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Ende November machen Petra und ich uns auf den Weg nach Griechenland.

Da Plowdiv direkt auf unserem Weg liegt beschließen wir uns die Stadt anzuschauen. Bisher sind mir die Gewichtsbegrenzungen an Brücken und Strassen nichts so aufgefallen aber da Petras LKW ein Gewicht von 21 Tonnen hat kann sie manche Stecken nicht fahren. Auf dem Weg in die Stadt übersieht sie einfach das 12 Tonnenschild und wir finden einen abgelegenen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt.

Wir bleiben 2 Tage dort an denen Petra erheblich mehr Energie zeigt als ich. Nach dem ersten Tag habe ich Muskelkater. Da Petra behauptet das wir gar nicht so weit gegangen sind schalte ich am zweiten Tag meinen Tracker ein. Irgendwie habe ich das Gefühl das Petra alle aufwärts führenden Treppen der Stadt findet 🙂 . Am Ende zeigt mein Tracker an das wir 13 Km gelaufen sind. Für mich Weichei eine beachtliche Leistung.

Es hat sich aber gelohnt. Plowdiv ist auf jeden Fall sehenswert.

Am 30.11. kommen wir in Sandanski, in der Nähe der griechischen Grenze, an. Dort wollen wir unseren für den Grenzübertritt benötigten PCR-Test machen lassen. Da die Temperaturen Nachts um den Gefrierpunkt liegen darf ich mit meiner Isomatte in Petras beheiztem LKW schlafen.

Der Test liegt dann am 2.12. vor und wir fahren zur Grenze weiter.

Petra reiht sich in die LKW-Schlange ein, ich in die der Autos. Nachdem ich dem Zöllner meine Papiere gegeben habe behauptet dieser, daß eine Einreise aus touristischen Gründen nach Griechenland wegen des Lockdowns zur Zeit nicht möglich sei. Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß auf der Seite der griechischen Regierung etwas anderes steht. Nach einigem hin und her schleppt er mich zu seinem Vorgesetzten und die Diskussion geht weiter. Nachdem ich klargemacht habe das ich auf jeden Fall einreisen will werde ich nach der Reservierung für das Hotel oder die Pension gefragt zu der ich fahren will. Ich teile den beiden mit, daß ich keine Reservierung habe da in Bulgarien bereits Schnee liegt und ich nicht sagen konnte wie lange ich mit dem Motorrad brauche um an den Peloponnes zu gelangen. Ich werde noch darauf aufmerksam gemacht das die Polizei, wenn sie mich anhalten sollte, mir ein Bußgeld aufbrummen wird da das reisen zur Zeit in GRiechenland nicht erlaubt sei. Dann werde ich zu dem Häuschen in dem der Corona- Schnelltest durchgeführt geleitet.

Petra ist inzwischen, ohne irgendwelche Diskussionen oder einen Schnelltest über die Grenze gekommen und wartet auf mich. Nach 20 min habe ich dann das negative Ergebniss und kann auch weiter fahren.

Da es mir zu kalt für das fahren auf kleinen Strassen durch die Berge ist fahre ich zusammen mit Petra die komplette Strecke Autobahn. An dem Raubbürgertum Griechenlands in Sachen Autobahngebühr sollte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden 🙂

Nach zwei Tagen kommen wir auf dem Campingplatz im Nordwesten des Peloponnes an.

Bedingt durch den derzeitigen Lockdown sind auf dem Campingplatz viele Reisende die abwarten wie es hier weitergeht. Ich komme schnell in Kontakt und wir haben einige gesellige Abende zusammen. Einige Strandspaziergänge gehören auch zu meinem Tagesablauf. Bei strahlendem Sonnenschein und um die 18 °C lässt es sich aushalten.

Endlich habe ich auch Zeit das Loch in der Isomatte, dass mich seit Montenegro dazu zwingt die Matte in der Nacht neu aufzublasen, zu suchen und zu flicken.

Nach zwei Wochen auf dem Platz werde ich wieder einmal unruhig. Nach einer Woche Dauerregen beschließe ich weiter nach Süden und auf dem Weg dorthin etwas kreuz und quer durch die Berge zu fahren. Ich gehe einfach davon aus, daß die Polizei auf den kleinen Strassen nicht so präsent ist.

Am ersten Abend finde ich einen herrlichen Zeltplatz auf einer Bergkuppe mitten in den Bergen.

Am zweiten Tag fahre ich weiter durch die Berge und genieße das Gefühl endlich wieder unterwegs zu sein.

Da Olympia auf meinem Weg liegt halte ich dort an. Leider sind durch den Lockdown alle Museen und historischen Plätze geschlossen und ich komme nicht rein.

Kurz darauf, in einer Kurve auf einer kleinen Strasse, gibt es einen Schlag und in Richtung Hinterrad eine starke geräuschentwicklung. Beim Nachschauen stelle ich fest das die Hinterradschwinge nicht richtig fest ist. In der Hoffnung das nur das Schwingenlager defekt ist versuche ich mit der Einstellschraube etwas mehr Druck auf die Lager zu bringen. Das bringt aber keinen Effekt. Sobald ich nur leicht in eine Kurve fahre kommt es zu starken Geräuschen. Ich vermute das die Antriebswelle aufgrund der losen Schwinge im Kardantunnel schabt.

Zurück zum Campingplatz sind es 65 Km. Für die Strecke brauche ich in ganz vorsichtiger Fahrweise 2 h.

Am nächsten Tag zerlege ich das Motorrad und muss feststellen das nicht das Lager defekt ist sondern der Bolzen der im Lager steckt von der Schwinge abgebrochen ist. Klasse. An der Stelle schweissen ist mir zu heikel da die beiden Lagerbolzen genau zueinander laufen müssen. Es ist also wieder einmal ein Ersatzteil fällig.

Wie immer bisher ist auf Ralf verlass. Er hat eine Schwinge im Lager und schickt sie mir super schnell zu. Ich habe extra, trotz der hohen Kosten von 200 € das Paket per Express versenden lassen da es mir um die Weihnachtszeit zu heikel war mit dem normalen Paketversand. Auf 4 Wochen Wartezeit habe ich wirklich keine Lust.

Voraussichtlich morgen soll das Paket ankommen und ich kann das Motorrad wieder fahrbereit machen.

Böse Zungen behaupten inzwischen das, wenn ich irgenwann mal zurückkommen sollte, das Motorrad durch die Vielzahl der inzwischen ausgetauschen Teile ein komplett andere Bike wäre. Tja, so ganz unrecht haben sie nicht 🙂