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In der 2. Woche meines Workaway-Aufenthaltes auf dem Campingplatz Fain ist endlich das Paket mit den Ersatzteilen angekommen. Das Paket war innerhalb von 3 Tagen in Rumänien. Danke nochmal an Bernd der mir in Deutschland noch schnell die Lager der Radnabe gewechselt und den passenden O-Ring besorgt hat und an Sabine die das Paket super verpackt und versendet hat.

Nach der Reparatur wurde ich langsam unruhig und wollte wieder etwas fahren. Da es zu meiner nächsten Station bei Gabriel und Raluca nur 60 km zu fahren waren habe ich mich dann dazu entschlossen noch einen kurzen Abstecher nach Norden zu machen.

Auf der Suche nach einem Campingplatz habe ich dann endlich mal wieder ein Gespann getroffen. Also anhalten und erst mal eine halbe Stunde Gespräch (endlich mal wieder auf deutsch  ).

Endlich mal ein anderes Gespann

An einem kleinen Campingplatz am Ufer eines Stausees der eine etwas abenteuerliche Strassenzufahrt hatte habe dann übernachtet.

Am nächsten Tag habe ich mich dann auf den Weg zu Gabriel gemacht.

Hier bestanden die letzten 4 Km Zufahrt zu dem alten Bauernhaus das Gabriel und Raluca vor ein paar Jahren gekauft haben aus einem grob geschotterten einspurigen Feldweg. Das Häuschen liegt wirklich etwas abseits der Zivilisation hat aber seinen Charm. Plumsklo (Komposttoilette) und kein fließend Wasser.

Dort wurde ich sehr herzlich empfangen. Wir haben den ganzen Abend über alle möglichen Sachen gesprochen. Raluca macht sich grade selbstständig mit einer Eigenproduktion von Naturkosmetik (Seifen usw.). Hinter dem Haus testen die beiden welche der benötigten Pflanzen auf dem Boden wachsen.

Inzwischen habe ich Nachricht von Ulla und Bernd bekommen das die beiden am nächsten Tag von Herrmannstadt aus in Richtung Norden fahren werden. Sie waren ein Jahr unterwegs unter anderem im Iran und Oman und sind jetzt mit Ihren Motorrädern auf dem Weg nach Hause.

Wir hatten vor einiger Zeit besprochen das wir uns, wenn möglich, unterwegs treffen da sie mir auf meiner Route entgegen kommen.

Leider hatten die beiden mir einen Ort genannt an dem sie am nächsten Abend Station machen wollten den es zweimal in Rumänien gibt. Als ich das am nächsten Morgen bemerkt habe musste ich meine Route für den Tag  komplett neu erstellen da ich natürlich den falschen Ort genommen habe.

Nach einer 250 Km Tour nach Garda de sus nördlich von Cluj bin ich dann als erster in der Pension die wir als Treffpunkt ausgemacht haben angekommen. 2 Stunden später sind Ulla und Bernd zusammen mit Julian den sie im Motocamp Rumänien kennen gelernt hatten ebenfalls angekommen. Nach einer herzlichen Begrüßung haben wir dann noch lange geredet.

Am nächsten Tag haben wir eine Runde über kleine, teilweise einspurige Straßen gedreht und sind dann weiter Richtung Norden gefahren. Herrliche Aussichten und klasse Straßen. Julian und mich hat es da zeitweise gepackt und wir sind etwas zügiger gefahren. Das hat Spass gemacht.

Wir hatten abgesprochen das wir uns an dem Abend einen schönen Platz zum Wildcampen suchen und uns dann am nächsten Tag wieder trennen. Nach einigen Versuchen einen schönen Platz zu finden sind wir dann auf einer Wiese direkt an einem Fluss mit Unterstand und Plumsklo gelandet. Nach einiger Zeit fuhr dort ein Auto vor und eine Frau spricht uns auf deutsch an, ob wir hier übernachten wollen. Der Platz gehörte ihr und soll mal ein Campingplatz werden. Natürlich können wir dort übernachten.

Abend haben wir uns zusammen Essen gemacht und am Lagerfeuer geredet. War wirklich ein schöner Abend.

Am nächsten Morgen haben wir dann gemütlich gepackt und sind zusammen losgefahren. Ich bin dann nach 20 Km in Belis abgebogen weil ich noch ein bisschen die Gegend erkunden wollte und ja sowieso in die andere Richtung musste. Ebenfalls kleine einspurige Straßen die auf bis zu 1300 m mit einem herrlichen Rundumblick.

Nach 40 Km super kurvigen Strassen und herrlichen Ausblicken ist der Teer dann abrupt zu ende und tiefe Matschlöcher und Schotterbelag als Straße. Gut das kenne ich ja inzwischen. Ist ja kein Problem. Die Fahrbahn wurde dann aber so schlecht das ich alle 2-3 Km eine Pause einlegen musste. Der erste Gedanke daran wieder umzudrehen kam mir bereits bei der ersten Pause.

Hätte ich es mal gemacht. Das ist das Problem daran wenn man Optimist ist. Man denk das die Straße bestimmt bald besser wird. Wurde sie aber nicht. Eher das Gegenteil. Riesige Matschlöcher, Felsen die 20 cm aus der Fahrbahn herausschauen und extrem grober Schotter haben mich und mein Gespann bis an die Grenze gebracht. Das Highlight war dann eine 3-4 m lange Fahrbahnstelle an der lose Baumstämme als Überquerung einer tiefen Furche in der Fahrbahn lagen (im ersten Film ab Minute 3). Anschauen, Stämme etwas zurechtlegen und los. Hätte mich dort fast festgefahren. Umdrehen ging aber nicht da der Weg zu schmal war.

Kurz danach kommt mir ein geländetaugliches Wohnmobil mit Belgischem Kennzeichen entgegen. Die Fahrer sind Deutsche. Ich frage wie lange der Weg noch in diesem Zustand weiter geht. Antwort ca. 5 km. Mist. Dann habe ich erst knapp die Hälfte geschafft. Für die ca. 10 Km habe ich 2,5 Stunden gebraucht. Das ist mir selbst in der Ukraine noch nicht passiert. Übrigens handelte es sich bei der Straße um eine regulär eingezeichnete Straße und keine Offroad-Abkürzung.

Als ich endlich vor mir echten Teer-Fahrbahnbelag sehe halte ich erst einmal an und probiere ob das keine Fatamorgana ist. Inzwischen bin ich klatschnass geschwitzt und am Ende meiner Kraft. Mein Motorrad musste ich auf den 10 Km mehrere Male abkühlen lassen weil die Kühlungsanzeige fast im roten Bereich war. Das hatte ich bisher auch noch nie.

Weiter geht es dann ca. 40 Km auf super kurvigen Teerstraßen. Was für ein Kontrast.

Jetzt mache ich wieder mal einen Tag Pause auf einem netten Campingplatz (Camping Turul in Remetea) und schreibe endlich mal wieder einen Bericht. Meine Eltern und auf einige Freunde hatte schon nachgefragt ob es mir gut geht da sie länger nichts von mir gehört hatten.