mich wieder mal ein merkwürdiges Geräusch am Hinterrad nervös gemacht. Am Abend auf einem Campingplatz kurz vor der serbischen Grenze nehme ich deshalb das Rad auseinander. Gott sei dank ist es nicht, wie befürchtet, wieder ein Lagerschaden, sondern der Antriebszahnkranz im Hinterrad ist hinüber. Tja, Transilvanien macht offensichtlich nicht nur Dracula spitze Zähne.

Da dieses Teil eines der wenigen Ersatzteile ist welche ich im Gepäck habe ist die Reparatur relativ schnell durchgeführt. Das Ersatzteil sieht zwar auch nicht mehr taufrisch aus, wird aber noch eine Weile halten.

Frühmorgens mache ich mich dann auf den Weg nach Serbien. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Land.

Auf Wiedersehen Rumänien. Ich hätte dich wirklich noch viel länger erkunden können aber dann sehe ich nichts mehr von Bulgarien und Griechenland. Ich verlasse ein Land welches mir wirklich mit seinen herrlichen Landschaften und seinen netten und hilfsbereiten Einwohnern in den letzten 10 Wochen ans Herz gewachsen ist.

Rumänien – Transfargasan – Transalpina

Rumänien – Transfargasan – Transalpina

Nach eine kleinen Pause auf dem Campingplatz in Remetea habe ich mich dann wieder auf den Weg in Richtung der Karparten gemacht. Am ersten Tag bin ich in Richtung Osten gefahren. Ich hatte bereits bei der Routenplanung mit meinem Garmin Navi gemerkt das ein Teilstück der ausgewählten Strecke schlecht sein muß da sich dieses wieder geweigert hat die Route anzunehmen.

Da ich Herausforderungen mag habe ich mich diesmal wissentlich dazu entschieden diese Strecke zu fahren. Das betreffende Teilstück befindet sich auf der DJ107E/V ab Strassburg. Der Fahrbahnbelag war auf dieser Strecke meistens gut und liess sich entspannt fahren. Wie in Rumänien üblich wechselte der Fahrbahnbelag dann ohne Vorwarnung in groben Schotter über. Ins Grübeln kam ich dann langsam als sich die Fahrbahn auf eine einspurige Straße mit Groben Schotter und dann in einen Feldweg ohne Fahrbahnbelag aber mit tiefen Fahrspuren wandelte. Nach sehr mühseligen 5 Km zeigte mein Navi an das die Fahrbahn nach rechts gehen würde, der Feldweg ging aber nach links. Die Fahrbahn war verschwunden (nur Feld).

Das war mal eine neue Erfahrung für mich. Nach einer 20 minütigen Pause in strahlender Sonne (35°C) habe ich mich dann daran gemacht eine andere Straße mit Hilfe von Google-Maps zu finden. Der Umweg hat mich einiges an Kraft und Geduld gekostet aber ich war ja selbst schuld. Leider habe ich keine Bilder von diesem Teilstück gemacht.

Nach weiteren 15 Km groben Schotters dann endlich Teer als Fahrbahn. Eine kurze Umplanung der Route in Richtung des nächsten Campingplatzes und weiter gehts. An dem Tag war die Dusche dringend nötig 🙂

Mein nächstes Ziel war Schässburg. Die Altstadt inmitten einer alten Befestigungsanlage soll sehenswert sein. Am Abend vorher habe ich bereits ein Zimmer in der Altstadt über Booking gebucht. In keinem Bericht über die Stadt stand allerdings das man in die Altstadt nicht mit dem eigenen Fahrzeug hineinfahren kann. 500 m vorher mußte ich mein Motorrad an einer Schranke stehen lassen.

Also mit dem ganzen Gepäck bergauf zur Pension. Da ich zu früh war habe ich das Gepäck erst einmal in einem Abstellraum in der Pension untergebracht und mir die Stadt angesehen.

Nach knapp 2 Stunden habe ich bereits alles was mich meiner Meinung nach interessiert gesehen. Die Stadt ist sehenswert, aber sehr touristisch aufgemacht. Ein Kitschladen am anderen.

Ganz wohl ist mir nicht wenn das Motorrad unabgeschlossen (Lenkradschloss funktioniert nicht) in einer Seitenstraße mit wenig Puplikumsverkehr über Nacht stehen soll.

Kurzentschlossen entscheide ich mich auf die 25 Euro die ich bereits für das Zimmer bezahlt habe zu verzichten und heute noch weiter zu fahren.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Pensionswirt schleppe ich meine Sachen wieder zum Motorrad und fahre weiter in Richtung Brasov.

Die schönen kleinen Straßen und ein gutes Gefühl im Bauch geben mir dann recht. War eine gute Entscheidung weiter zu fahren. Zwischendrin hat der Tacho dann das zweite mal in dem Leben meiner CX500 die Schnapszahl 33333 Km. Heute abend gibt für mich einen kleinen Whisky und für die CX einen Schluck ÖL 🙂

Nach 100 Km plane ich dann meine Strecke nochmal um. Ich wollte eigentlich morgen den Transfargarasanpass fahren, mir fällt aber ein, dass morgen ein Feiertag in Rumänien ist und vermutlich sehr viel auf der Strecke los sein wird.

Ich entscheide mich also den Pass heute noch zu fahren. Empfangen werde ich von einigen spektakulären Aussichten. Kurve an Kurve reiht sich aneinander und es geht immer höher in die Berge. Der Verkehr hält sich in Grenzen und es macht Spass zu fahren.

An der höchsten Stelle des Passes ist dann aber doch Stau, weil jeder unbedingt ein Bild von der Aussicht machen will und es kaum Parkplätze gibt. Gott sei dank war aber nicht sehr viel Verkehr und nach einer halben Stunde gings dann weiter. Ich habe am nächsten Tag Bilder vom Pass am Feiertag gesehen. Das muss die Hölle gewesen sein.

Am Ende des Passes habe ich dann auf dem Campingplatz Dracula übernachtet. Abends war der Platz, bedingt durch den Feiertag, komplett voll. Dracula habe ich nicht gesehen dafür war die Situation mit Toiletten und Dusche ein Horror. Jeweils eine Herren- und Damentoilette und nur eine Dusche für bestimmt 70-80 Leute ist nicht grade der Hammer.

Ich habe inzwischen mit Doru vom Motocamp Romania (Pension nur für Motorradfahrer) Kontakt aufgenommen, ob ich einen Tag früher als geplant vorbei kommen kann. Er hat mir zurückgeschrieben, dass das kein Problem ist also fahre ich in Richtung Herrmannstadt (Sibiu) weiter und komme Nachittags dort an. Da ich etwas vor der abgesprochenen Zeit dort bin halte ich 500 m vorher an um noch eine Zigarettenpause zu machen. Bevor ich den Helm abziehen kann hupt ein alter Golf neben mir und winkt das ich ihm (bzw. der Fahrer) folgen soll. Da ich davon ausgehe das es Doru ist folge ich und wir kommen an der Pension an. Nach einer sehr netten Begrüßung stelle ich mein Gespann im Hof ab und wir reden ein bißchen.

Heute soll noch ein Australier ankommen, teilt mir Doru mit. Der kommt dann auch 2 Stunden später mit einer sehr lauten, etwas ramponierten CB500 an.

Doru verabschiedet sich kurze Zeit später und ich komme ins Gespräch mit Stuard dem Australier. Er ist im März nach Georgien geflogen, hat sich dort die CB500 gekauft und ist seitdem auf Tour. Wir quatschen uns natürlich fest und der Abend wird lang.

Da wir beide den Transalpinapass am nächsten Tag fahren wollen haben wir beschlossen zusammen zu fahren. Die Tour ist unglaublich. Insgesamt über 300 Km sehr kurvenreiche Strecke sind wir an dem Tag gefahren (1x hin, 1x zurück). Der Transalpinapass hat mir wesentlich besser gefallen als der Transfargarasanpass.

An 2 Stellen läßt Stuard dann seine Minidrohne aufsteigen und macht Bilder. Auf dem ersten Bild ist mein Gespann zu sehen.

An der höchsten Stelle des Passes muß natürlich noch das obligatorische Foto gemacht werden und ich klebe einen meiner Aufkleber auf das Schild.

Stuard ist übrigens seine komplette bisherige Tour ohne regenfeste Motorradkleidung gefahren. Er hat nur seine Protektorenweste. Da es auf dem Pass doch relativ kalt ist gebe ich ihm meine Regenjacke.

Wir haben an dem Tag beide Filme beim fahren gemacht. Hier meine Zeitrafferaufnahmen.

Da Stuard hinter mir gefahren ist, ist es das erste mal das ich mich selbst beim fahren bewundern kann.

Insgesamt sind wir an dem Tag 350 Km fast nur Kurven gefahren. Als wir dann abends wieder am Motorcamp ankommen sind wir beide ziemlich fertig.

Am nächsten Tag entschließe ich mich dazu endlich mal einige Schrauben am Beiwagen die sich gelockert haben nachzuziehen. Als ich das Beiwagenrad abschraube merke ich schon das da etwas nicht stimmt. Ein Radlager knirscht und ist kaputt.

Doru hatte mir gesagt, dass ich ihm Bescheid sagen soll wenn ich irgend etwas brauche. Also habe ich Ihm gleich geschrieben und meine Bestellung über 2 Radlager und 2 Wellendichtringe durchgegeben. Als er dann Abends im Motocamp vorbeischaut (er wohnt in Sibiu ca. 15 Km entfernt und das Haus in dem wir wohnen ist eine Selbstversorger Pension) teilt er mir mit das er am Montag Morgen gleich versucht die Teile zu beschaffen.

Als ich am Montag morgen aufstehe liegen bereits die 2 Lager auf dem Tisch zusammen mit einer Mitteilung das die Dichtringe erst morgen da sein werden. Das ist Service !!!!

Nach dem Frühstück mache ich mich dann auch gleich an den Lagerwechsel. Das ist gar nicht so einfach wenn man nicht das richtige Werkzeug mit hat aber ich habe es hin bekommen.

Stuard ist gestern abgereist, hat aber einen Teil seiner Sachen hiergelassen da er nur eine Runde zum Transfaragasan drehen wollte und dann noch einmal hier vorbeikommen will.

Ich mußte heute morgen beim Frühstück sehr lachen als ich in Facebook seinen Post von gestern mit dem folgenden Bild gesehen habe.

Darunter stand dann der Satz: Möge die Macht mit dir sein. Da hat er wohl Starwars und Startreck durcheinander gebracht 🙂

Morgen will ich dann noch eine Wartung (Ventile einstellen, Ölwechsel usw.) machen. Ich werde noch bis Donnerstag hier bleiben und dann zu dem rumänischen Treffen von Horizons unlimited, das ganz in der Nähe stattfindet, fahren. Doru organisiert dieses Treffen und ist zur Zeit ziemlich hektisch am vorbereiten.

Rumänien – Transilvanien 2

Rumänien – Transilvanien 2

In der 2. Woche meines Workaway-Aufenthaltes auf dem Campingplatz Fain ist endlich das Paket mit den Ersatzteilen angekommen. Das Paket war innerhalb von 3 Tagen in Rumänien. Danke nochmal an Bernd der mir in Deutschland noch schnell die Lager der Radnabe gewechselt und den passenden O-Ring besorgt hat und an Sabine die das Paket super verpackt und versendet hat.

Nach der Reparatur wurde ich langsam unruhig und wollte wieder etwas fahren. Da es zu meiner nächsten Station bei Gabriel und Raluca nur 60 km zu fahren waren habe ich mich dann dazu entschlossen noch einen kurzen Abstecher nach Norden zu machen.

Auf der Suche nach einem Campingplatz habe ich dann endlich mal wieder ein Gespann getroffen. Also anhalten und erst mal eine halbe Stunde Gespräch (endlich mal wieder auf deutsch  ).

Endlich mal ein anderes Gespann

An einem kleinen Campingplatz am Ufer eines Stausees der eine etwas abenteuerliche Strassenzufahrt hatte habe dann übernachtet.

Am nächsten Tag habe ich mich dann auf den Weg zu Gabriel gemacht.

Hier bestanden die letzten 4 Km Zufahrt zu dem alten Bauernhaus das Gabriel und Raluca vor ein paar Jahren gekauft haben aus einem grob geschotterten einspurigen Feldweg. Das Häuschen liegt wirklich etwas abseits der Zivilisation hat aber seinen Charm. Plumsklo (Komposttoilette) und kein fließend Wasser.

Dort wurde ich sehr herzlich empfangen. Wir haben den ganzen Abend über alle möglichen Sachen gesprochen. Raluca macht sich grade selbstständig mit einer Eigenproduktion von Naturkosmetik (Seifen usw.). Hinter dem Haus testen die beiden welche der benötigten Pflanzen auf dem Boden wachsen.

Inzwischen habe ich Nachricht von Ulla und Bernd bekommen das die beiden am nächsten Tag von Herrmannstadt aus in Richtung Norden fahren werden. Sie waren ein Jahr unterwegs unter anderem im Iran und Oman und sind jetzt mit Ihren Motorrädern auf dem Weg nach Hause.

Wir hatten vor einiger Zeit besprochen das wir uns, wenn möglich, unterwegs treffen da sie mir auf meiner Route entgegen kommen.

Leider hatten die beiden mir einen Ort genannt an dem sie am nächsten Abend Station machen wollten den es zweimal in Rumänien gibt. Als ich das am nächsten Morgen bemerkt habe musste ich meine Route für den Tag  komplett neu erstellen da ich natürlich den falschen Ort genommen habe.

Nach einer 250 Km Tour nach Garda de sus nördlich von Cluj bin ich dann als erster in der Pension die wir als Treffpunkt ausgemacht haben angekommen. 2 Stunden später sind Ulla und Bernd zusammen mit Julian den sie im Motocamp Rumänien kennen gelernt hatten ebenfalls angekommen. Nach einer herzlichen Begrüßung haben wir dann noch lange geredet.

Am nächsten Tag haben wir eine Runde über kleine, teilweise einspurige Straßen gedreht und sind dann weiter Richtung Norden gefahren. Herrliche Aussichten und klasse Straßen. Julian und mich hat es da zeitweise gepackt und wir sind etwas zügiger gefahren. Das hat Spass gemacht.

Wir hatten abgesprochen das wir uns an dem Abend einen schönen Platz zum Wildcampen suchen und uns dann am nächsten Tag wieder trennen. Nach einigen Versuchen einen schönen Platz zu finden sind wir dann auf einer Wiese direkt an einem Fluss mit Unterstand und Plumsklo gelandet. Nach einiger Zeit fuhr dort ein Auto vor und eine Frau spricht uns auf deutsch an, ob wir hier übernachten wollen. Der Platz gehörte ihr und soll mal ein Campingplatz werden. Natürlich können wir dort übernachten.

Abend haben wir uns zusammen Essen gemacht und am Lagerfeuer geredet. War wirklich ein schöner Abend.

Am nächsten Morgen haben wir dann gemütlich gepackt und sind zusammen losgefahren. Ich bin dann nach 20 Km in Belis abgebogen weil ich noch ein bisschen die Gegend erkunden wollte und ja sowieso in die andere Richtung musste. Ebenfalls kleine einspurige Straßen die auf bis zu 1300 m mit einem herrlichen Rundumblick.

Nach 40 Km super kurvigen Strassen und herrlichen Ausblicken ist der Teer dann abrupt zu ende und tiefe Matschlöcher und Schotterbelag als Straße. Gut das kenne ich ja inzwischen. Ist ja kein Problem. Die Fahrbahn wurde dann aber so schlecht das ich alle 2-3 Km eine Pause einlegen musste. Der erste Gedanke daran wieder umzudrehen kam mir bereits bei der ersten Pause.

Hätte ich es mal gemacht. Das ist das Problem daran wenn man Optimist ist. Man denk das die Straße bestimmt bald besser wird. Wurde sie aber nicht. Eher das Gegenteil. Riesige Matschlöcher, Felsen die 20 cm aus der Fahrbahn herausschauen und extrem grober Schotter haben mich und mein Gespann bis an die Grenze gebracht. Das Highlight war dann eine 3-4 m lange Fahrbahnstelle an der lose Baumstämme als Überquerung einer tiefen Furche in der Fahrbahn lagen (im ersten Film ab Minute 3). Anschauen, Stämme etwas zurechtlegen und los. Hätte mich dort fast festgefahren. Umdrehen ging aber nicht da der Weg zu schmal war.

Kurz danach kommt mir ein geländetaugliches Wohnmobil mit Belgischem Kennzeichen entgegen. Die Fahrer sind Deutsche. Ich frage wie lange der Weg noch in diesem Zustand weiter geht. Antwort ca. 5 km. Mist. Dann habe ich erst knapp die Hälfte geschafft. Für die ca. 10 Km habe ich 2,5 Stunden gebraucht. Das ist mir selbst in der Ukraine noch nicht passiert. Übrigens handelte es sich bei der Straße um eine regulär eingezeichnete Straße und keine Offroad-Abkürzung.

Als ich endlich vor mir echten Teer-Fahrbahnbelag sehe halte ich erst einmal an und probiere ob das keine Fatamorgana ist. Inzwischen bin ich klatschnass geschwitzt und am Ende meiner Kraft. Mein Motorrad musste ich auf den 10 Km mehrere Male abkühlen lassen weil die Kühlungsanzeige fast im roten Bereich war. Das hatte ich bisher auch noch nie.

Weiter geht es dann ca. 40 Km auf super kurvigen Teerstraßen. Was für ein Kontrast.

Jetzt mache ich wieder mal einen Tag Pause auf einem netten Campingplatz (Camping Turul in Remetea) und schreibe endlich mal wieder einen Bericht. Meine Eltern und auf einige Freunde hatte schon nachgefragt ob es mir gut geht da sie länger nichts von mir gehört hatten.

Rumänien – Transilvanien

Rumänien – Transilvanien

Ich habe in einigen Foren die App Workaway.info gefunden. Diese App vermittelt zwischen Reisenden die für Kost und Logie arbeiten wollen und Hosts die solche Leute suchen.

Ich habe beschlossen das mal auszuprobieren und mich mit George von dem Campingplatz Camping Fain in Verbindung gesetzt. Der Campingplatz befindet sich noch im Aufbau und er benötigt Hilfe.

Ich bin am Samstag Nachmittag dort eingetroffen und herzlich empfangen worden. Da Sonntag nicht gearbeitet wurde saß ich erst mal einen Tag rum. Ist ein komisches Gefühl am Anfang Essen und Trinken und einen Schlafplatz zur Verfügung gestellt zu bekommen ohne etwas gearbeitet zu haben.

Dafür habe ich mich sehr gut mit etlichen Gästen unterhalten. Am Wochenende war der Platz ziemlich voll. Was mich wirklich gewundert hat ist, daß hier anscheinend fast jeder fließend Englisch sprechen kann. Also die Verständigung war kein Problem.

Vlad, das Allroundtalent welches den Campingplatz am Laufen hält ist sehr sympatisch und wir kommen gut miteinander klar.

Der Platz ist etwas besonderes. Das fängt damit an, daß man hier das ganze Jahr über große Zelte mit Betten buchen kann (der Platz hat auch im Winter geöffnet und laut Vlad ist er dann an den Wochenenden meist ausgebucht) und das George und Vlad klasse Ideen haben die sie auch umsetzen wie z.B. einen riesigen beheizten Holzbottich in dem man sitzend entspannen kann.

Vlad ist künstlerisch veranlagt. Klasse was er alles kann. Das unten ist eine seiner Kreationen aus Stahl. Er schmiedet sich auch Messer oder macht Kettenhemden selbst.

Ich finde den Drachen richtig hübsch
Vlad

Am Montag durfte ich dann endlich was arbeiten. Hier im Wald wachsen gefühlt alle 5 Meter Wallnußbäume. Die jungen Bäume treiben mit mehreren Trieben aus und ich sollte dünne und etwas dickere Triebe schneiden (immer den dicksten stehen lassen 🙂 ). Vlad baut daraus Sichtschutze und Zäune. Das besondere daran ist, daß es sich um eine lebende “Hecke” handelt da die abgeschnittenen, in die Erde gesteckten Triebe nach einer Zeitlang wieder austreiben So wie auf dem Bild der Umzäunung der Hundehütte zu sehen ist. Da sind bisher nur ein paar Blätter dran, aber laut Vlad treiben die Äste im Frühjahr aus.

Ich habe mir an dem Tag Mühe gegeben und mich auch einige Mal unfreiwillig auf den Hintern gesetzt da es teilweise sehr abschüssige Hänge waren auf denen ich unterwegs war. Ich wußte bisher nicht, daß Walnußbäume sehr groß werden können. Hier stehen Bäume die sind locker 20 m hoch.

Die Ausbeute sieht nach wenig aus aber die Wege waren lang 🙂

Am nächsten Tag durfte ich mit der Motorsense das Gras mähen. Endlich mal Männerarbeit mit nem Motor der ordentlich Krach macht. Nach 2 Monaten nur Motorrad fahren habe ich dann aber gemerkt wo ich in den Armen und Beinen überall (zu schwache) Muskeln habe. So schnell Muskelkater hatte ich lange nicht mehr.

Da der Platz relativ groß ist war auch am 3. Tag arbeiten mit der Motorsense angesagt. Macht Spaß. Bin es nur offensichtlich nicht mehr gewöhnt zu arbeiten (da wird mir mein Brüderchen bestimmt recht geben 🙂 )

Das kommt vom Arbeiten ohne Handschuhe

Von dem Platz aus hat man Morgens einen super Blick auf die nebelumwogten Wälder. Sieht klasse aus wenn der Nebel langsam aufsteigt.

In Deutschland habe ich mal mit Gabriel gearbeitet und der hatte mir erzählt, daß er zusammen mit seiner Frau ein Haus in Rümänien gekauft hat. Durch meinen Freund Stefan habe ich jetzt den Kontakt zu Gabriel hergestellt und werde Ihn, wenn ich weiterfahre besuchen. Der Ort in dem er wohnt ist nur 80 Km von meinem jetzigen Standort entfernt.