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Und nocheinmal Griechenland

Und nocheinmal Griechenland

Nach 32 h Fahrt mit der Fähre von Venedig nach Patras komme ich dort Nachts um 0:30 Uhr an und mache mich auf den Weg zu dem Campingplatz Aginara wo Carolin bereits ist.

Am nächsten Tag hat Thomas, den ich letztes Jahr hier auf dem Platz kennengelernt habe und der auch wieder hier ist, Geburtstag und wir sind eingeladen.

Er kommt auch, so wie Carolin, aus München und dank des in den letzten Monaten intensivierten lernens (verstehens) der bayrischen Sprache muss ich diesmal nicht bei jedem zweiten Satz nachfragen was er gesagt hat 🙂

Carolin und ich machen in den nächsten Tagen mit meinem Gespann ein paar Tagestouren zu den Neda-Wasserfällen und in die Spitze des ersten Fingers des Peloponnes. Das Wohnmobil bleibt dabei an dem Standort zurück an dem wir jeweils übernachten.

Hier wird auch die geländetauglichkeit der Ural ein erstes Mal getestet. Gleich am Anfang fahre ich mich im Sand in Strandnähe fest. Aber dafür gibts ja den Beiwagenantrieb. Eingeschaltet und ruck zuck waren wir wieder draussen. Am Anfang habe ich, wie bei dem CX-Gespann , einen Bogen um jeden etwas höher aus dem Weg herausragenden Stein gemacht, da ich da mit der Honda regelmäßig aufgesetzt habe. Ich mußte mich erst einmal dran gewöhnen das die Ural da einfach drüber fährt, da sie ja eine wesentlich höhere Bodenfreiheit besitzt.

Zum Teil sind wir auch mit beiden Fahrzeugen auf verschiedenen Strecken gefahren und haben uns dann Abends wieder irgendwo getroffen.

Am 18.02. , meinem Geburtstag haben wir uns nochmal mit Thomas und Dagmar getroffen. Es gab sogar einen Kuchen von Martina.

Eine ganz besondere archäologische Stätte haben wir in Ancient Messini besichtigt. Übernachtet haben wir direkt an der alten Stadtmauer. Sehr eindrucksvoll hier.

Sie hat zwar einen Motorradführerschein wollte das Gespann aber nicht fahren 🙂

Auf dem Campingplatz in Finikounda treffen wir Ina und Micky, die Carolin im letzten Jahr , genauso wie mich, auch hier kennen gelernt hat. Ina wollte gerne mal im Beiwagen mitfahren also machen wir eine kleine Tour.

Carolin hatte in Pylos einen Termin mit einer Lackiererei ausgemacht die das Wohnmobil etwas aufbessern sollten. Das sollte ungefähr eine Woche dauern. In der Zeit sind wir dann zusammen mit dem Gespann herum gefahren.

Gleich am ersten Tag der Fahrt hab ich dann den roten Schlamm der Mani (2. Finger des Peloponnes) getestet. Die Pfützen sahen gar nicht so aus. Das sie so schlammig sein könnten hätte ich nicht gedacht. Ich bewundere Carolin dafür das sie so ruhig geblieben ist 😉

Wir haben dann aber doch noch einen Platz für das Zelt gefunden der nicht schlammig war.

Am nächsten Tag sind wir zuerst über einen teilweise sehr schlechten Weg zu einer Schlucht in der Nähe gefahren.

Es gibt wirklich wunderschöne Stellen hier und die Ausblicke sind teilweise atemberaubend schön. Manchmal will man alle paar Meter anhalten und Bilder machen.

Ich hatte eine kleine kurvige Strasse in Google Maps gesehen die von der Westküste der Mani in der Nähe von Kardamili quer durch die Berge zur Ostküste in Richtung Githio führt. Diese Strasse war dann nach relativ kurzer Zeit eine einspurige Schotterstrasse die immer höher in die Berge führte. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht wirklich klar bis auf welche Höhen es gehen könnte. Im nachhinein hätte ich es mir aber denken können da die Strasse relativ dicht an dem höchsten Berg der Mani dem Profitis Ilias vorbei führt.

Mit der Zeit wurde es doch recht kalt. Irgendwann dann hatten wir die Schneegrenze erreicht und standen vor 20 cm tiefem vereisten Schnee. Eine einsame Fahrspur zog sich durch den Schnee. Viel befahren war der Pass offensichtlich nicht. Mein erster Impuls war umdrehen. Nachdem Carolin bis hinter die nächsten Kurven gelaufen war meinte sie dahinter wäre kein Schnee mehr. Wir sind beide davon ausgegangen das dort endlich die Kuppe des Passes ist.

Zu dem Zeitpunkt waren wir ungefähr auf einer Höhe von 1500 m. Da das erste Schneebrett gut zu durchfahren war sind wir weiter gefahren. Bis zur Kuppe kamen noch einige solcher Stellen. Dadurch das auf dem Schnee eine dicke Eisschicht war war an Vollgasgeben nicht zu denken. Das Gespann brach sofort zur Seite aus. An einer Stelle habe ich die Ural dann festgefahren.

Für eingefleischte Ural und Geländefahrer wäre das warscheinlich keine Herausforderung gewesen. Für mich, der immer nur Strassenmotorräder hatte aber schon. Ehrlichgesagt war ich sehr froh als wir nach einigen hundert Metern Schnee endlich wieder auf einem eisfreien Weg angekommen sind.

Da uns beiden nach der Aktion kalt war haben wir uns ein Appartment geleistet.

Am nächsten Tag gings dann weiter in Richtung der Spitze der Mani. Dort wollten wir uns wieder mit Thomas treffen. Rainer und Carola, die ich ebenfalls vom letzten Jahr bereits kenne , waren auch dort.

Bei nicht mehr ganz so gutem Wetter sind wir dann am nächsten Tag bis zum südlichsten Punkt des Fingers gefahren und haben auf dem Rückweg nochmals in dem Appartment übernachtet.

Inzwischen hatte die Lackiererei angerufen das das Wohnmobil fertig wäre. Die nächsten Tage haben wir wieder den Campingplatz in Finikunda als Basis genommen. Wir wollen noch ein kleines abgelegenes Bergdorf besuchen und dort in der Nähe campen.

In der Nähe des Dorfes ist auch eine Ausgrabungsstätte mit alten Kuppelgräbern sowie eine kleine Kirche die wir besichtigt haben.

Nachdem wir noch ein paar Tage zusammen auf dem Campingplatz verbracht haben fahre ich alleine in Richtung Korinth weiter. Hier trennen sich leider die Wege von Carolin und mir. Wir wußten dies von Anfang an. Ich will auf jeden Fall weiter reisen und Carolin will ihre süßen kleinen Enkel in München aufwachsen sehen und auch den Crepestand weiter betreiben.

Danke für die wundervolle gemeinsame Zeit.

10 Monate Deutschland

10 Monate Deutschland

So, nach fast genau einem Jahr gebe ich endlich mal wieder ein Lebenszeichen auf der Homepage von mir . Es ist viel passiert inzwischen.

Als ich Anfang März 2021 nach fast zwei Jahren Reise wieder in Deutschland ankomme weiss ich noch nicht wie es weitergehen soll.

Der erste Impuls ist typisch. Erstmal eine Arbeit suchen und Geld fürs weiterreisen verdienen. Nach ein paar Wochen depressiver Stimmung entscheide ich mich aber dagegen. Erstmal auf die Suche nach einem anderen Gespann gehen und evtl. gleich weiterreisen.

An den Schnee und die Kälte muss ich mich erst einmal gewöhnen.

Wohnen kann ich bei meinen Eltern (danke nochmal dafür 🙂 ) . Da ich kein eigenes Fahrzeug habe leihe ich mir das Auto und manchmal auch eines der E-Bikes meiner Eltern aus.

Über Facebook finde ich ein Africatwin-Gespann in Österreich was mir gefällt. Ich mache mich Mitte April mit Auto und Anhänger auf den Weg und kaufe das Gespann. Auf dem Rückweg besuche ich Carolin , die ich in den letzten zwei Wochen in Griechenland kennen gelernt habe, in der Nähe von München.

Irgendwie passiert es dann und wir sind ein Paar 🙂

Nachdem ich wieder bei meinen Eltern angekommen bin nehme ich zusammen mit meinem Freund Wolf das Africatwin-Gespann zum restaurieren auseinander und merke immer mehr das ich damit einen Fehlkauf gemacht habe. Das Gespann ist in einem wesentlich schlechteren Zustand als ich dachte und so richtig Lust dazu monatelang daran rum zu basteln habe ich nicht wirklich. Zusätzlich bin ich meinen eigenen Vorgaben für das nächste Gespann untreu gewesen. Ich wollte unbedingt eines mit Kardanantrieb und Rückwärtsgang (evtl auch mit Kettenantrieb aber der Rückwärtsgang war mir wichtig). Die Twin hat beides nicht.

Um erst einmal überhaupt ein Fahrzeug zu haben mit dem ich fahren kann kaufe ich mir kurz entschlossen eine F650ST die nur 30 Km von mir entfernt für 1400€ in Ebay angeboten wurde. Mein Freund Peter tut mir beim Abholen des Motorrades den Gefallen und fährt es mir nach Hause. Ich bin 15 Jahre nur Gespann gefahren und will lieber erst etwas im Feld üben bevor ich mich auf die Strasse traue.

Schon beim ersten Fahren bin ich begeistert von dem Motorrad. Ich habe keine Probleme mich an nur zwei Reifen zu gewöhnen. Das Motorrad ist total handlich und erstaunlich kräftig im Anzug.

Nach einigen Testfahrten fühle ich mich schon wieder sehr sicher auf zwei Rädern. Einige Zeit später fahre ich dann das erstemal eine weitere Strecke mit der F650 und besuche Carolin. Da Hotels und Campingplätze, bedingt durch die Coronasituation, geschlossen haben, fahre ich die Strecke über kurvenreiche Landstrassen und schlage meine Hängematte, die ich zwei Jahre lang unbenutzt mit auf der Reise hatte, das erste mal im Wald auf.

Ging alles ganz gut selbst bei Regen. Man sollte nur bei einer neuen bzw. unbenutzten Hängematte bedenken das diese sich am Anfang noch weiten kann. Morgens bin ich in Klappmesserstellung mit dem Hintern fast auf dem Boden aufgewacht 🙂

Carolin hat einen eigenen Crepestand. Im „Homeoffice“ im Garten des Hauses in dem sie wohnt betreibt sie ihn und ich werde als Helfer angelernt. So einen guten und ruhigen Chef hatte ich noch nie. Chrepes die bei mir am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig aussahen werden den Kunden als „Kunstwerke“ schmackhaft gemacht 🙂

In der nächsten Zeit bin ich ungefähr die Hälfte der Zeit in Hessen und die andere Hälfte bei Carolin . Ich kann sogar nach einiger Zeit den bayrischen Dialekt besser verstehen 🙂 . Bisher dachte ich immer ich würde hochdeutsch ohne Dialekt reden. Die vielen Lacher von Carolin, wenn ich mal wieder ein Wort auf hessisch gesagt habe das sie nicht verstanden hat, haben mich dann eines besseren belehrt.

Im Juni ist dann ein kleines Reisendentreffen in Österreich von dem ich durch Freunde erfahren habe. Da zu der Zeit solche Treffen durch Co…. nicht erlaubt waren war es kein offizielles Treffen. Dort habe ich dann das erstmal nach 3,5 Jahren meine Freunde Nicki und Moe wiedergesehen, die erst eine Woche vorher von Ihrer langen Südamerikareise zurück gekommen waren.

Es hat mir richtig gut getan wieder andere Reisende zu treffen. Hier habe ich auch einige getroffen die ich bereits von Facebook her kannte.

Im August kommt Carolin dann das erste mal zu mir nach Hessen und wir machen danach einen Kurzurlaub in der Rhön.

In den letzten Monaten habe ich intensiv nach Gespannen die mir gefallen würden gesucht und auch einige angeschaut. Gebrauchte BMW- und auch Ural-Gespanne werden zu der Zeit zu horrenten Preisen gehandelt, wenn man denn überhaupt welche findet. Zu guter Letzt entscheide ich mich dafür eine neue Ural zu kaufen. Diese hat sowohl Kardanantrieb als auch Rückwärtsgang. Zusätzlich gibt es sogar noch den Beiwagenantrieb als Option. Ich habe mich längere Zeit damit beschäftigt Informationen über die Qualität der Ural-Motorräder zu bekommen und habe überall die Rückmeldung bekommen das diese seit ca 2010 qualitativ gut bis sehr gut seien.

Nachdem ich einige Händler deutschlandweit angefragt habe ob sie ein Modell mit Beiwagenantrieb auf Lager haben (Ural Ranger) fahre ich nach Erfurt zu der Firma Apel um eine Probefahrt zu machen. Ich bin begeistert von dem Gespann. Eine Woche später, es ist inzwischen Mitte September, kaufe ich es dann.

Da die erste Inspektion bereits nach 500 Km fällig ist fahre ich zwei Tage in Thüringen rum und dann direkt wieder in die Werkstatt zur Wartung.

Es macht unheimlichen Spass mit der Ural zu fahren. In der nächsten Zeit nehme einige Umbauten vor und bringe verschiedene Gepäcksysteme an. Ausserdem baue ich eine zweite Batterie mit einem getrennten Stromkreislauf und der Möglichkeit über ein Solarpanel aufzuladen im Beiwagen ein.

Im November habe ich mir dann nach meinem Besuch bei Carolin eine Tour durch Deutschland vorgenommen.

Zuerst besuche ich Heike und Toschi in Tübingen. Die beiden waren mit einem BMW Gespann für längere Zeit in Südamerika unterwegs was um so bewundernswerter ist da Heike im Rollstuhl sitzt. Ich hatte Toschi schon mal kurz vor deren Reise kennengelernt und die beiden dann in Deutschland auf einem Treffen wiedergesehen. Ich mochte beide auf Anhieb und daher lag es nahe sie zu besuchen. Irgendwie bin ich aber etwas von der direkten Strecke abgekommen und mal schnell über Österreich gefahren 😉

Eigentlich wollte ich danach auf ein Reisendentreffen in der Eifel. Da war es mir aber zu nass, kalt und matschig. Die nächste Station waren dann Nicki und Moe in Bonn. Die beiden überlegen auch ein Gespaann zu kaufen und ich habe eine Testfahrt auf meinem Gespann zugesagt. Beide kamen auch erstaunlich gut mit dem fahren auf dem Baumarktparkplatz klar. Moe hat sogar mal kurz den Beiwagen in der Luft gehabt.

Sie waren beide begeistert und auch Teddy, ihr Hund, mag Gespannfahren. Zu dritt haben wir dann, Moe als Sozius und Nicki und Teddy im Beiwagen, eine kleine Ausfahrt gemacht. Das war das erste Mal das ich mit einem Gespann einen Hochstart geschafft habe. Moe scheint doch schwerer zu sein als man denkt 😉

Meine nächste Station ist Martina, eine Freundin in der Nähe von Paderborn. von da aus gehts in Richtung Erfurt zur nächsten Wartung für das Gespann. Herr Apel war etwas überrascht als ich nach 1,5 Monaten den Termin für die 5500 Km Wartung ausgemacht habe 🙂

Es macht halt einfach nur Spass damit zu fahren.

Ende Dezember packe ich dann alle meine Sachen auf das Gespann und fahre erst einmal zu Carolin. Ende Januar ist der Termin für unsere gemeinsame Fähre. Sie fährt mit Ihrem Wohnmobil ebenfalls für 2 Monate nach Griechenland. Da ich im Winter mit dem Motorrad nicht an einem Tag bis Venedig durchfahren will fahre ich zwei Tage früher los. Über den Brenner ist es noch ganz schön kalt.

Je weiter ich auf der italienischen Seite in Richtung Süden komme desto wärmer wird es. Dann, ungefähr 50 Km hinter Bozen , hat der Motor schlagartig keine Leistung mehr und ich stehe etwas ratlos auf dem Standstreifen der Autobahn. Der linke Zylinder hat keine Leistung mehr.

Herr Apel (der sofort erreichbar war. Klasse ) gab mir den Tip mal die Kompression zu testen. Im Notfall geht das auch mit dem Daumen. Und siehe da. Keine Kompression auf dem Zylinder. Es muss also ein größerer Schaden sein.

Ein vom ADAC beauftragter Abschlepper hat mich zu seinem Werksstandort gefahren und das Gespann dort abgeladen. Alle Motorradwerkstätten in der Umgebung wollten nichts mit der Marke Ural zu tun haben und haben eine Reparatur abgelehnt. Nach Rücksprache mit dem ADAC und Hari von Ural in Österreich (Generalimporteur für Europa) wurde mir vom ADAC ein Transporter organisiert. Ein Fahrer hat das Fahrzeug aus Deutschland am nächsten Tag zu mir gefahren . Der ADAC hat anscheinend keine Verträge mit italienischen Fahrzeugvermietern. Einfach klasse wie schnell und unkompliziert das vom ADAC organisiert wurde. Der Transporter sollte gegen Mittag eintreffen.

Am Morgen schraube ich den Beiwagen vom Motorrad damit ich das Gespann in den Transporter laden kann. Als der Transporter dann gegen 13 Uhr ankommt gelingt mir das auch mit Hilfe von zwei kräftigen Helfern ganz gut. Alles wird festgezurrt und ich mache mich gegen 15 Uhr auf den Weg nach Linz zu Ural. Dort komme ich Nachts um 23 Uhr in einem Schneesturm an.

Am nächsten Tag fahre ich um 8 Uhr direkt zu Ural. Die Mechaniker machen sich sofort daran den Fehler zu lokalisieren.

Der Fehler ist auch recht schnell gefunden. Mit einem Loch im Kolben kann das Motorrad nicht mehr fahren. Nach Aussage der Techniker von Ural war anscheindend noch eine falsche Software in der Steuereinheit aufgespielt. Dadurch konnte es zeitweise zur Überhitzung im Zylinder kommen. An meinem Fahrstil hat es auf jeden Fall nicht gelegen. Ich bin so gut wie nie Vollgas gefahren und die Reisegeschwindigkeit lag normalerweise maximal zwischen 80-90 Km/h.

Da der eine Kolben sowieso ausgetauscht werden muß macht mir Hari den Vorschlag gleich in beide Zylinder die Kolben des Vorgängermodels einzubauen. Dann wäre die Kompression zwar nicht so hoch und der Motor hätte etwas weniger Leistung aber ich müsste nicht mehr Super Plus tanken. Das kommt mir sehr gelegen da ich davon ausgehe das in Richtung Osten die wenigsten Tankstellen Super Plus haben werden und ich dann nicht immer den Oktanbooster mitschleppen muss.

Nach zwei Stunden ist das Motorrad dann wieder komplett fahrbereit. Sogar den Beiwagen haben sie mir wieder dran geschraubt. Ich habe das Gespann dann voll bepackt auf dem Parkplatz von Ural stehen lassen da ich erst noch den Transporter wieder nach Deutschland bringen musste (ein Abgeben in Österreich hätte zusätzliche 280 € gekostet).

Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Zug wieder nach Linz gefahren und der zweite Anlauf der Reise nach Venedig konnte beginnen.

Inzwischen hatte Carolin bereits die Fähre für mich umgebucht und ich hatte 4 Tage Zeit bis zur Abfahrt. Über kleine Strassen wurden die neuen Kolben dann gemütlich eingefahren.

Am 2.02.2022 bin ich dann mit der Fähre in Richtung Patras am Peloponnes losgefahren. Endlich wieder unterwegs.

Serbien / Kosovo

Serbien / Kosovo

In Facebook habe ich durch Zufall das neue Motocamp Serbien gefunden. Meine bisherigen Erfahrungen mit den Motocamps (Pensionen nur für Motorradfahrer) in Rumänien und Bulgarien waren sehr gut. Deshalb will ich mir dieses Motocamp auch ansehen.

Ich hatte sowieso vor an der serbischen Grenze zu Bosnien in Richtung Norden zu fahren und das Motocamp liegt dabei auf dem Weg.

Bedingt durch das in diesem Jahr herschende Coronachaos sind in diesem Jahr ja sehr wenige Reisende unterwegs. Serbien steht außerdem bereits seit längerem in vielen Ländern auf der „roten Liste“. Es wäre also sinnvoll vorher anzufragen ob das Camp überhaupt geöffnet hat. Das mache ich natürlich nicht, sondern fahre einfach hin.

Das Motocamp hat natürlich geschlossen aber Dimitria die griechische Besitzerin läßt mich trotzdem dort übernachten. Ich werde super nett mit einem Raki empfangen.

Sie führt das Motocamp zusammen mit Ihrem Mann und einem Freund. Morgens bekomme ich jeden Tag ein super Frühstück und wir reden viel. Genauso wie in den anderen Motocamps stellt sich für mich ein kleines bisschen ein Gefühl von Zuhause ein. Ich fühle mich wohl hier.

Nach drei Tagen Erholung fahre ich weiter in Richtung Kosovo. Kurz vor der Grenze zum Kosovo gibt dann die Motorradbatterie komplett auf. Bei jeder Pause muss ich mit dem Starterkabel von der Beiwagenbatterie aus starten. In der nächsten größeren Stadt Novi Pazar finde ich dann nach langem Suchen und durchfragen endlich einen Shop der Motorradbatterien hat. Leider muß ich dann feststellen das in Serbien die Batteriepole seitenverkehrt angeordnet sind und die Kabel am Motorrad nicht lang genug sind.

Das ist aber auch hier in Serbien, genauso wie im gesamten Balkan, kein Problem. Der Ladenbesitzer winkt einfach den Elektriker von gegenüber zu uns und der macht schnell eine provisorische Kabelverlängerung. Geld will er dafür nicht haben. Klasse, In der Zeit in der er das macht unterhalte ich mich mit zwei älteren Herren die, dadurch das sie in Deutschland gearbeitet haben, etwas deutsch sprechen.

Die Batterie und die Kleinteile kosten mich dann 40 € und ich kann weiterfahren. Die Konstruktion sieht zwar sehr provisorisch aus, funktioniert aber einwandfrei,

Nach zwei Tagen Schlechtwetterpause in einem günstigen Hotel kurz vor der Grenze stehe ich dann an der Grenze zum Kosovo. Der Zöllner auf der Kosovoseite fragt mich nach einem Coronatest. Ich bin etwas überrascht und sage ihm das ich, laut dem deutschen auswärtigen Amt, keinen benötige. Nach einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten gibt er mir Recht.

Da meine deutsche Fahrzeugversicherung nicht für den Kosovo gilt muß ich dann noch eine Versicherung abschließen. Für den Transit von Albanien nach Montenegro vor 2 Monaten habe ich dafür 6 € bezahlt. Jetzt will ich ungefähr 10 Tage bleiben. Auf der Versicherungsbestätigung die mir am Schalter ausgehändigt wird steht ein Preis von 13 €. Bezahlen muß ich diesmal aber nichts. Die FRau am Schalter teilt mir mit das die ersten 4 Wochen für Motorräder kostenfrei sind. Das sollten die Ihren Kollegen an der albanischen Grenze vielleicht mal mitteilen 🙂

Mein erster Stop im Kosovo ist in der Stadt Peja kurz vor der albanischen Grenze. Hier checke ich für drei Tage in dem „Sky Hostel“ ein und treffe doch tatsächlich endlich mal andere Reisende mit denen ich ein bisschen reden kann. Ein schweizer und ein französischer Motorradfahrer haben ebenfalls dort eingecheckt.

Ich erkunde dann die Stadt ein bisschen.

Peja hat zwar in meinen Augen nicht so viele Attraktionen zu bieten aber es macht trotzdem Spass durch die Stadt zu schlendern.

Mein Eindruck vom Kosovo war von Anfang an positiv. Das einzige was ich über dieses kleine Land wußte war, dass es hier in den 90er Jahren einen Krieg gegeben hat. Die Menschen hier sind sehr freundlich und kommen auch zum Gespräch auf einen zu. Manche können auch ein paar Brocken deutsch sprechen. Die Preise für Lebensmittel und in den Restaurants sind super günstig.

Mein nächstes Ziel ist die südöstlich von Peja gelegene Stadt Prizren.

Dort checke ich im „Ura Hostel“ ein. Bis zum Abend kommen dann auch die zwei anderen Motorradfahrer die ich bereits in Peja kennengelernt habe im gleichen Hostel an. Die Welt ist klein 🙂

Abends machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu der in der Nähe gelegenen Burg um den Ausblick über die Stadt zu genießen.

Danach gehen wir gemeinsam mit einem Amerikaner der ebenfalls in dem Hostel wohnt etwas essen. Moktar, der französische Biker mit marokanischen Wurzeln erzählt mir einiges über den muslimischen Glauben. Sehr interessant.

Am nächsten Tag besichtige ich die Stadt. Anders als Peja finde ich Prizren sehr interessant. Diese Stadt hat Ihren eigenen Flair.

Nach drei Tagen fahre ich weiter in Richtung der Hauptstadt Pristina. Bisher waren die Strassen und Landschaften im Kosovo für mich nicht so bemerkenswert. Im östlichen Teil den Kosovo bekomme ich dann aber doch noch etwas Fahrspass.

Eigentlich wollte ich in Pristina wieder in einem Hostel einchecken. Die beiden Hostels die ich dort finde machen aber auf mich keinen guten Eindruck und liegen ausserdem beide im 4. Stock (ohne Aufzug). Auf der Suche nach einem günstigen Hotel komme ich dann direkt in den Wochenend-Feierabendverkehr. Klasse. Das macht wirklich Spass hier. Ich brauche über eine Stunde um aus dem Stadtzentrum wieder heraus zu kommen. Am Stadtrand finde ich dann ein Hotel.

Nach 2 Tagen Regen gebe ich den Plan auf mir die Stadt noch einmal anzusehen und fahre in Richtung Serbien weiter.

In der Pension in der ich als nächstes übernachte bekomme ich dann zum Frühstück (!!!) eine kleine Flasche Raki geschenkt. Das nehme ich natürlich an 🙂

Mein nächstes Ziel ist das Motocamp Bulgarien. Das Paket mit dem Ersatzzylinderkopf ist inzwischen dorthin auf dem Weg. Zwei Tage fahre ich noch in der Nähe der rumänischen Grenze durch schöne bergige Landschaften.

Kurz vor der Grenze mache ich in Negotin im „Basecamp for Adventurers“ halt. Einem sehr gemütlichen Ort mit nettem Besitzer.

An der rumänischen Grenze, an einem kleinen Grenzübergang, muss ich dann 30 Minuten warten bis der serbische Zöllner meine Daten aufgenommen hat. Entweder hatte er dort keinen Computer oder der war ausgefallen.

Ich fahre an der Donau entlang direkt zum nächsten Grenzübergang in Bulgarien. Der liegt nahe der Stadt Widin. Da sieht man was für ein Blödsinn die ganzen diesjährigen Coronamassnahmen sind. Durch den kurzen Umweg über Rumänien darf ich ohne Probleme nach Bulgarien einreisen. Eine direkte Einreise von Serbien aus ist aber nur mit negativem Test möglich.

Auf dem Weg nach Slowenien

Auf dem Weg nach Slowenien

Eigentlich wollte ich kurz hinter der Grenze nach Bulgarien nochmal einen Stop auf einem Campingplatz einlegen. Da ich aber bereits um 6 Uhr morgens über die Grenze gekommen bin war es eigentlich noch etwas früh um schon anzuhalten.

Den Ausschlag gab dann aber eine Nachricht von Panni (Kradvagabunden) in Facebook. Er schrieb dort, daß er grade im Motocamp Station macht, wo ich ja hinwollte. Vor meiner Reise hatte ich ein Buch über eine Reise von Panni und Simon (Kradvagabunden) geschenkt bekommen und habe es verschlungen :-). In letzter Zeit hatten wir bereits Kontakt über Facebook.

Also entschied ich mich die 300 Km bis zum Motocamp durch zu fahren. Die Chance war zumindest da, daß die beiden immer noch da sind. Und es war auch so.

Simon hatte den ganzen Tag mit den Nachwirkungen des vorherigen Abends zu kämpfen und ist nicht aus dem Zimmer gekommen aber mit Panni habe ich mich an dem Abend gut unterhalten.

Die beiden sind dann am nächsten Tag weitergefahren.

Einen Tag später trifft dann auch mein Freund Andreas im Motocamp ein. Die nächsten Nächte werden hart und lang weil Andreas irgendwie kein Ende findet. Zusammen mit Markus, einem Freund von Andreas machen wir eine kleine Tour durch die Gegend.

An dem folgenden Wochenende ist dann ein kleines Reisendentreffen im Motocamp bei dem ich wieder andere Reisende kennen lerne. Unter anderem Silke und Jan mit denen ich mich super verstanden habe. Die beiden hatten ein paar interessante Geschichten zu erzählen.

Über das Wochenende geht es mir die ganze Zeit nicht wirklich gut. Zum Teil liege ich die ganze Zeit im Bett und habe leichtes Fieber. Deshalb kann ich dann auch nicht wie abgesprochen mit Andreas und Markus zusammen ins Motocamp Rumänien fahren. Schade.

Ich fahre zwei Tage später und treffe die beiden doch tatsächlich zusammen mit Doru dem Besitzer des Motocamps Rumänien auf dem Transalpinapass. Zufälle gibts.

Im Motocamp werde ich standesgemäss im Hondaraum einquartiert.

Nach zwei Tagen verabschiede ich mich dann. Ich habe mich bei Gabriel und Raluca im Norden Rumäniens für die nächsten Tage angemeldet. Gabriel hat mir Ersatzteile und neue Reifen aus Deutschland mitgebracht. Die will ich abholen.

Bei Gabriel angekommen werde ich wieder sehr herzlich empfangen. Leider kann Raluca nicht vorbei kommen. Sie hält als „Risikoperson“ in bezug auf Corona lieber Abstand. Was ich auch verstehen kann. Ich verpasse meiner CX am nächsten Tag die neue Sitzbank (die alte war durchgebrochen) und verstaue die neuen Teile. Dann mache ich mich zusammen mit Gabriel und zweien seiner Nachbarn an die Fehlersuche bei einem alten Balkenmäher den er schon länger rumstehen aber nie zum Laufen bekommen hat.

Irgenwie will das verdammte Ding nicht richtig laufen. Eigentlich haben wir schon aufgegeben da versuche ich es mal mit dem Tausch der Zündkerze. Die hat eigentlich Funken, aber man kann ja nie wissen.

Und siehe da das Ding läuft plötzlich. Der Dichtring der alten Zünkerze war irgendwie abhanden gekommen. Ich vermute das der Motor dadurch keine richtige Kompression hatte. Gabriel macht gleich strahlend eine Testmähung. Hab ich mir meine Übernachtung verdient denke ich :-).

Am nächsten Tag durchquere ich auf der Autobahn Ungarn und überquere mit der Fähre wieder einmal die Donau.

Es ist interessant wieviele der Balkanländer an diesem Fluß liegen. Gefühlt ist es das 10. mal das ich ihn sehe.

Die erste Nacht in Kroatien verbringe ich als einziger Gast auf einem Mini-Campingplatz auf dem mich die Mücken fast auffressen. Am nächsten Tag fahre ich deshalb weiter zu dem nicht weit entfernten Nationalpark Prirode Papuk. Dort gehe ich etwas wandern.

Danach fahre ich noch ein wenig herum. Die Strassen sind gut und kurvig hier und die Landschaft sehenswert.

Zwischendrin führt mich mein Navi wieder mal auf Abwege. Ich folge einem einspurigen Waldweg und stehe nach 10 Km vor einer verschlossenen Schranke. Nachdem ich den Koffer am Motorrad abgemacht habe passe ich grade so an der Schranke vorbei. Herausgekommen bin ich nur 2 Km von dem Punkt an dem ich in den Weg reingefahren bin. Da war wohl irgendetwas nicht richtig 🙂

Da habe ich mir abends mein Bier verdient 🙂

Nach zwei Tagen fahre ich weiter. Ich will bis kurz vor die Ungarische Grenze, Ungarn nochmal durchqueren und in der Slowakei 8-10 Tage bleiben.

Den Umweg über Kroatien habe ich nur gemacht um ohne Test und Quarantäne in die Slowakei einreisen zu können. Die Slowakei wiederum ist auf der „grünen Liste“ für Slowenien.

Nach einer Nacht Wildcampen in Kroatien komme ich dann an der Slowakischen Grenze an und…. …. das alles hätte ich mir sparen können. Keinerlei Grenzkontrolle.

Nach 8 Tagen in der Slowakei, die ich auf verschiedenen Campingplätzen verbringe, mache ich mich dann endlich auf in Richtung Slowenien.

Also wieder ein Stück durch Ungarn durch. Das ich die Grenze nach Slowenien überquert habe merke ich nur an der anderen Farbe der Ortsschilder. In der App des deutschen auswärtigen Amtes steht das an den Grenzen kontrolliert wird. Da stimmte wohl irgendwas nicht. Corona macht das Reisen in diesem Jahr irgendwie manchmal nervig.

Immerhin bin ich jetzt in Slowenien. In 5 Tagen will ich mich auf einem Campingplatz im Nordwesten mit Martina treffen. Wir wollen dann die nächsten zwei Wochen zusammen Slowenien und Kroatien erkunden.

Auf dem Weg dorthin bekomme ich an einem Tag ganz schön viel Regen ab und übernachte in einem Hotel. Dann fahre ich kleine Bergstrassen fast bis zu dem Campingplatz.

Mal sehen wie die Reise dann weiter geht. Zur Zeit ändert sich praktisch täglich irgendetwas an den Grenzen der Balkanländer. Ursprünglich wollten wir nach Kroatien noch durch Serbien fahren. Da das aber bereits seit einiger Zeit auf der deutschen „roten Liste“ steht können wir das nicht da Martina dann nicht mehr ohne Quarantäne nach Deutschland zurück fahren könnte.

Bei mir sieht es im Moment so aus, daß ich warscheinlich von Kroatien nochmal nach Albanien fahre und von dort aus den Kosovo und Serbien unsicher mache. Zur Zeit komme ich von Serbien aus immerhin noch nach Rumänien ohne Test und Quarantäne. Aber das kann sich jederzeit wieder ändern.

Griechenland – Peloponnes und West-Griechenland

Griechenland – Peloponnes und West-Griechenland

Landschaftlich ist hat der Peloponnes einiges zu bieten. Auf meinem Weg um die Insel (ist sie seit dem Korintkanal) herum geniesse ich die sehr kurvigen Strassen und das Wechselspiel von Bergen und Meer. Teilweise halte ich alle paar Kilometer an weil der Ausblick klasse ist oder um ein Foto zu machen.

Mir gefällt es gut

Zum Abschluss der Peloponnestour fahre ich einen Schlenker ins Inland.

Ich mache bei den Übernachtungen eine Mischung aus Zelten auf dem Campingplatz (die Plätze sind fast leer) und Wild campen. An einem Abend campe ich an einem Stausee in den Bergen und sehe schon von weitem ein Gewitter anziehen. Der erste Blitz schlägt gefühlte 20 m neben dem Zelt ein. Da ist mir doch etwas das Herz in die Hose gerutscht. Etwa 20 m entfernt war eine verfallene Bar. Ein Teil des Daches war noch in Ordnung so das ich wenigstens nicht nass geworden bin. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei und ich konnte wieder zum Zelt.

Dabei schaffe ich es wirklich auf insgesamt 500 Km an keiner einzigen Tankstelle vorbei zu kommen. Deshalb musste ich zwischenzeitlich etwas Benzin aus dem Beiwagentank umpumpen.

Inzwischen bin ich in Bezug auf die Strassen bereits einiges gewöhnt aber manches überrascht mich dann doch noch. Ich hatte wieder einmal mit Google-Maps navigiert. Dort war eine Strasse eingezeichnet die meinen weg um ca. 100 Km abkürzen würde (ich hätte sonst komplett um das Bergmassiv herum fahren müssen). Die Strasse entpuppte sich dann als sehr schlechter Feldweg, was ich bereits vermutet hatte. Nach 3-4 Km fing aber plötzlich eine Strasse mit relativ neuem Fahrbahnbelag an. Da habe ich mich doch sehr gefreut. Bis dieses Teilstück auftauchte.

Ganz wohl war mir beim durchfahren der Engstelle nicht aber es ging alles gut.

Als Abschluss der Inseltour habe ich mich 2 Tage auf einem Campingplatz ausgebreitet. Am zweiten Tag stand zwei Plätze weiter dann ein Wohnmobil mit schweizer Kennzeichen. Eigentlich wollte ich nur fragen ob es stört wenn ich an den Stromanschluss direkt neben dem Bus mein Laptop anschließen kann.

Ich habe mich dann so mit Rosa (im Unruhestand 🙂 www.lostin europeweb.wordpress.com ), der Besitzerin des Wohnmobils festgequatscht das ich erst um 3 Uhr ins Bett gekommen bin. Hat wirklich Spass gemacht.

Ich habe leider an dem Tag kein Bild von Rosa gemacht deshalb ein Bild von Ihrer Homepage

Am nächsten Tag habe ich mich in Richtung Delphi aufgemacht. Ich wollte mir die Steinhaufen 🙂 dort mal ansehen.

Am Eingang dort frage ich ob ich meine Jacke und meinen Helm dort abgeben kann. Da macht mir aber Corona einen Strich durch die Rechnung. Die Leute dürfen nichts einlagern. Daraufhin lege ich die Sachen um die Ecke hinter eine Bank. So sind sie zumindest im Blickfeld der Pförtnerinnen. Diese werde dann aber etwas patzig. Das wäre nicht erlaubt. Somit fällt die Delphibesichtigung heute für mich aus.

Ich fahre in der Nähe der Mittelmeerküste durch die Berge West-Griechenlands in Richtung Albanien.

An einem Tag fahre ich einen Pass durch die Berge. Die Wolken hängen so tief das ich durch sie fahre. Teilweise beträgt die Sicht nur ungefähr 10-15 m.

in einer Kurve steht dann plötzlich eine Kuh mitten auf der Strasse. Ich bin, trotz Vollbremsung und relativ geringer Geschwindigkeit erst einen Meter vor der Kuh zum stehen gekommen.

Nahe der Albanischen Grenze entscheide ich mich kurzfristig noch nach Korfu überzusetzen. Ich habe in Google eine Fährverbindung von dort nach Albanien gefunden. An dem Tag zelte ich auf einer Wiese nahe einer Kapelle auf über 1100 m Höhe. Das Panorama war klasse.

Am nächsten Tag nehme ich die Fähre nach Korfu

Schon am Anfang merke ich das sich Kurfu von den griechischen Inseln die ich bisher besucht habe stark unterscheidet. Es gibt kaum einen Fleck auf der Insel (zumindest an den Strassen) der nicht bebaut ist. An der gesamten Küste die ich gesehen habe steht ein Touristenhotel an dem anderen.

Deshalb will ich gleich am nächsten Tag die Fähre nach Albanien nehmen. Ich quartiere mich auf einem Campingplatz ein auf dem ich der einzige Gast bin. Ist schon etwas gespenstisch.

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf weil die Fähre nach dem Fahrplan den ich im Internet gefunden habe bereits um 8 Uhr fahren soll. Nach einer Odyssee durch den Hafen auf der ich niemanden finden kann der mir sagen kann wann und wo die Fähre abfährt bekomme ich die Info wo das Büro der Fährgesellschaft ist und fahre hin.

Tja, alle Fährverbindungen nach Albanien waren leider, bedingt durch das Schliessen der griechischen Grenze, eingestellt worden. Leider hat die Fährgesellschaft das mit keinem Wort auf ihrer Homepage erwähnt.

Ich nehme also die Fähre zurück aufs griechische Festland und fahre von dort aus zur Grenze. Der griechische Zöllner fragt mich dort ob ich wüßte das ich, wenn ich die Grenze passiert habe, nicht mehr zurück nach Griechenland könne da die Grenze von der Seite her geschlossen sei.

Meine Antwort war das 8 Monate Griechenland, auch wenn sie schön waren, erst einmal für mich reichen.

Auf nach Albanien in ein weiteres mir unbekanntes Land.

Ich bin schon sehr gespannt was mich dort erwartet.

Serbien – Kurzer Abstecher auf dem Weg nach Bulgarien

Serbien – Kurzer Abstecher auf dem Weg nach Bulgarien

Der Grenzübertritt nach Serbien geht überraschend schnell. Innerhalb von 20 Minuten bin ich wieder in einem mir bisher unbekannten Land.

Ich habe mich dazu entschlossen einen kleinen Umweg in Richtung Westen auf dem Weg nach Bulgarien zu machen da ich einige Zeit an der Donau langfahren will. Das ist bereits das 4. Land auf meiner Reise in dem ich diesen imposanten Fluß sehe. Ich halte alle paar Kilometer an um Fotos zu machen.

Direkt an der Donau finde ich dann auch einen Campingplatz. Als ich jemanden dort auf Englisch anspreche antwortet der mir in norddeutschem Dialekt ohne Akzent. Es handelte sich um einen Kroaten der, nachdem er 23 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, jetzt in Serbien wohnt. Bei mir wäre er von der Sprache her als Deutscher durchgegangen. Respekt wenn man eine Sprache so lernen kann.

Auf dem Campingplatz weiss man sich offensichtlich zu helfen 🙂

Auf die Idee eine Kloschüssel mit Bauschaum zu flicken wäre ich nicht gekommen. Der Rest der sanitären Anlagen sah ähnlich aus.

Für den folgenden Tag habe ich mir, wohlwissend das es sich warscheinlich um schlechte Strassen handeln wird, kleine kurvige Strassen als Weg herausgesucht.

Alle Nebenstrassen haben zwar einen Teerbelag aber teilweise viele Schlaglöcher und Teerflicken. Auf manchen Teilstrecken kam es mir so vor als hätte ich ein bockendes Pferd unter meinem Hintern.

Die Landschaften aber waren atemberaubend schön. Ich konnte mich nicht satt sehen und habe sehr oft Pausen gemacht.

Nach einem ziemlich holprigen Fahrt komme ich an dem Campingplatz den ich mir als Ziel ausgewählt hatte an und stelle mein Motorrad vor der Schranke ab. Ich schaue mir grade die ausgehängte Preisliste des Campingplatzes an da sehe ich das mehrere Leute um mein Motorrad rumstehen und es bewundern.

Einer der Männer spricht mich in sehr gutem Englisch an und wir kommen ins Gespräch. Bereits nach 3-4 Sätzen sagt er mit einem Grinsen das der Campingplatz nicht so gut sei und er mir einen anderen Vorschlag machen könnte. Er hätte um die Ecke ein Ferienhaus und ich könnte, wenn ich wollte dort übernachten. Ich müßte allerdings erst ein Bier mit ihm und seinen Freunden trinken.

Da der Mann (Radoslav) einen netten Eindruck auf mich machte gehe ich mit. Ich kann ja immer noch sagen das ich auf dem Campingplatz übernachten will.

Seine Freunde sind ebenfalls sehr nett, können allerdings kaum Englisch und sind schon etwas angeheitert. Ich unterhalte mich eine ganze Weile mit den dreien und werde aus dem Stehgreif zum Essen eingeladen. Ich weiss nicht wie sie das hin bekommen haben, aber in den circa 20 Minuten in denen wir geredet haben hat die Mutter von einem der drei Essen gemacht.

Nach dem 2. Bier habe ich schon ganz schön Schlagseite. Ich beschließe die Einladung von Radoslav anzunehmen. Auf meine Frage ob es üblich in Serbien ist jemanden den man nicht kennt einfach so einzuladen sagt er mir: „wenn ein verrückter Deutscher über die Hoppelstrecke aus den Bergen hier eintrifft muss man ihn doch einladen“. Das nenne ich Gastfreundschaft.

Wir bringen also mein Motorrad zum Ferienhaus und reden mehrere Stunden über Serbien, Deutschland und die Welt. Von seiner Mutter wird dann abends ein sehr lecker schmeckendes Abendessen serviert. In dieser Nacht schlafe ich in dem mir zugewiesenen Bett sehr gut.

Morgens gibts dann ein ebenso tolles Frühstück und wir verabschieden uns. Obwohl er mehrmals nachgefragt hat ob ich nicht noch länger bleiben will fahre ich weiter.

Solche Gastfreundschaft habe ich noch nirgends erlebt.

Da ich noch mehr von den Bergen sehen will fahre ich an diesem Tag wieder teilweise sehr kleine Straßen.

Kurz vor der bulgarischen Grenze bietet sich mir ein herrlicher Panoramablick ins Tal.

Ich beschließe hier das erste Mal auf meiner Reise wild zu Campen und suche mir ein Plätzchen mit mit schönem Ausblick.

Abends erlebe ich dann einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Ich lege mich relativ früh hin um am nächsten Morgen nicht so spät an der Grenze zu sein. Da das alles relativ neu für mich und ich noch nicht so oft wild gecampt habe brauche ich etwas länger um einzuschlafen. Nachts um 12 Uhr werde ich dann von Musik und Geschrei wach. Keine 30 m oberhalb von mir machen ein paar Jungentliche weit ab von der Zivilisation Party und gucken in den Sternenhimmel. Na toll. Aber nach nur einer Stunde ist der Spuk vorbei und ich schlafe wieder ein. Pünktlich zum Sonnenaufgang werde ich wach und kann wieder einen super Ausblick genießen. Da macht das Frühstück Spass.

Dann packe ich meine Sachen und bin gegen 8 Uhr an der Grenze nach Bulgarien.

Ich war zwar nur 4 Tage in Serbien aber die herrliche Landschaft und die unglaubliche Gastfreundschaft haben mich für dieses Land begeistert. Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr noch einmal in dieses Land kommen.